Dienstag, 15. Juli 2008

Staatliche Realitätskontrolle - die Grundlage des Faschismus

„Seine Gedanken entglitten in die labyrinthische Welt des Doppeldenk. Zu wissen und nicht zu wissen, absoluter Wahrhaftigkeit innezusein, während man sorgfältig konstruierte Lügen erzählte, gleichzeitig zwei einander ausschliessende Ansichten zu vertreten, zu wissen, dass sie widersprüchlich waren, und an beide zu glauben; die Logik gegen die Logik ins Feld zu führen, die Moral abzulehnen und sie für sich in Anspruch zu nehmen; an die Unmöglichkeit der Demokratie zu glauben und daran, dass die Partei die Hüterin der Demokratie war; zu vergessen, was vergessen werden musste, um es sich dann wieder ins Gedächtnis zu rufen, wenn es gebraucht wurde, und es dann gleichzeitig wieder zu vergessen; und vor allem, eben dieses Verfahren auf das Verfahren selbst anzuwenden.“
1984, George Orwell

„Für gewöhnlich verschwanden die Leute, die das Missfallen der Partei erregt hatten, sang- und klanglos, und man hörte nie wieder etwas von ihnen, hatte nicht die leiseste Ahnung, was mit ihnen passiert war.“
1984, George Orwell

„Begreifst du denn nicht, dass Neusprech nur ein Ziel hat, nämlich den Gedankenspielraum einzuengen?“
1984, George Orwell

„Die schlimmste aller Ketzereien war gesunder Menschenverstand.“
1984, George Orwell

„Seine Gefühle nicht offen zur Schau zu tragen, das war ein zur Gewohnheit gewordener Instinkt.“
1984, George Orwell

„Es ging darum, eine Reihe zwei Jahre alter Produktionsberichte so zu fälschen, dass ein prominentes, jetzt in Ungnade gefallenes Mitglied der Partei dadurch in Misskredit geriet.“
1984, George Orwell

„Die Partei brauchte die Angst, den Hass und die wahnsinnige Leichtgläubigkeit ihrer Mitglieder.“
1984, George Orwell

„Die Partei kennt zwei Ziele: die Eroberung des gesamten Erdballs und die endgültige Tilgung jeder Möglichkeit unabhängigen Denkens.“
1984, George Orwell

„Das Ziel der Oberen ist es, dort zu bleiben, wo sie sind.“
1984, George Orwell

„Jede neue politische Theorie, welchen Namen sie sich auch geben mochte, führte zurück zur Hierarchie und Reglementierung.“
1984, George Orwell

„Die Talentiertesten von ihnen, die sich möglicherweise zu Keimzellen der Unzufriedenheit entwickeln könnten, werden von der Gedankenpolizei aufgespürt und einfach liquidiert.“
1984, George Orwell

„Und da die Partei die absolute Kontrolle über alle Dokumente ausübt und eine ebenso absolute Kontrolle über das Denken ihrer Mitglieder, folgt daraus, dass die Vergangenheit immer so aussieht, wie es die Partei gern haben möchte.“
1984, George Orwell

„Das Hauptgeschäft der Partei besteht in bewusster Täuschung, bei der sie die Unerschütterlichkeit absoluter Redlichkeit bewahrt. Bewusste Lügen zu erzählen, an die man ehrlich glaubt; jede unbequeme gewordene Tatsache zu vergessen, um sich bei Bedarf wieder daran zu erinnern; die Existenz einer objektiven Realität zu leugnen und die ganze Zeit über die von einem geleugnete Realität einzukalkulieren – all das ist unabdingbar.
1984, George Orwell

„Soll die Gleichheit der Menschen für immer verhindert werden – sollen die Oberen, wie wir sie genannt haben, ihre Stellung dauerhaft behaupten- , dann muss der vorherrschende Geisteszustand kontrollierter Wahnsinn sein.“
1984, George Orwell

„Was immer die Partei für Wahrheit erachtet, ist Wahrheit.“
1984, George Orwell

„Wir vernichten den Ketzer nicht, weil er uns Widerstand leistet: solange er uns Widerstand leistet, vernichten wir ihn nie. Wir bekehren ihn, wir ergründen sein Innerstes, wir formen ihn um.“
1984, George Orwell

„Sie werden nie mehr Liebe, Freundschaft, Lebensfreude, Lachen, Neugier, Mut oder Integrität kennen, Sie werden hohl sein. Wir werden Sie ausquetschen und dann mit unserem Denken füllen.“
1984, George Orwell

„Es wird nur noch die Loyalität gegenüber der Partei geben und sonst keine.“
1984, George Orwell

Sonntag, 13. Juli 2008

Dr. Christoph Eymann - Vorsteher Erziehungsdepartement Basel-Stadt

"Der Fisch stinkt vom Kopfe her."
Norddeutsches Sprichwort

"Herr H. hat in Briefen an Sie, sehr geehrte Eltern, die für den Schulkreis Ost zuständige Rektorin der Orientierungsschule, die Schulhausleitung und verschiedene Lehrpersonen des Brunnmattschulhauses wie auch Eltern der Klasse 3b beschuldigt, eine Mobbingkampagne gegen ihn zu führen. Wir haben diese schwerwiegenden Anschuldigungen überprüft und beurteilen sie in keiner Weise als gerechtfertigt. Wir bitten die Eltern, ihnen keinen Glauben zu schenken. So gibt es keinen begründeten Hinweis darauf, dass Lehrpersonen oder Mitglieder der Schulhaus- und Schulleitung oder Eltern falsche Vorhaltungen gegenüber Herrn H. geäussert hätten, um ihn in Misskredit zu bringen."
Dr. Christoph Eymann, Vorsteher des Erziehungsdepartements

"Die Schulleitung und die Inspektion der Orientierungsschule, welche die Kündigung gegenüber Herrn H. aussprachen bzw. genehmigten, haben ihren Auftrag verantwortungsvoll wahrgenommen und die gesetzlichen Vorschriften korrekt angewandt. Sie haben mit ihren Entscheidungen keine persönlichen Interessen verfolgt, sondern ausschliesslich das Wohl der Kinder und der Schule."
Dr. Christoph Eymann, Vorsteher des Erziehungsdepartements

"Wir wissen, dass der Unterricht von Herrn H. in der Elternschaft auch Zustimmung und Rückhalt erfahren durfte. So sind denn auch aus der Sicht des Erziehungsdepartementes und der Orientierungsschule die Qualitäten des Unterrichts von Herrn H. unbestritten. Trotzdem war die Kündigung unvermeidlich."
Dr. Christoph Eymann, Vorsteher des Erziehungsdepartements

"Zusammenfassend ergibt sich, dass die Kündigung unrechtmässig erfolgt ist, der Rekurs folglich gutzuheissen ist und der Entscheid der Personalrekurskommission aufgehoben wird. Das Verfahren ist gemäss § 40 Abs. 4 PG kostenlos. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Rekurrenten eine noch festzusetzende Parteientschädigung auszurichten."
Basler Verwaltungsgericht, 18.12.07

http://bazonline.ch/basel/stadt/Praemienverteilung-in-der-Basler-Verwaltung-sorgt-fuer-Unmut/story/30174017

Mittwoch, 9. Juli 2008

lic. iur. Eva Eichenberger - Anwältin des Staates

Mittels vorsätzlicher Verkehrung von Ursache und Wirkung stellte Staatsanwältin lic. iur. Eva Eichenberger sämtliche Strafanzeigen von Lehrer H. gegen die angeschuldigten Genossinnen und Genossen ein. Als Zugabe unterstellte die Anwältin des Staates dem Anzeigesteller eine "rechtsmissbräuchliche, querulatorische Anzeigenerstattung". Offensichtlich ist die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt nicht daran interessiert, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre verfassungsrechtlich garantierten Rechte wahrnehmen. Lehrer H., der laut eigenen Angaben seit einiger Zeit an einer "Faschismus-Allergie" leidet, sonst aber völlig gesund ist, sah sich von Staatsanwältin Eva Eichenberger "vermindert" ernstgenommen. Zähneknirschend zahlte er Fr. 4500.-- Kostenvorschuss, damit die Rekurskammer des Strafgerichts sich mit dem Mobbing-Skandal auseinandersetzen musste. Sorgfältig stellte er die unzähligen vorsätzlichen Verdrehungen der Staatsanwältin richtig. Auch mir hat Lehrer H. eine Kopie seiner Rekursbegründung zukommen lassen. Hier also das brisante Schreiben:

Alle Angaben von Staatsanwältin lic. iur. Eva Eichenberger werden vom Anzeigesteller bestritten. Der Anzeigesteller hält an sämtlichen Strafanzeigen fest und beantragt, dass sein Rekurs von der Rekurskammer des Strafgerichts gutgeheissen wird, die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die bekannte Täterschaft erhebt und die allfälligen Kosten zu Lasten des Staates oder zu Lasten der Täterschaft gehen. Aus den Akten ist eindeutig ersichtlich, dass alle begangenen Delikte nur ein einziges Ziel hatten, nämlich die rechtswidrige Ausgrenzung des Anzeigestellers von seinem Arbeitsplatz. Tatsächlich ist der Anzeigesteller aufgrund der nachfolgenden Fakten seit bald zwei Jahren arbeitslos.


Tatsächliches zu Benjamin Liebherr, Marianna Arquint und Denise Haberthür

Amtsmissbrauch

Nötigung

Die Schulhausleitung betont auf ihrem Formular, dass es nötig sei, die Entbindungserklärung zu unterzeichen. Mit der Unterzeichnung hätte der Anzeigesteller den Supervisor und Psychotherapeuten lic. phil. Roger Dreyfus offensichtlich zu seinem Nachteil von der Schweigepflicht befreien sollen. Auf dem Formular befindet sich jedoch kein Hinweis, dass die Unterschrift freiwillig geleistet werden darf. Mit diesem arglistigen Vorgehen versucht die SHL den Anzeigesteller zu einer Unterzeichnung zu nötigen, um damit dessen Psychiatrisierung zu erleichtern. Damit ist der objektive Tatbestand der versuchten Nötigung erfüllt. Gleichzeitig sammelt die Schulhausleitung hinter dem Rücken des Anzeigestellers diffamierende Beschwerden, ohne diese mit dem Anzeigesteller zu besprechen. Leider kommt die Schulhausleitung damit ihrer eigentlichen Pflicht nicht nach, die aggressiven Attacken der drei beschwerdeführenden Mütter mit dem Anzeigesteller zu klären. Stattdessen treibt die Schulhausleitung mit ihrem wahrheitswidrigen Schreiben an die Schulleitung den gravierenden und drastischen Verlauf der vorsätzlich provozierten Eskalation massiv vorwärts. Mit ihrer unrechtmässigen Amtsführung haben die drei Schulhausmitglieder den Weg für die rechtswidrige Entlassung des Anzeigestellers vorbereitet. Damit ist der objektive Tatbestand des vorsätzlichen Amtsmissbrauchs eindeutig erfüllt.

Marianna Arquint gab während ihrer Einvernahme zu, dass sie wichtiges Beweismaterial zu den Elterngesprächen vorsätzlich vernichtet hatte, Denise Haberthür führte beim zweiten Gespräch nachweislich vorsätzlich kein Protokoll. Aufgrund dieser aktenkundigen Fakten muss davon ausgegangen werden, dass es bei den beiden Elterngesprächen nicht um die Klärung der unhaltbaren Vorwürfe der Mütter ging, sondern um die bereits geplante vorsätzliche Ausgrenzung des Anzeigestellers. Demzufolge haben die Mitglieder der Schulhausleitung ihr Amt zum Nachteil des Anzeigestellers massiv missbraucht.

Tatsächliches zu Dr. Peter Gutzwiller

Verletzung des Berufsgeheimnisses

Amtsmissbrauch

falsche Anschuldigung

Dr. Peter Gutzwiller ist als Leiter des Schulpsychologischen Dienstes Basel-Stadt Mitglied einer Behörde. Gaby Jenö nötigte den Anzeigesteller, ein „Coaching“ bei Dr. Gutzwiller zu besuchen. Es fanden fünf vertrauliche Gespräche statt, in denen der Anzeigesteller Dr. Peter Gutzwiller anvertraute, er werde von Gaby Jenö gemobbt. Diese vertraulichen Informationen gab Dr. Peter Gutzwiller offensichtlich an Gaby Jenö und Thomas Baerlocher weiter. Damit verletzte Gutzwiller nicht nur seine Schweigepflicht, sondern diskreditierte den Anzeigesteller mit seinen haltlosen Diffamierungen indirekt bei seinen Vorgesetzten. Im Einvernahmeprotokoll gibt Personalchef Thomas Baerlocher zu, dass Dr. Peter Gutzwiller seine Schweigepflicht verletzt hat. Dort heisst es: „Der Aspekt Gesundheit kam ebenfalls ins Spiel, weil es Aussagen gibt von Dr. Gutzwiller Peter, nachdem Herrn H. ein „Borderliner“ sei.“ Damit ist eindeutig beweisen, dass Dr. Peter Gutzwiller mit dieser völlig haltlosen Diagnose sein Berufs- und Amtsgeheimnis verletzt hat. In der Einvernahme bei der STAWA vom 20.11.2007, behauptet Dr. Peter Gutzwiller wahrheitswidrig, er sei in den anfangs 2006 anberaumten zwei Elterngesprächen selbst Zeuge angeblich „aggressiven Verhaltens und massiver Drohungen des Anzeigestellers“, dass er sich veranlasst sah, ein Gespräch abzubrechen. In Tat und Wahrheit war der Anzeigesteller zu keiner Zeit aggressiv und hat nie „massive Drohungen“ geäussert. Es gibt keinerlei Beweise, die belegen, dass der Anzeigesteller jemandem gedroht haben könnte. Wenn der Anzeigesteller während der beiden Elterngespräche tatsächlich „massive Drohungen“ ausgestossen hätte, wäre dieser von Rektorin Gaby Jenö sofort freigestellt worden und die angeblichen Drohungen wären unmittelbar in einer Aktennotiz festgehalten worden. Auch wären diese angeblichen Drohungen in ihrem Wortlaut in Thomas Baerlochers Protokoll vom 28.6.06 festgehalten worden. Auch in der Freistellungsverfügung (undatiert) von Gaby Jenö werden keine „massiven Drohungen gegen über den Eltern“ erwähnt. Im zweiten Elterngespräch hatte der Anzeigesteller anhand der Strafaufgabe einer Schülerin deren Mutter als Lügnerin entlarvt, worauf Dr. Peter Gutzwiller das Gespräch abbrach. An Stelle eines kompetenten Coaching hat Dr. Peter Gutzwiller den Anzeigesteller völlig haltlos als selbst- und fremdgefährlichen Lehrer diffamiert und damit die gravierenden und drastischen Entwicklung der späteren Ereignisse vorgespurt. Selbst anlässlich der Akteneinsicht vom 24.10.06 bei Dr. Peter Gutzwiller, zeigt der Anzeigesteller keine Spur von Aggressivität. In der Tonaufzeichnung, die von Dr. Peter Gutzwiller ausdrücklich genehmigt wurde, liest Dr. Peter Gutzwiller aus seinen Akten vor. Er erwähnt zwar den Ausdruck „Mobbing“ aber von angeblich „massiven Drohungen“ ist kein einziges Mal die Rede. Mit seinem böswilligen Doppelspiel hat Dr. Gutzwiller das Vertrauen des Anzeigestellers und damit sein Berufsgeheimnis verletzt, sein Amt missbraucht und den Anzeigesteller mit seinen falschen Anschuldigungen massiv diskreditiert. Damit ist der objektive Tatbestand der falschen Anschuldigung und des Amtsmissbrauchs eindeutig erfüllt.

Beweis: CD 1, Track 8

Tatsächliches zu Gaby Jenö

Amtsmissbrauch

Falsche Anschuldigung

Irreführung der Rechtspflege

Nötigung

Üble Nachtrede

Unrechtmässig ist der Einsatz der Amtsgewalt dann, wenn der Amtsträger mit Zwang verbundene Verfügungen, Anordnungen oder Massnahmen aus unsachlichen Beweggründen trifft. Den Tatbestand erfüllt ferner, wer zwar legitime Zwecke verfolgt, diese jedoch mit krass unverhältnismässigen Mitteln durchsetzt. Es ist aktenkundig, dass die OS Rektorin den Anzeigesteller mit zahlreichen unverhältnismässigen Mitteln aus unsachlichen Beweggründen in die Arbeitslosigkeit getrieben hat. Anlässlich ihrer Strafanzeige behauptet Gaby Jenö, der Anzeigesteller hätte diverse Drohungen mündlich sowie per E-Mail an diverse Personen ausgesprochen. Da in Wirklichkeit kein einziges Mail mit einer angeblichen Drohung existiert, ist mit der unwahren Behauptung von Gaby Jenö der objektive Tatbestand der falschen Anschuldigung eindeutig erfüllt.

Beweis: Anzeigerapport vom 11.8.06

Dass sich Gaby Jenö bedroht fühlt, wenn der Anzeigesteller seiner Teamkollegin Claudia Gass gegenüber vertraulich erwähnt, er habe gelesen, dass Günther Tschanun das spektakulärste Mobbingopfer der Schweiz sei, verweist eindeutig auf eine gestörte subjektive Wahrnehmung der Anstellungsbehörde. Folglich ist der objektive Tatbestand der angezeigten „Drohung“ in keinerlei Art und Weise erfüllt. Ihre Behauptung, der Anzeigesteller hätte sich mit Günther Tschanun verglichen, stützt sich auf ein hinterhältiges Gerücht, welches von Claudia Gass und Marianna Arquint vorsätzlich in die Welt gesetzt wurde. Mit ihrer arglistigen Strafanzeige missbraucht Gaby Jenö das Strafrecht zur Diffamierung des Gegners. In ihrer Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft gibt sie selber zu, dass der Anzeigesteller sie nie bedroht habe.

Wenn die beiden Staatsfunktionäre Jenö und Baerlocher den Anzeigesteller bei der Vormundschaftsbehörde nicht der akuten Selbst- und Fremdgefährdung bezichtigt hätten, wäre dieser nie auf die Idee gekommen, zu diesem Thema im Internet zu recherchieren und hätte folglich auch nie den Namen von Güther Tschanun mit „Mobbing“ in Verbindung gebracht. Dass der Anzeigesteller seine Teamkollegin Claudia Gass und den angeblich unabhängigen Inspektionspräsidenten Peter Grossniklaus über seine Recherchen im Internet informierte, ist objektiv nachvollziehbar. Einen langjährigen Mitarbeiter grundlos als selbst- und fremdgefährlich zu bezeichnen und ihn anschliessend wegen angeblicher „massiver Drohung“ bei der Strafverfolgungsbehörde zu denunzieren, ist arglistig und bösartig. Gaby Jenö hat mit ihren zahlreichen Schreiben und Aktivitäten ein Klima der Angst und der Hysterie geschaffen. Mit ihrer unrechtmässigen Kündigung hat sie dem Anzeigesteller vorsätzlich eine psychische Notlage aufgezwungen. Bis auf den heutigen Tag ist sie ihrer Pflicht, dem Anzeigesteller ein anständiges Arbeitszeugnis zu erstellen, in keiner Weise nachgekommen. All die genannten Fakten erfüllen eindeutig den objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs. Jenö hat ohne jeglichen Beweis eine Strafanzeige gegen den Anzeigesteller eingereicht und damit die Rechtpflege vorsätzlich in die Irre geführt. Offensichtlich hat Jenö mit der Realisierung ihrer Strafanzeige beabsichtigt, einen rein subjektiven in einen angeblich objektiven Tatbestand umzuwandeln. Ihre Anzeige ist daher ausschliesslich taktischer Natur. Damit fehlt der objektive Tatbestand vollständig. Mit der Realisierung ihrer arglistigen Strafanzeige vergleicht Gaby Jenö den Anzeigesteller nicht nur mit dem Mobbingopfer Tschanun, sondern auch vorsätzlich mit dem Amokläufer Tschanun. Damit ist der Tatbestand der üblen Nachrede eindeutig erfüllt. Dr. Rolf Jucker hat dazu fristgerecht eine Privatklage eingereicht. Gaby Jenö hat mit ihren zahlreichen versteckten Diffamierungen und ihrem aktenkundigen Versuch, den Anzeigesteller fristlos zu entlassen, der Psyche des Anzeigesteller schwer zugesetzt. Aus diesem Grund hat die Staatsanwaltschaft dringend Anklage gegen Gaby Jenö zu erheben.

Tatsächliches zu Thomas Baerlocher

Amtsmissbrauch

Nötigung

Falsche Anschuldigung

Das Schreiben von Thomas Baerlocher vom 7.7.06 an die Vormundschaftsbehörde erfüllt eindeutig den objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs und der versuchten Nötigung.

Einen völlig gesunden Menschen über den Amtsweg zu pathologisieren und zu psychiatrisieren und ihm dabei seine Selbstkompetenz abzusprechen, grenzt an schwere Körperverletzung. Die unwahren Behauptungen Baerlochers haben zur Folge, dass auch die Vormundschaftsbehörde den Anzeigesteller mit einem Schreiben massiv unter Druck gesetzt hat. Baerlocher wahrheitswidriges Schreiben diffamiert den Anzeigesteller vorsätzlich und verfolgt nur ein Ziel, nämlich die rechtswidrige Zwangseinweisung des Anzeigestellers in eine psychiatrische Klinik. Wörtlich schreibt Baerlocher:

„Die Indizien deuten auf eine sehr hohes Bedrohungspotential gegen sich selbst, aber auch gegenüber seiner Umgebung: Aussagen über Suizid und Bedrohungen gegenüber den vorgesetzten Stellen zeigen dies auf. Dringendes, ärztliches Handeln ist aus unserer Sicht angesagt.“

Beweis: Schreiben Baerlochers an Vormundschaftsbehörde vom 7.7.06

Mit dem Schreiben vom 7.7.06 erweckt Baerlocher bei der Vormundschaftsbehörde den Eindruck, der Anzeigesteller sei unzurechnungsfähig. Damit ist der objektive Tatbestand der falschen Anschuldigung erfüllt.

Beweis: Schreiben der Vormundschaftsbehörde vom 12.6.06

„Von Ihrem Arbeitgeber ist bei und die Meldung eingegangen, dass sie aus gesundheitlichen Gründen angeblich Ihre Angelegenheiten nicht mehr selber regeln können.“

In seiner Einvernahme kann Thomas Baerlocher seine unwahre Behauptung, der Anzeigesteller hätte behördlichen Weisungen nicht Folge geleistet, nicht beweisen. Es ist aktenkundig, dass das Appellationsgericht in seinem Urteil vom 18.12.07 eindeutig festgestellt hat, dass weder die Einladung des Amtsarztes, noch die mündliche Mitteilung von Gaby Jenö als Weisung zu verstehen waren. Freimütig bestätigt Baerlocher aber, dass es allen darum gegangen sei, dass der Anzeigesteller sich freiwillig mit seiner psychischen Verfassung auseinandersetze. Damit gibt Baerlocher zu, dass die Beteiligten vorsätzlich beabsichtigten, den Anzeigesteller psychisch massiv unter Druck zu setzen, um diesen zu einer psychiatrischen Begutachtung zu nötigen. Da der Anzeigesteller völlig gesund ist und nur durch die von Gaby Jenö rechtswidrig verfügte Freistellung an der Verrichtung seiner Aufgaben und Pflichten gehindert wird, hat der Anzeigesteller das Recht, einen Gutachter seiner eigenen Wahl zu konsultieren. Alles andere ist widerrechtlich und strafrechtlich relevant.

Tatsächliches zu Hans Georg Signer

Amtsmissbrauch

Nötigung

Falsche Anschuldigung

Hans Georg Signer hat den Anzeigesteller kurz nach den Übergriffen des Notfallpsychiaters Dr. Markus Spieler telefonisch kontaktiert. Signer hat sich weder vor diesem Telefonat, noch nach diesem Telefonat nach dem Wohlbefinden des Anzeigesteller erkundigt. Es ist davon auszugehen, dass Dr. Markus Spieler nach dem Verlassen der Wohnung des Anzeigestellers, Signer mittels Handy über das Ende des Gesprächs informiert hatte. Das Timing stimmte auf jeden Fall haargenau. Signer erwischte den Anzeigesteller bei seinem Anruf genau zum „richtigen“ Zeitpunkt. Dr. Markus Spieler hatte dem Anzeigesteller kurz vorher glaubhaft versichert, dass er diesen zwangsweise in eine psychiatrischen Klinik einweisen werde. Dies dürfte wahrscheinlich auch der Grund sein, weshalb der Anzeigesteller beim Telefonat mit Hans Georg Signer einen angeblich „aufgewühlten und verzweifelten Eindruck“ hinterlassen haben soll. Signer hat den Anzeigesteller zu keinem Zeitpunkt ernst genommen, sondern diesen mit seinen tendenziösen Schreiben konsequent in die Mühlen der Justiz und der Psychiatrie getrieben. Damit hat Signer die Eskalation der Ereignisse nachweislich vorsätzlich vorangetrieben. Aufgrund eines persönlichen Gesprächs mit dem Anzeigesteller vom 7.7.06 sah Signer im Anzeigesteller ursprünglich „wenig bis gar keine Gefahr“.

Beweis: Notiz von Annette Merz, 27.7.06

Der von Signer erwähnte „fürsorgerische Aspekt“ ist unglaubwürdig und als reine Schutzbehauptung zu werten. In Wirklichkeit beabsichtigte Signer den Anzeigesteller zu nötigen, die schwere Pflichtverletzung zu begehen, sich rechtswidrig krankschreiben zu lassen. In der Einvernahme gibt Signer sogar selber zu, dass er mehrmals versucht habe, den Anzeigesteller zu „motivieren, sich in ärztliche Abklärung zu begeben“. Das intransparente Vorgehen von Signer steht im vollen Gegensatz zu den im Personalgesetz erwähnten Werte wie Offenheit, Vertrauen und Fairness. Damit ist der Tatbestand des Amtsmissbrauchs und der Nötigung eindeutig erfüllt.

Es ist aktenkundig, dass der Anzeigesteller Hans Georg Signer immer wieder mittels E-Mail auffordern musste, die ihm vorenthaltenen Akten nachzuliefern. Auf Bitten des Anzeigestellers liefert Signer die ausstehenden Mails zwar nach, dokumentierte damit aber auch, dass er dem Anzeigesteller vorsätzlich gewisse heikle Dokumente vorenthalten wollte. In der Einvernahme behauptet Signer, der Anzeigesteller habe die von ihm erwähnten Dokumente erst zu einem späteren Zeitpunkt als solche identifiziert, von denen er eine Kopie haben wollte. Diese wahrheitswidrige Schutzbehauptung soll die Tatsache verschleiern, dass der Anzeigesteller von Anfang an vollständige Akteneinsicht verlangt hatte, diese aber von Signer nur unzureichend gewährt wurde. Auf Grund dieser Fakten ist der Tatbestand des Amtsmissbrauchs erneut eindeutig bewiesen.

Beweis: E-Mails vom 2.10.06 und 3.10.06

Hans Georg Signer ist kein direkter Vorgesetzter des Anzeigestellers und damit nicht befugt, dem Anzeigesteller Weisungen zu erteilen. Die aggressiven und beleidigenden Schreiben der drei Mütter unterstehen keineswegs dem Datenschutz. Es hätte eindeutig zur Fürsorgepflicht von Hans Georg Signer gehört, den Anzeigesteller gegen die haltlosen Anwürfe und Diffamierungen der drei Mütter zu schützen. Signers rechtswidrige Anweisung betr. Umgang mit Akten lässt sich in keinerlei Weise mit dem Datenschutz rechtfertigen und ist daher eindeutig als vorsätzliche Nötigung zu taxieren. Hätte Signer sich tatsächlich um den Anzeigesteller gesorgt, hätte er als Ressortleiter zumindest die haltlosen und polemischen Schreiben der drei linken Mütter in Frage gestellt.

Mit seinem Brief an die Staatsanwaltschaft untermauert Signer die Verleumdungen seiner Mitarbeiterin Gaby Jenö. Damit diskreditiert er den Anzeigesteller ebenfalls als gefährliche Person. Demzufolge ist der Tatbestand der falschen Anschuldigung eindeutig erfüllt.

Tatsächliches zu Dr. Marc Meier

Amtsmissbrauch

Nötigung

Falsche Anschuldigung

In der Einvernahme behauptet Dr. Meier, er habe nie die Absicht gehabt, dem Anzeigesteller die Akteneinsicht zu verweigern. Diese wahrheitswidrige Behauptung wird mit dem Tondokument auf CD 2 mehrfach wiederlegt. Dr. Marc Meier hat der Tonaufzeichnung zugestimmt, daher muss dieses Beweisstück zur Findung der objektiven Wahrheit ohne Vorbehalt zugelassen werden. Das Tondokument beweist, dass Dr. Marc Meier mehrere Male dem Anzeigesteller konsequent die Akteneinsicht verweigert hat. Seine konsequente unrechtmässige Haltung erfüllt eindeutig den objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs.

Beweis: CD 2, Tracks 2, 6, 10, 13, 15

Aufgrund der versteckten Diffamierungen der Täterschaft wurde unter der Mitwirkung von Dr. Marc Meier ein Bedrohungsszenario konstruiert, welches für den Anzeigesteller zum ultimativen Albtraumerlebnis werden sollte. Meier gibt in der Einvernahme zu, dass der objektive Tatbestand für seine eingeleiteten Massnahmen offenbar vollständig fehlte. Er gibt zu Protokoll, dass der Anzeigesteller angeblich von verschiedenen Personen „als bedrohlich empfunden“ wurde. Obwohl der Anzeigesteller zwei Telefongespräche mit Meier geführt hatte, liess sich dieser nicht davon abbringen, den Verlauf der Ereignisse vorsätzlich eskalieren zu lassen. Die zahlreichen Schreiben von Dr. Marc Meier ermöglichten es, dass der Anzeigesteller von einem übergriffigen Notfallpsychiater in seinen eigenen vier Wänden belästigt werden konnte.

Beweis: Schreiben vom 11.8.06 an den FFE-Piket Basel-Land:

„Aus meiner Einschätzung der Situation und angesichts der möglichen Bedrohung ist deshalb ein akuter Bedarf einer psychiatrischen Abklärung gegeben, falls nötig mittels FFE.“

Der Hinweis „mittels FFE“ ist offensichtlich das Signal an den Notfallpsychiater, den Anzeigesteller möglichst intensiv zu provozieren. Auf seiner Einladung zur vertrauensärztlichen Untersuchung vermerkt Meier vorsätzlich eine Bestimmung aus dem Personalgesetz um seiner Einladung den nötigen Nachdruck zu verleihen. Auf diese Weise beabsichtigt er, den Anzeigesteller zusätzlich einzuschüchtern. Der objektive Tatbestand der versuchten Nötigung ist damit eindeutig erfüllt.

Tatsächliches zu Dr. Markus Spieler

Amtsmissbrauch

Nötigung

Falsche Anschuldigung

Obwohl sich der Anzeigesteller im Gespräch mit Dr. Markus Spieler immer korrekt und ruhig verhalten hatte, teilte der Psychiater dem Anzeigesteller am Ende des Gesprächs überraschenderweise mit, dass er diesen in einer psychiatrischen Klinik hospitalisieren werde. Damit ist der objektive Tatbestand der versuchten Nötigung erfüllt.

Beweis: CD 1, Track 14

Obwohl sich der Anzeigesteller im Gespräch mit Spieler deutlich von den Taten Tschanuns distanzierte, schreibt Dr. Markus Spieler in seinem Bericht, der Anzeigesteller habe sich mit Tschanun „identifiziert“. Damit beschuldigt Spieler den Anzeigesteller ein potentieller Amokläufer zu sein und erfüllt damit den Tatbestand der falschen Anschuldigung.

Beweis: CD 1, Track 12

Da der Anzeigesteller gerade am Aufnehmen eines Songs war, als dieser von Notfallpsychiater Dr. Markus Spielmann bei sich zu Hause belästigt wurde, ergab es sich, dass die gesamte psychiatrische Exploration zufälligerweise vollständig aufgezeichnet wurde. Die Aufzeichnung des Gesprächs zeigt schonungslos, wie der Notfallpsychiater seine Berufsethik total pervertiert und vorsätzlich versucht, einem völlig gesunden Menschen in einen psychisch kranken Menschen zu verwandeln. Das arglistige Vorgehen von Dr. Markus Spieler erfüllt damit eindeutig den objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs.

Beweis: CD 1, Track 9-14

Die unbeabsichtigt entstandene Tonaufzeichnung dokumentiert, dass der Anzeigesteller auch in einer bedrohlichen Situation immer Humor zeigte, nie aggressiv wurde, nie Drohungen äusserte und nie ausrastete. Es beweist auch eindeutig, dass der Anzeigesteller keineswegs unter einem angeblichem „Verfolgungswahn“ leidet, sondern offensichtlich von diversen Staatsfunktionären mit allen Mitteln vorsätzlich in den Wahnsinn getrieben werden sollte.

Aufgrund dieser Fakten ist die Behauptung Spielers, dass es sich um eine normale psychiatrische Exploration gehandelt habe, als wahrheitswidrige Schutzbehauptung zu taxieren. Mit der Weiterleitung seines tendenziösen Berichts an Staatsanwalt Dr. Thomas Homberger hat Dr. Markus Spieler zudem seine Berufsschweigepflicht massiv verletzt. Dies hätte auch Staatsanwältin Eva Eichenberger auffallen müssen, die von Amtes verpflichtet gewesen wäre, dieses Offizialdelikt strafrechtlich zu verfolgen. Dr. Markus Spieler gibt in der Einvernahme selber zu, dass primär die Bewegungsfreiheit des Anzeigestellers mittels FFE eingeschränkt werden sollte. Mit seinen übergriffigen Fragen hat Dr. Markus Spieler den Anzeigesteller vorsätzlich unter massiven psychischen Druck gesetzt. Dass Spieler seine Vorgehensweise in der Einvernahme als „absolut professionell“ bezeichnet, zeigt wie bösartig und menschenverachtend dieser Psychiater sein Amt vorsätzlich missbraucht hat. Um sein arglistiges Vorgehen zu vertuschen, versucht Dr. Markus Spieler in seinem Bericht dem Anzeigesteller einen „Verfolgungswahn“ anzudichten. Diese Vorgehensweise ist in höchstem Masse bedenklich und sollte mit einem lebenslänglichen Berufsverbot geahndet werden.

Verfahrenskosten:

Der Anzeigesteller hat weder ein strafprozessual vorwerfbares Verhalten veranlasst, noch erschwert. Der Anzeigesteller hat seine Rechte nach Treu und Glauben wahrgenommen. Demzufolge hat der Staat oder die Täterschaft die allfälligen Kosten zu tragen.

Rechtsbegehren:

Der Rekurs des Anzeigestellers soll von der Rekurskammer des Strafgerichts gutgeheissen werden und die Staatsanwaltschaft soll Anklage gegen die Täterschaft erheben. Der Anzeigesteller liefert genügend stichhaltige Indizien und Beweise zur Anklageerhebung.


Der Anzeigesteller

Dr. med. Daniel Fasnacht - Psychiater bei der kantonalen IV-Stelle

Obwohl zahlreiche Strafanzeigen gegen OS-Rektorin Gaby Jenö und ihre Genossinnen und Genossen bei der Rekurskammer des Basler Strafgerichts hängig sind, erfrechte sich die OS-Rektorin die verfassungsrechtlichen Grundrechte von Lehrer H. zu missachten und diesen zu einem Psychiater ihrer Wahl zu verpflichten. Natürlich informierte sie Lehrer H. nicht darüber, dass Dr. med. Daniel Fasnacht als Psychiater eng mit der IV-Stelle Basel-Stadt zusammenarbeitet. Offensichtlich soll Dr. med. Daniel Fasnacht als angeblich "unabhängiger" Psychiater das Lügengebäude der Genossinnen und Genossen bestätigen und mit einem psychiatrischen Gutachten untermauern, dass Lehrer H. arbeitsunfähig sei. In Wirklichkeit würde sich Lehrer H. riesig freuen, wenn er endlich seine Tätigkeit als Lehrkraft wieder aufnehmen könnte. Als beliebter und engagierter Lehrer, der nicht dem linken Umfeld zugerechnet werden möchte, bedroht dieser offensichtlich die Machenschaften einer linken Gruppierung, welche die Verwaltung im Kanton Basel-Stadt seit Jahren unterwandert. Da Lehrer H. zur Zeit seine wohlverdienten Sommerferien geniesst, kann er der Weisung seiner Chefin, sich vom bestellten IV-Psychiater begutachten zu lassen, leider nicht Folge leisten. Lehrer H. sieht einer allfälligen Kündigung gelassen entgegen. Er ist nicht bereit, auf seine Grundrechte zu verzichten, nur weil seine Chefin "bürokratischen Amok" läuft.

Dr. med. Eric Odenheimer - Stellvertretender Kantonsarzt Basel-Stadt

Rektorin Gaby Jenö hat Lehrer H. mit Schreiben vom 26.3.08 unter Androhung der Kündigung genötigt, sich einer amtsärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Aus Angst, seine Anstellung zu verlieren, hat Lehrer H. dem Druck nachgegeben und diese "Untersuchung" am 14.4.08 von 14.00-15.30 Uhr absolviert. Dr. med. Eric Odenheimer hat die Untersuchung durchgeführt und ohne zu zögern, das psychiatrische Gutachten von Dr. med. Piet Westdijk kurzerhand für ungültig erklärt. Lehrer H. hat während der "medizinischen Untersuchung" deutlich gemacht, dass er seinen Beruf sehr liebe und nach den Sommerferien gerne wieder seine Arbeit aufnehmen möchte. Lehrer H. hat auch versichert, dass er völlig gesund sei und keinen Groll gegen seine Chefin habe. Obwohl sich Lehrer H. äusserst kooperativ zeigte, versuchte Dr. med. Odenheimer Lehrer H. dazu überreden, sich erneut psychiatrisch begutachten zu lassen.

Herr Dr. med. Odenheimer ist offensichtlich entgangen, dass die aktenkundigen psychiatrischen Abklärungen von Dr. med. Markus Spieler und Dr. med. Piet Westdijk eindeutig beweisen, dass Lehrer H. völlig gesund ist. Dr. med. Markus Spieler schreibt in seinem Bericht:

"Im Gespräch selber zeigt sich der Patient kooperativ, stellt überraschend nüchtern die Kränkungen dar, welche er in den letzten 6 Jahren an der Schule erlitten hat, stellt seine grundlegenden Vorstellungen über das Lehrersein und den Umgang mit Schülern dar. Diese Beschreibungen sind nachvollziehbar, wirken nicht übertrieben und sind kulturell angemessen. Bewusstsein klar, zeitlich und örtlich orientiert. Merkfähigkeit unauffällig, Zwänge scheinen keine vorzuliegen. Keine Sinnestäuschungen, keine Ich-Störungen. Keine akute Suicidalität."

Leider ignoriert Dr. med. Markus Spieler in seinem Bericht aber vorsätzlich die von Lehrer H. geschilderten Mobbing-Erlebnisse. Die zahlreichen aktenkundigen Mobbing-Hinweise wandelt Dr. Markus Spieler kraft seines Amtes kurzerhand in einen pathologischen "Verfolgungswahn" um. Damit versucht Dr. Markus Spieler dem völlig gesunden, aber politisch unbequemen Lehrer H. vorsätzlich eine psychische Krankheit anzudichten. Herr Dr. Odenheimer dürfte sich während der amtsärztlichen Untersuchung aber selber davon überzeugt haben, dass Lehrer H. keine "Wahnideen" äussert, sondern überraschend nüchtern die unrechtmässigen und aktenkundigen Grenzüberschreitungen der beiden Staatsfunktionäre Gaby Jenö und Thomas Baerlocher auf den Punkt bringt.

Auch Dr. med. Piet Westdjik, der mit Lehrer H. zahlreiche Gespräche geführt hat, kann sich dem Gutachten von Dr. med. Markus Spieler in diesem Punkt nicht anschliessen. Wörtlich schreibt er:

"Es liegt beim Expl. keine eigentliche Psychopathologie vor. Die von Herrn Dr. Spieler dargestellten Beobachtungen entsprechen nicht der von ihm gestellten Diagnose Wahn oder Verfolgungswahn. Wahn ist übrigens keine Diagnose sondern ein Symptom, das sich in verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbildern manifestieren kann. Dies sind folgende Krankheitsbilder: Schizophrenie, anhaltende wahnhafte Störungen, akute vorübergehende psychotische Störungen, eine induzierte wahnhafte Störung, schizoaffektive Störungen. Es wird von Herrn Dr. Spieler keine solche Krankheit erwähnt, nicht einmal als Verdachtsdiagnose. Es liegt also beim Expl. keine psychiatrische Störung im Sinne einer Geisteskrankheit vor. Seine Vorliebe für Selbständigkeit, Freiheit, seine Neigung zu akzentuierten Aussagen, zum Entweder-Oder-Denken dürften von seiner Vorgeschichte geprägt sein, sind aber Persönlichkeitszüge, die vielleicht nicht ganz durchschnittlich sind, die keineswegs aber als pathologisch zu bezeichnen sind."

Die Tatsache, dass das von Dr. med. Piet Westdijk erstellte Gutachten vom Erziehungsdepartement, vom Appellationsgericht und von den Gesundheitsdiensten konsequent nicht akzeptiert wird, entlarvt das "System". Das System ist allerdings real und kann auch mittels herbeigeredeten "Verfolgungswahn" kaum vertuscht werden.

Ohne Zweifel muss eine Staatsverwaltung hierarchisch organisiert sein. Offenheit, Vertrauen und Fairness sollten aber gleichwohl einigermassen gewährleistet werden!

Im übrigen hat Lehrer H. nochmals betont, dass Gaby Jenö ihm die zur Untersuchung notwendigen Entbindungen vom Amts- und Berufsgeheimnis nie zur Unterzeichnung vorgelegt hat. Demzufolge dürfte neben der von Gaby Jenö verfügten Freistellung und Kündigung auch ihre Aufforderung zur amtsärztlichen Untersuchung mit grösster Wahrscheinlichkeit missbräuchlich sein.

Es ist verständlich, dass Lehrer H. sich unter diesen Umständen nicht unbedingt für die Empfehlungen von Herrn Dr. med. Odenheimer begeistern konnte. Dass der von Dr. med. Odenheimer empfohlene Psychiater Dr. Daniel Fasnacht angeblich "unabhängiger" sein soll, als der äusserst kompetente und erfahrene Dr. med. Piet Westdijk, war für Lehrer H. schwer nachvollziehbar.

Dr. Thomas Hug - Erster Staatsanwalt im Kanton Basel-Stadt

Auch der Erste Staatsanwalt von Basel-Stadt Dr. Thomas Hug vertritt im aktuellen Mobbing-Skandal des Basler Erziehungsdepartements die Sicht der Exekutive. In seinem Schreiben vom 15.5.08 bezieht er sich auf die zahlreichen Strafanzeigen, die Lehrer H. gegen seine Vorgesetzte eingereicht hat. Unter anderem schreibt er:

"Die von Ihnen zur Anzeige gebrachten Sachverhalte sind eingehend auf das Vorliegen strafrechtlich relevanter Umstände bzw. eines hinreichenden Tatverdachts geprüft worden. Im vorliegenden Fall konnten keine Anhaltspunkte festgestellt werden, welche die Einleitung einer Strafuntersuchung gerechtfertigt hätten."

Wenn man den Ersten Staatsanwalt Dr. Thomas Hug ernst nehmen würde, käme man zur Überzeugung, dass ...

Gaby Jenö keinen Amtsmissbrauch begangen habe, obwohl sie Lehrer H. mit ihrer unrechtmässigen Kündigung nachweislich in die Arbeitslosigkeit getrieben hat.

Gaby Jenö keine falschen Anschuldigungen getätigt habe, obwohl sie Lehrer H. aktenkundig als angeblich potentiellen Selbstmörder und Amokläufer dargestellt hat und ihm schliesslich wegen nachweislich nie geäusserten angeblichen Drohungen ein Strafverfahren aufgezwungen hat.

Gaby Jenö die Rechtspflege nicht irregeführt habe, obwohl sie nachweislich aus ihrer "subjektiven Wahrnehmung" vorsätzlich einen "objektiven Tatbestand" konstruiert hat.

Gaby Jenö keine Amtsanmassung begangen habe, obwohl sie von Lehrer H. nachweislich ein psychiatrisches Gutachten verlangt hat, laut Personalgesetz aber höchstens das Recht hat, Mitarbeiter zu einer vertrauensärztlichen Untersuchung zu verpflichten.

Gaby Jenö keine Nötigung begangen habe, obwohl sie Lehrer H. nachweislich mit zwei Kündigungsandrohungen gezwungen hat, einer vertrauensärztlichen Untersuchung zuzustimmen und auf seine Meinungsfreiheit zu verzichten.

Gaby Jenö keine üble Nachrede begangen habe, obwohl sie Lehrer H. mittels ihrer "subjektiven Wahrnehmungen" und ihrer strategischen Strafanzeige vorsätzlich das Profil eines potentiellen Selbstmörders und Amokläufers verpasst hat.

Gaby Jenö keine Drohung getätigt habe, obwohl sie Lehrer H. nachweislich mit zwei Kündigungsandrohungen in Angst und Schrecken versetzt hat.

Gaby Jenö keine Verleumdung begangen habe, obwohl sie nachweislich an Drittpersonen weitergegeben hat, dass Lehrer H. in seinem Weblog angeblich den Arbeitgeber Basel-Stadt verunglimpft haben soll.

Gaby Jenö kein falsches Zeugnis abgegeben habe, als sie während der Verhandlung vor Appellationsgericht nachweislich behauptet hat, Lehrer H. habe verschiedene Termine des Vertrauensarztes nicht wahrgenommen.

Gaby Jenö keine einfache Körperverletzung begangen habe, obwohl sie Lehrer H. mit ihren unrechtmässigen Handlungen laut einem psychiatrischen Gutachten schwerste psychische Verletzungen zugefügt hat.

Als Erster Anwalt des Staates hat Dr. Thomas Hug ausschliesslich die Interessen des Staates zu vertreten. Aber auch seine Macht ist endlich. Laut der neuen Verfassung des Kanton Basel-Stadt soll die Gewaltenteilung angeblich immer noch existieren. Lehrer H. hat sich nichts vorzuwerfen. Er ist ein gradliniger und konsequenter Lehrer, der nicht nach ideologischen Kriterien unterrichtet, sondern mittels Herz, Kopf und Hand die Schülerinnen und Schüler nach bestem Wissen und Gewissen fordert und fördert. Dass sich Gaby Jenö dadurch bedroht fühlt, ist nicht das Problem von Lehrer H.!

Dr. med. Markus Spieler - Notfallpsychiater

Lehrer H. hat mir vor etwa einem Jahr eine CD zugeschickt, die in ihrer Brisanz absolut gravierend ist. Auf der CD ist zu hören wie Lehrer H. Klavier spielt und dazu singt. Plötzlich läutet es an seiner Haustüre, Lehrer H. bricht sein Klavierspiel ab und öffnet die Tür. Polizist Daniel Aebersold und Notfallpsychiater Dr. Markus Spieler betreten die Wohnung von Lehrer H.. Nach der Aufnahme der Personalien nimmt Dr. Markus Spieler Lehrer H. in die Zange. Polizist Daniel Aebersold hält sich bereit, falls Lehrer H. ausrastet. Die Analyse dieses Tondokuments ist erschütternd. Ein Notfallpsychiater pervertiert offensichtlich seine Aufgabe in einer menschenverachtenden Art und Weise. Statt Lehrer H. zu helfen, versucht Dr. Markus Spieler Lehrer H. vorsätzlich in die Ecke zu treiben. Zum Glück bleibt aber Lehrer H. immer ruhig und korrekt und lässt sich von Dr. Markus Spieler nicht provozieren.

Das rein zufällig entstandene Tondokument entlarvt die Doppeldeutigkeit des Fachterminus „Krisenintervention“.

Es muss davon ausgegangen werden, dass Notfallpsychiater Dr. Markus Spieler den Auftrag erhalten hatte, Lehrer H. zu nötigen, einer Einweisung in eine psychiatrische Klinik zuzustimmen. Dies wird auch aus dem Bericht Dr. Markus Spielers an Staatsanwalt Dr. Thomas Homberger ersichtlich. Völlig aus der Luft gegriffen behauptet Dr. Markus Spieler darin, Lehrer H. habe sich mit Günther Tschanun „identifiziert“ und leide sowohl an einem „Verfolgungswahn“ und als auch an einer „Anpassungsstörung“. Aufgrund dieser nachweislich falschen Anschuldigungen erstattete Lehrer H. ein halbes Jahr später Strafanzeige wegen Amtsmissbrauch, Nötigung und falscher Anschuldigung. Staatsanwältin Eva Eichenberger stellte das Verfahren gegen Dr. Markus Spieler allerdings ein und machte kurzerhand den leidgeprüften Lehrer H. zum Täter. In ihrem Einstellungsbeschluss macht sie kurzerhand den Bock zum Gärtner:

„Es versteht sich von selbst, dass dieses Vorgehen Dr. Spielers nicht ansatzweise in die Nähe der ihm von H. angelasteten Delikte rückt. Sein Verhalten ist derart weit von jeder strafrechtlichen Relevanz entfernt, dass die Anzeige des H. als rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden muss.“

Offensichtlich war Staatsanwältin Eva Eichenberger völlig klar, mit welchen Absichten Notfallpsychiater Dr. Markus Spieler Lehrer H. zu belästigen hatte. Nur so ist es zu erklären, dass die Staatsanwältin den ominösen Notfallpsychiater derart ungeschoren davonkommen lässt. Die CD beweist, dass sich Lehrer H. mit viel Humor und unendlicher Geduld von Dr. Markus Spielers Provokationen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Erst als der Notfallpsychiater Lehrer H. jegliche Selbstkompetenz abspricht, hat Lehrer H. keine Lust mehr, das Gespräch weiterzuführen. Krisenintervention oder Krisenprovokation? Entscheiden Sie selber! Hier ist die leicht gekürzte Fassung dieses brisanten Tondokuments:

Lehrer H.: Man macht alles Mögliche gegen mich, damit ich ausgebrannt werde.

Spieler: Also Mobbing?

Lehrer H.: Ja.

Spieler: Wie wird denn das gemacht gegen Sie?

Lehrer H.: Das beginnt damit, dass ein paar Eltern die ganze Zeit „action“ gegen mich machen, dann bekommt man keinen Rückhalt von der Schulhausleitung, dann wird „action“ gemacht von der Schulhausleitung und man bekommt keinen Rückhalt von der Schulleitung, dann wird „action“ gemacht vom Schulpsychologen und dann bekommt man von gar niemandem mehr Rückhalt. Dann wird noch „action“ gemacht vom Personalchef, dann ist es sowieso vorbei. Und dann kommt man in eine Verfügung hinein, wo man dann nicht mehr Schule geben darf.

Spieler: Wann wurde die Verfügung ausgesprochen?

Lehrer H.: Am Dienstag habe ich sie bekommen per Post und jetzt muss ich sehr pressieren, dass ich etwas dagegen unternehmen kann. Ich habe 10 Tage Zeit.

Spieler: Gegen was müssen sie rekurrieren?

Lehrer H.: Zuerst gegen den Beschluss der Inspektion, die haben das abgesegnet, ohne mich anzuhören, dann gegen die aufschiebende Wirkung und gegen die Verfügung.

Spieler: Haben Sie einen Anwalt?

Lehrer H.: Ich habe jetzt einen Anwalt. Aber den Namen muss ich Ihnen ja nicht sagen, oder?

Spieler: Nein, das ist nicht nötig. Ich muss einfach ein wenig erfahren, was auf Ihrer Seite los ist. Ich habe jetzt gerade den Eindruck gehabt, das alles bringt sie ziemlich in Stress hinein.

Lehrer H.: Das bringt mich grausam in Stress hinein, das muss ich ganz ehrlich sagen.

Spieler: Und wie äussert sich das bei Ihnen, dieser Stress?

Lehrer H.: Nervosität, manchmal Zittern, Bauchschmerzen, Kraftverschleiss, manchmal kann ich nicht so gut schlafen, es ist jetzt zwar wieder besser, aber dann kommen immer wieder neue Überraschungen! Polizisten, die nachts um 22.00 Uhr an der Haustüre läuten, Polizisten, die am Morgen früh läuten, wenn man schläft, das ist alles auch nicht gut für den Schlaf. Aber ich nehme das alles mit Humor, sie sehen das, oder?

Spieler: Sie versuchen es, mit Humor zu nehmen.

Lehrer H.: Sie wollen mich provozieren.

Spieler: Ich muss Sie auch provozieren. Sie sind glaube ich im Moment nicht so, wie Sie normalerweise sind, locker?

Lehrer H.: Doch, sehr locker.

Spieler: Ach, was!

Lehrer H.: Sie wollen mich provozieren.

Spieler: Ich muss natürlich auch schauen, oder.

Lehrer H.: (lacht)

Spieler: Der Umstand, in dem Sie drin sind, ist ja auch nicht gerade einfach, oder?

Lehrer H.: Es ist ein Scheiss-Umstand. 6 Wochen von meinem Leben ...

Spieler: Hat das in den letzten sechs Wochen stattgefunden?

Lehrer H.: Dienstag vor den Ferien, hat man mir das angedroht mit dieser Verfügung, ich durfte dann aber noch zwei Tage Schule geben. Wenn ich doch so eine Gefahr für die Umwelt wäre, hätte man mich ja gar nicht mehr Schule geben lassen dürfen. Da ist ein Widerspruch. Dieser Widerspruch muss mir irgend jemand mal erklären.

Spieler: Was wirft man ihnen vor?

Lehrer H.: Dass ich angeblich Drohungen ausgesprochen haben soll und dass ich gewalttätig sei und weiss ich was für Scheiss ... ich gehe sämtlicher Gewalt aus dem Weg, ich versuche Gewalt zu minimieren, wo es nur geht. Das ist auch mein Auftrag als Lehrer. Aber ich spüre eine unheimliche strukturelle Gewalt im Moment auf mir Lasten, Gewalt wird mit mir betrieben in sämtlichen Formen bis zum Exzess im Moment, aber ich bin nicht derjenige der Gewalt ausübt, sondern alle andern üben auf mich Gewalt aus. Auch dieses Setting hier mit einem Polizisten und einem Psychiater, das ist für mich Staatsgewalt. Sie sehen, ich bin ganz ruhig, ganz gelassen und sehr kooperativ.

Spieler: Das finde ich auch toll. Was ist mit der Bedrohung, die Ihnen vorgeworfen wird?

Lehrer H.: Ich habe keine Ahnung. Ich habe gesagt, wenn ihr das durchzieht, das habe ich zur Schulhausleitung gesagt, dann gibt es einen Riesenskandal, ich muss nur noch das Blatt finden, das meine Story veröffentlicht. Die BaZ macht das schon nicht, das ist mir klar. Aber Herr Köppel hat eine neue Zeitung und das habe ich allen Beteiligten gesagt. Wenn man mich zu fest reizt, dann gehe ich entweder an diese Zeitung oder ich schreibe ein Buch im Eigenverlag über diesen ganzen Scheiss.

Spieler: Geht denn diese ganze Geschichte schon länger?

Lehrer H.: Das hat angefangen in meiner ersten Klasse in der 3. OS, mit einer Elternsprecherin, die anonyme Dinge gegen mich vorgebracht hat. Ich wurde auch in Dinge verwickelt, wo ich am Schluss das Gefühl hatte, im falschen Film zu sein. Genau wie jetzt, jetzt bin ich im falschesten Film, in dem ich je war.

Spieler: Wenn sie das schon 6 Jahre ausgehalten haben, ... da braucht man einen starken Rücken.

Lehrer H.: Je mehr man mich fordert, desto stärker werde ich. Was mich nicht umbringt, das macht mich stärker.

Spieler: Sie sind also ein Kämpfer, heisst das?

Lehrer H.: Ja, ich bin ein Kämpfer, und mein Motto, das hat mit Ethik zu tun, das dürfen sie gerne aufschreiben: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu“. Das ist für mich eine Grundregel in der Erziehung. Ich habe unglaublich gelitten in den letzten sechs Wochen.

Spieler: Haben sie denn niemanden, mit dem Sie reden können?

Lehrer H.: Doch, ich habe Kollegen und Freunde mit denen ich reden kann.

Spieler: Und Verwandte haben sie auch noch?

Lehrer H.: Ja, meine Eltern, mit denen habe ich natürlich auch geredet, wusste aber nicht so recht, welche Rolle sie spielten.

Spieler: Inwiefern, was meinen Sie?

Lehrer H.: Ob sie mich auch sozialisieren wollen, ob sie am Sandkastenspiel mitmachen.

Spieler: Ob sie auf der anderen Seite sind, in dem Fall?

Lehrer H.: Ja, ich komme nicht ganz draus.

Spieler: Ist dieses Sandkastenspiel für Sie wie ein System, das Sie austricksen will?

Lehrer H.: Ich weiss es nicht, ich will auch niemandem etwas Böses, vielleicht ist es ein gutes System, wo man mal alles durchüben kann, nur derjenige, der nichts von den Spielregeln weiss, für den ist es ernst. Dann schwappen manchmal auch die Emotionen über.

Spieler: Was passiert dann, wenn die Emotionen überschwappen?

Lehrer H.: Dann werde ich laut. (zeigt ein Blatt zum Thema „Selbstkritik“) Zum Beispiel, wenn man mich anlügt, das vertrage ich überhaupt nicht.

Spieler: Also sie sind jetzt, wenn ich das richtig verstehe, genau in einer solchen Situation, in der alle diese Sachen eintreffen, oder?

Lehrer H.: Da kann man sagen, ja. Und manchmal werde ich laut, ich versuche jetzt nicht laut zu sein, weil sie mich relativ harmlos provozieren.

Spieler: Sie haben schon alles erlebt?

Lehrer H.: Schon ganz anderes. Eltern, die meine Aufführungen kritisieren, oder meine Chefin, die meinen Umgang mit den Kindern kritisiert, Dinge werden kritisiert, die mein Selbstwertgefühl in Frage stellen. 99% sind für mich, aber 1% ist gegen mich, die sind so massiv, dass man das als normaler Mensch fast nicht mehr aushalten kann.

Spieler: Was wird in ihren Aufführungen kritisiert?

Lehrer H.: Dauernd wird mir vorgeworfen „political“ inkorrekt zu sein. Damit wird meine künstlerische Freiheit total tangiert. Ich bin der Meinung, ich habe noch nie eine Grenze überschritten, ich habe alle Theaterstücke aufgenommen und sie können alles anschauen. Im Moment gibt es eine Person, die mich in einem vierseitigen Brief so angreift, dass ich sagen muss, das ist Verhältnisblödsinn. Das ganze ist ein Verhältnisblödsinn, der mir ans Nervenkostüm geht.

Spieler: Dann haben Sie vorher noch gesagt, der Umgang mit Kindern wird Ihnen vorgeworfen.

Lehrer H.: Wenn mich ein Kind provoziert, dann kann ich halt auch mal laut werden, dann klopfe ich mal auf den Tisch und sage jetzt ist Schluss. Ich muss ja schliesslich arbeiten können. Das Schlimmste ist, wenn man dauernd provoziert wird und die anderen Kinder nicht mehr arbeiten können. Da muss ich manchmal die Grenzen aufzeigen, das wird mir dann negativ ausgelegt. Ich möchte meine Kids eigentlich zu mutigen Kindern erziehen. Man muss sich dem Leben stellen. Ich komme aus einem anderen Schulsystem, wo der Klassenlehrer noch eine Funktion gehabt hat. Dann sind die Mediatoren gekommen, dann die Heilpädagogen, dann hat man mir immer mehr Kompetenzen weggenommen. Heute muss ich viel mehr arbeiten und habe viel weniger Kompetenzen. Heute gibt es viel mehr Fachleute, die mir in meine Arbeit hineinreden, was wiederum Konflikte gibt mit diesen Menschen.

Spieler: Sind Sie in der Schule ein Einzelkämpfer?

Lehrer H.: Aufgabenteilung ist mir wichtig. Ich mache gerne das, was ich gut kann, und ich lasse gerne die anderen machen, was die gut können. Ich koordiniere gerne, ich bin gerne derjenige, der sagt, was läuft. Ich füge mich aber total ein in das System, mache alles mit, was man mir befiehlt, aber ich möchte zu allem auch meine Meinung abgeben. Ich möchte auch, dass meine Meinung ernst genommen wird, aber sie wird leider praktisch nie ernst genommen.

Spieler: Wissen sie eigentlich, wieso ich zu Ihnen gerufen wurde?

Lehrer H.: Weil ich angeblich Drohungen ausgestossen haben soll.

Spieler: Was wirft man Ihnen denn vor, was wissen Sie?

Lehrer H.: Ich weiss eigentlich nichts. Es fühlen sich angeblich alle von mir bedroht, aber warum weiss ich eigentlich auch nicht. Sie haben nie mit mir darüber geredet.

Spieler: Wissen Sie, wer das ist, wer sich da bedroht fühlt?

Lehrer H.: Die 4 Frauen. Die zwei aus der Schulhausleitung, Frau Haberthür, Frau Arquint, Frau Sibold, die Klassenlehrerin, mit der ich im Team bin, und Frau Nasdala fühlen sich angeblich bedroht. Das steht so in den Akten. Aber es steht nicht genau, warum „bedroht“.

Spieler: Sie haben diesen Frauen gegenüber nie eine Äusserung gemacht, dass sie sie umbringen wollten oder so?

Lehrer H.: Nein, sicher nicht.

Spieler: Was haben Sie allenfalls gesagt, dass sie sich so bedroht fühlen?

Lehrer H.: Das habe ich schon gesagt, wenn ihr mich fertig machen wollt, gibt es am Schluss einen Riesenskandal, oder ich habe gesagt, ich werde am Schluss einen Anwalt nehmen, dann werdet ihr Probleme bekommen irgend etwas in dieser Art, alles auf dem Rechtsweg.

Spieler: Was Ihnen ja vorgeworfen wird, ist was ich gehört habe, dass Sie gesagt haben, es passiere etwa dasselbe wie mit Tschanun, etwa im Wortlaut.

Lehrer H.: Ich studiere diesen Fall im Moment, ich habe ja jetzt Zeit, ich bin freigestellt, Sie sehen ich habe hier Bücher zum Thema Mobbing, New Public Management, das sind so meine Themen, ich habe das Buch des Schulpsychologen gelesen, ich befasse mich mit all diesen Sachen, und komme zum Schluss, falls Tschanun in der selben Rolle gewesen wäre, wie ich, dann hat er natürlich total falsch gehandelt. Man muss seine Impulse im Griff haben, da bin ich völlig ihrer Meinung, darum lese ich auch da Buch vom Emotionalen Quotienten. Das Buch ist natürlich in Amerika geschrieben worden, die haben andere Verhältnisse, da liegt überall eine Schusswaffe herum, das ist bei uns in der Schweiz auch nicht so.

Spieler: Es hat jeder eine Waffe, der Militärdienst macht, oder?

Lehrer H.: Aber ohne Munition, das wissen Sie selber auch.

Spieler: Hm!

Lehrer H.: Sonst ist es strafbar, wenn einer Munition zu Hause hat, ausser er hat einen Waffenschein.

Spieler: Man hat doch die Notmunition zu Hause.

Lehrer H.: Ja, ja, die Notmunition ist gut verpackt.

Spieler: Ja, das ist gleich, das kann man benutzen.

Lehrer H.: Kann man, aber dazu braucht es viel. Da muss man zuerst auspacken.

Spieler: Wenn man verzweifelt ist.

Lehrer H.: Dann muss man sie reintun, dann muss man durchladen und dann kann man abdrücken. Das sind vier Sachen.

Spieler: Klar, aber man hat zu Hause Munition.

Lehrer H.: In Amerika hat man geladene Waffen im Nachttischchen.

Spieler: Haben Sie eine Waffe?

Lehrer H.: Ich habe eine Waffe.

Spieler: Mehrere?

Lehrer H.: (lacht) Eine, müssen sie das alles wissen als Psychiater?

Spieler: Ja, das muss sich wissen, weil ich Sie letztendlich beurteilen muss.

Lehrer H.: Und da drehen sie mir daraus einen Strick, dass ich eine Waffe habe.

Spieler: Möglicherweise.

Lehrer H.: (lacht) Ich habe nur meine alte Dienstpistole, ein Sammlergegenstand.

Spieler: Und Munition?

Lehrer H.: Keine natürlich.

Polizist: Was ist das für ein Modell?

Lehrer H.: Die alte SIG-Offizierspistole. Ich bin kein Waffennarr. Also irgendwann müssen wir jetzt langsam aufhören, ich habe Ihnen jetzt viel gesagt, oder wollen Sie mich testen, wie lange es geht, bis ich ausflippe?

Spieler: Was müsste ich machen, dass sie ausflippen?

Lehrer H.: Ja einfach zehn Stunden mit mir ein Gespräch machen, dann werfe ich sie irgendwann mal raus.

Spieler: Dann flippe ich wahrscheinlich vorher aus.

Lehrer H.: Ich weiss es nicht. Sie sind geschult, sie kennen die Spielregeln vom Ganzen.

Spieler: Schauen Sie, ich muss beurteilen, da gibt es natürlich Leute, die haben Angst vor ihnen ...

Lehrer H.: Sagen sie mir mal, wer das ist!

Spieler: Das sind die von der Schule, ich weiss nur jemand ...

Lehrer H.: Wer? Frau Jenö?

Spieler: Jenö heisst sie?

Lehrer H.: Ist es die?

Spieler: Ja, ich habe gehört es gebe noch andere, die Angst haben, ich habe gesagt, ich müsse nicht Ordner lesen, ich müsse Sie beurteilen ..

Ich habe gehört, es gebe Leute, die Angst haben vor Ihnen, vor allem wie Sie „Tschanun“ in Zusammenhang gebracht haben mit ihrer Situation und „Tschanun“ ist natürlich ein hoch brisanter Fall. Dann hat es einen grossen Wirbel gegeben gestern, vor allem auch im Zusammenhang, weil sie am Morgen nicht erschienen sind bei Herr Meier und zwar das zweite Mal. Und das war der Punkt, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Er hat sie zwar angerufen oder?

Lehrer H.: Ich habe ihn auch angerufen.

Spieler: Ok, das weiss ich nicht, Sie haben ja miteinander Kontakt gehabt, das weiss ich, und ich glaube, er ist ziemlich in Stress gekommen, weil sie nicht erschienen sind, im Zusammenhang mit dem haben alle Angst, dass Sie das tun könnten.

Lehrer H.: (lacht)

Spieler: Aber verstehen Sie, Sie sind beteiligt am Ganzen, weil sie dort nicht kooperativ gewesen sind und am Morgen nicht gegangen sind.

Lehrer H.: Aber ich wusste ja nicht, um was es überhaupt geht.

Spieler: Ich nehme an, man will Gespräche mit Ihnen, um zu schauen, wie es Ihnen eigentlich geht. Das ist, glaube ich, der Schularzt, wenn ich das richtig verstanden habe.

Lehrer H.: Nein, das ist der Amtsarzt.

Spieler: Der Amtsarzt ja, und der muss dann schauen, ob es Sinn macht, ob Sie wieder zurück in die Schule dürfen, oder ob es besser ist weiterzuschauen, allenfalls etwas anderes. Für das muss man dann zu ihm gehen.

Lehrer H.: Aber ist das jetzt erledigt irgendwann?

Spieler: Ja, wenn Sie da mitmachen.

Lehrer H.: Ich habe doch jetzt aber mitgemacht!

Spieler: Ich bin Notfallpsychiater ...

Lehrer H.: Jetzt werde ich langsam nervös, jetzt spür ich es hier unten.

Spieler: Gut, das Sie es mitteilen.

Lehrer H.: Ich spüre meinen Ärger, wie er langsam hochkommt, ist das gut so?

Spieler: Schauen wir mal, wie Sie damit umgehen.

(Spielers Pager meldet sich)

Lehrer H.: Vielleicht haben sie jetzt einen wirklichen Notfall.

Spieler: Das kann sein.

(Spieler telefoniert)

Spieler: Trinken Sie doch einen Kaffee dazwischen.

Lehrer H.: Geht’s noch länger? Machen Sie mich nicht fertig!

(H. geht in die Küche, kocht Kaffee)

(Spieler spricht mit jemandem)

(5 Minuten später)

Lehrer H.: Wie lange geht es noch?

Spieler: Ich hoffe nicht mehr lange.

Lehrer H.: Das ist eine Provokation, ich habe es schon gemerkt.

(5 Minuten später)

Lehrer H.: Ich nehme das ganze nicht mehr ernst. Er möchte mich einfach in die Weissglut treiben. Mir ist das Wurst, ich habe Zeit.

Spieler: Das ist alles abgemacht, dass man Sie provoziert und stört oder wie?

Lehrer H.: Das ist meine Ansicht.

Spieler: Wie fest ist denn diese Ansicht?

Lehrer H.: Keine Ahnung.

Spieler: Haben sie das Gefühl, das könne auch ein Irrtum sein, oder ist das wirklich vom System her, dass auch ich sie provozieren soll?

Lehrer H.: Ich glaube, Sie wollen mich provozieren.

Spieler: Also, ich bin ein Teil des Systems, dass den Anruf extra gemacht hat, um Sie zu testen?

Lehrer H.: Das würde ich so sagen. Aber das ist meine Meinung, ich weiss nicht, ob es stimmt. Aber es hört irgendwann einmal auf? Oder ist das ein Leben lang?

Spieler: Nein, nein.

Lehrer H.: Wenn’s ein Leben lang ist, dann ... dann würde ich sagen, das Leben ist mir zu kostbar um mich beüben zu lassen bis zum geht nicht mehr.

Spieler: Sehen Sie, ich bin in der schwierigen Situation, dass ich jetzt beurteilen muss, müssen Sie in die Klinik gehen, oder kann man Sie hier lassen.

Lehrer H.: (lacht) Und was würden sie sagen?

Spieler: Sie müssen in die Klinik.

Lehrer H.: Vergessen Sie es!

Spieler: Es ist in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen, Sie wirklich fair

zu beurteilen.

Lehrer H.: Jetzt hört bei mir der Spass auf.

Spieler: Auf Grund der Vorgeschichte und auch jetzt, Sie haben einfach zu wenig Distanz zu allem, oder.

Lehrer H.: Ich habe sehr viel Distanz.

Spieler: Weil ich jetzt eigentlich die Verantwortung habe, quasi Sie beurteilen muss, ob Sie aktuell hier bleiben können oder nicht, und ich würde Sie gerne hier lassen, aber weil ich nicht so ganz sicher geworden bin, ob das wirklich geht, kann ich diese Verantwortung nicht wirklich übernehmen.

Lehrer H.: Ich übernehme die Verantwortung für meine Wohnung, ist das gut?

Spieler: Ja, das können Sie eben nicht.

Lehrer H.: Aha, das kann ich auch nicht. Jetzt wird es mir zu blöd ...

Spieler: Das ist jetzt einfach die Situation ...

Lehrer H.: Jetzt wird es mir einfach zu blöd, jetzt möchte ich Sie gerne bitten, aus meiner Wohnung zu gehen.

Spieler: Das werde ich jetzt gerade machen.

Lehrer H.: Und ganz nett bitte ich Sie.

Spieler: Kein Problem!

Lehrer H.: Und ohne Drohung, denn jetzt wird das Spiel für mich ernst. Und dann ist es kein Spiel mehr und dann geht es nur noch über das Juristische.

Dr. Marc Meier - Vertrauensarzt bei den Gesundheitsdiensten

Nach der Kündigung nahm Lehrer H. einen Termin beim Amtsarzt Dr. Meier wahr. Herr Dr. Meier, der sog. Vertrauensarzt, machte auf Lehrer H. keinen sehr kompetenten Eindruck. Er war nervös und seine komplizierten, verschachtelten Sätze waren gespickt mit leeren Worthülsen. Er schien chronisch überfordert zu sein, was sich im Gespräch mit ihm, dann auch bestätigte. Er erlaubte H. das Gespräch auf Band mitzuschneiden, entschuldigte sich aber gleichzeitig dafür, dass er dann halt nicht mehr so spontan sprechen könne, wie er das eigentlich wolle. Hier das leicht gekürzte Tondokument:

Meier: Also, Sie möchten, dass wir ein wenig zusammen sprechen, was ist passiert und was meine Sicht ist von den Sachen, oder was erwarten sie auch noch von diesem Gespräch? Sie haben mir im Mail ja geschrieben, gewisse Sachen, ...

Lehrer H.: Ich habe Ihnen schon am Telefon gesagt, dass ich gemobbt werde. Bis jetzt hat das niemand wirklich ernst genommen. Man hat mich in eine Eskalationsspirale getrieben, wo ich am Schluss im Gefängnis gelandet bin und jetzt ein Verfahren wegen „Drohung“ am Hals habe. Ganz viele sind daran beteiligt, dass es so weit gegangen ist. Ich bin total unschuldig, ich bin auch ein guter Lehrer, ich habe genügend Eltern, die hinter mir stehen, die sagen, dass ich ein guter Lehrer bin. Und Frau Jenö will mich weghaben. Das ist der Punkt. Ich lasse mich weder psychiatrisieren, noch kriminalisieren, und ich habe einfach das Gefühl, dass Sie derjenige sind, der mir den Stempel aufdrücken soll: Herr Lehrer H. kann und darf nicht mehr Schule geben. Das ist mein Eindruck.

Meier: Meine Einschätzung der Situation, von dieser Zeit, von einigen Wochen oder ein, zwei Monaten ist, ist gewesen, auf Grund, deren Sachen die man mir erzählt hat, auf Grund von diesem ersten Telefongespräch, ... , auf Grund von diesen Vorfällen, von der Entwicklung der Lage, die man mir geschildert hat, von den E-Mails, von denen ich zum Teil Kopien bekommen habe, ist eine Situation, in der ich gedacht habe, dass Sie möglicherweise nicht alles überblicken ...

(H. verlangt Akteneinsicht von ihm. Er verweigert diese. Er wolle das juristisch
abklären. Er blättert in den Akten.)

Meier: Sie haben mir da ziemlich zu tun gegeben.

Lehrer H.: Nicht ich habe zu tun gegeben, sondern die Leute, die mich so weit getrieben haben, die geben zu tun.

Meier: Das kann man vielleicht auch so formulieren. Also, ich hatte den Eindruck, dass aus dem bisherigen Verlauf, dass ich davon ausgehen muss, dass Herr Lehrer H. die Tragweite des Geschehens und die Realität nicht vollständig einschätzen kann.

Lehrer H.: Begründen Sie mal, wie sie auf das kommen. Was heisst das konkret.

Meier: Ich habe mir gedacht, dass auf Grund dieser Aktenlage, dieser E-Mails und dieser Sachen, die man mir erzählt hat, und diesem Telefonat, das wir geführt haben, wo ich das Gefühl hatte, ... am Anfang hatten Sie auch ein wenig komisch reagiert, hat sich ein Gesamtbild ergeben, dass ich mir gedacht habe, es sei abklärungsbedürftig. Also man müsste da, das psychiatrisch untersuchen. Ich weiss auch nicht, was sie haben, und ganz sicher, ob sie etwas haben, aber es hat mich gedünkt, es sei nötig, dass man da schaue. Schliesslich war ich auch so weit, dass ich ihnen vorschlagen wollte, sie sollten selber einen auswählen, das muss nicht einmal einer sein, den ich auswähle, weil sich die Situation so hat eskaliert.

Lehrer H.: Sie hat sich nicht eskaliert, man hat sie zum Eskalieren gebracht.

Meier: Das kann ich jetzt nicht beurteilen, das ist jetzt ihre Sicht, das kann durchaus zutreffen, vielleicht habe ich eine andere Ansicht, das müsste man diskutieren. Ich habe mir am Schluss gedacht, eigentlich wäre es noch gut, wenn ich in einem Gespräch wie heute, jetzt ist halt etwas Zeit verschoben, bzw. möglicherweise auch so ziemlich... der Zug schon ziemlich abgefahren, bezüglich administrativen Sachen, ... bezüglich der Schule, so weit ich das einschätzen kann, ist die Sache eigentlich gelaufen, aber offenbar ja nicht, weil Sie vielleicht weiterhin noch anfechten wollen, oder was auch immer, jedenfalls in diesem Moment, wenn ich mit ihnen hätte reden können, was ich ihnen vorgeschlagen hätte ... dass ich Ihnen eine Brücke bauen würde, dass Sie irgendeinen Psychiater auswählen könnten, ... und dass der nachher Bericht erstattet, und nachher sagt was er meint, und zwar nicht jedes Detail, sondern nur bezüglich seiner Einschätzung einer allfälligen Bedrohung, der Funktion der Arbeitsfähigkeit, das ist das was ich hier immer beurteile, wo mir eine Rückmeldung geben könnte. Vielleicht war es auch nur phasenweise, jetzt wirken sie sehr vernünftig, aber es hat möglicherweise auch Phasen, wo man einfach ein wenig das Gefühl gehabt hat, jetzt ist das nicht mehr so, wie man sich das standardmässig vorstellt, von jemandem ...

Lehrer H.: Haben Sie das jetzt gehört, ... oder ist das Ihre eigene Meinung?

Meier: Das sind Sachen, die ich zusammengestellt habe, aus den Informationen, die ich bekommen habe. Ich habe sie ja nicht gesehen.

Lehrer H.: Ich hatte zu dieser Zeit viele anonyme Telefonanrufe, die anonym waren.

Meier: Eben, das habe ich mir gedacht, aber ich habe mit auch gedacht, hoppla, da ist etwas nicht gut, man kann natürlich in die Enge getrieben werden, und dann langsam hängt es einem aus, das ist schon so, das ist schon möglich.

Lehrer H.: Jetzt haben Sie etwas Gutes gesagt, ...

Meier: Ja, das ist eben so Zeug, das ich nicht so gerne habe, wenn Sie es aufnehmen. Aber item. Darum werde ich auch vorsichtig sein mit solchen Aussagen. Ich möchte auch nicht aussagen, dass das bei Ihnen der Fall war, es war eine allgemeine Aussage.

Lehrer H.: Aber ich möchte Ihnen das sagen, Herr Meier, ich bin so in die Enge getrieben worden, wie ich in meinem Leben noch nie in eine Enge getrieben worden bin. Und Sie wissen das auch.

Meier: Ja, das ist mir aus Ihrer Vorgeschichte bekannt, dass so etwas nie passiert ist, dass Sie quasi so an die „Kasse“ gekommen sind ... Von gewissen Personen ist eine zunehmende Bedrohung aufgefasst worden, und ich habe nachher aus diesen Informationen ... was mich beeindruckt hat und zu meinen Schlussfolgerungen, so weit sie möglich waren, hat geleitet ist, ... gewisse Verhaltensweisen, ...

Lehrer H.: Werden Sie jetzt mal konkret.

Meier: Konkret kann ich Ihnen nicht alles im Detail sagen. Aber es sind gewisse Personen und gewisse andere Lehrerinnen und vielleicht auch Lehrer, haben sich irgendwo nicht mehr wohl gefühlt, sie haben langsam Angst bekommen, sie haben das Gefühl gehabt, da ist etwas nicht mehr gut, da ist etwas Unberechenbares vielleicht, wo sie sich einfach nicht mehr wohl fühlen, und dass sie als Bedrohung empfunden haben. Auf Grund Ihrer E-Mails habe ich auch das Gefühl bekommen, dass Sie Sachen konstruieren, vielleicht ist das ein wenig weit gegangen, dass Sie gewisse Welten aufbauen, die Sie im Moment ganz gut vertreten, die ganz vernünftig tönen, vom Komplott, und das kann auch durchaus sein, ich kenne doch das ED nicht, aber da in diesen E-Mails hat es wirklich zum Teil danach getönt, und da sind Sie recht eskaliert zum Teil auch in der Wortwahl und in den Vermutungen, Formulierungen und vielleicht auch in den Anschuldigungen, wo ich mir gedacht habe, ich muss annehmen, dass Sie möglicherweise, oder ich muss annehmen, dass Sie nicht nur möglicherweise, ich muss annehmen, dass Sie die Realität nicht mehr ganz richtig einschätzen können. Und dann habe ich mir gedacht, dass ist unberechenbar, nachher ist am Schluss noch in der letzten Woche das Wort „Tschanun“ gefallen, Tschanun ist glaube ich in Bern gewesen ... wo er etwas vollbracht hat ... oder war es in Zürich? ... Da habe ich gedacht jetzt ist der Moment, wo ich es auch nicht mehr im Griff habe, wo ich es weitergeben muss. Wo ich sie nicht mehr abschätzen kann, was passiert. Und vor allem konnte ich nicht mehr mit Ihnen reden.

Lehrer H.: Wir haben zwei Mal miteinender gesprochen.

Meier: Ja, am Telefon, stimmt. Eh, aber euch nicht gesehen. Und ich konnte das nicht mehr verantworten, und ich musste das weitergeben. Und dann habe ich Frau Jenö gesagt, sie solle Anzeige erstatten, wenn sie sich bedroht fühlt.

Lehrer H.: Sie haben das gesagt?

Meier: Ja, ... ich konnte das nicht mehr verantworten. Ich hatte die Situation nicht mehr im Griff. Ich musste es weitergeben. ...

Lehrer H.: Herr Meier, ich sage Ihnen jetzt mal welche Angst ich gehabt habe, dass ich nicht zu Ihnen gekommen bin.

Meier: Der Vertrauensarzt ist jemand, wo man ein bisschen Angst hat, aber ich habe versucht, das etwas zu überbrücken, aber es hat nicht gereicht.

Lehrer H.: Herr Meier, ich bin im Voraus von Herr Baerlocher als Selbstmörder und als Amokläufer beschrieben worden, bei meiner Wohngemeinde, wo ich Steuern bezahle, seit 15 Jahren, wo ich ein unbescholtener Bürger bin, wissen Sie wie einem das Angst macht, wenn jemand einem sagt man sei ein Amokläufer und ein Selbstmörder und die Vormundschaftsbehörde solle Schritte unternehmen, wissen Sie wie bedrohlich das ist? Wissen sie, was ich da vor mir gesehen habe: Die holen mich in der Zwangsjacke ab, und ich bin am Schluss in einer Klinik und bekomme Spritzen und Tabletten und kann am Schluss nicht mehr selber über mich entscheiden, das war meine „Sau-Angst“ und die hat Herr Baerlocher mit seinem Brief ausgelöst.

Meier: Aber wenn Sie zu mir gekommen wären um zu reden, dann wäre das so gekommen, wie jetzt, ...

Lehrer H.: Aber das habe ich nicht gewusst, Herr Meier.

Meier: Aber gut, sie hätten vielleicht „connections“ ..

Lehrer H.: Ich habe gar keine „connections“, ich war noch nie beim Amtsarzt. Es hat mich noch nie jemand dorthin gezwungen, wie das Frau Jenö gemacht hat. Frau Jenö hat gesagt, ich könne und dürfe nicht mehr Schule geben. Sie hat überhaupt keinen Grund das zu sagen. Der einzige Grund ist der, dass sie mich hinausekeln will aus dieser Schule. Das ist der Punkt.

Meier: Ich habe nicht gesagt, alles was Sie sagen sei falsch, ich habe einfach das Gefühl gehabt, es sei so massiv, uns so viel und so extrem, und so unberechenbar, das ich einfach das Gefühl gehabt habe, Sie verkennen zum Teil die Realität ...

Lehrer H.: Herr Meier, sagen Sie mir bitte, was ist denn die Realität?

Meier: Da müssten wir wahrscheinlich länger darüber diskutieren, aber ...

Die Realität ist das, was allgemein von einer überwiegenden Mehrheit von Leuten, die möglichst aus verschiedensten Blickrichtungen, die möglich nicht zu viel miteinander zu tun haben, als nicht quasi ein Filz oder eine Mafia oder was, sondern aus verschiedensten Leuten, von verschiedensten Blickwinkeln zu verschiedensten Zeiten irgendwie allgemein auch anerkannt wird, das ist ungefähr das, was ich als Realität bezeichnen würde. (...) Ich habe einfach das Gefühl gehabt, man müsse mal eine Check machen, nachher ist Herr Dr. Spieler gekommen, nachher sind Sie ins Gefängnis gekommen, und dann haben Sie mit dem Staatsanwalt gesprochen während fünf Stunden, er hat Sie wieder freigelassen. Das hat Ihnen vielleicht auch gezeigt, dass das Staatssystem funktioniert, also dass nicht alles vorbestimmt ist, wie eine Maschine, wo man einfach reinkommt und man hat keine Chance. Sie haben vielleicht auch gemerkt, dass dort einigermassen noch ein gewisses Gleichgewicht ist. Klar ist jetzt für Sie auch nicht alles gut herausgekommen jetzt am Schluss, insbesondere mit der Schule, aber ich sage jetzt mal bezüglich Polizei, Staatsanwaltschaft, Psychiater hat das Zeug, es ist zwar nicht lustig gewesen, was mit Ihnen passiert ist, aber es ist doch so rausgekommen, dass Sie nicht in der Psychiatrie und zwangsmediziert und abgeschlossen sind und nicht mehr ihren freien Willen haben und für ewig und immer verschwunden sind.

Lehrer H.: Ich habe meinen Job verloren.

Meier: Ja, das ist etwas anderes.

Lehrer H.: Das ist meine Existenz!

Meier: Das ist nicht wegen dem, was da passiert ist, sondern ...

Lehrer H.: Das ist genau wegen dem. Nachher konnte man mich in die Zeitung bringen, nachdem ich im Gefängnis war, und dann konnte man mir künden, wissen Sie das ist eine Eskalationsspirale, die aufgebaut worden ist.

Meier: Die Kündigung ist nicht wegen diesen Ereignissen passiert, sondern wegen vielem anderen. (...) Es tut mir leid, wie alles herausgekommen ist für sie, aber es ist zum grössten Teil, meine ich, eigentlich nicht meine Schuld, sag ich jetzt einfach mal, aber lassen wir das. Das Bild, der Bedrohung habe ich wirklich auch gehabt, ich muss dazu stehen, dass ich Frau Jenö dazu geraten habe, zur Polizei zu gehen, dass ich das dort auch vertreten habe, dass man dort jemand einschalten muss, ... dass die Polizei und der Psychiater, der FFE-Arzt von Basel-Land und mit dem habe ich telefoniert, ich habe mit dem Richter von Basel-Land telefoniert, ich habe geholfen, das zu koordinieren, seien sie mir nicht zu fest böse. Ich bin auch beauftragt worden, von meinen Vorgesetzten.

Lehrer H.: Wer ist das?

Meier: Ja, wer meine Vorgesetzten sind, das können sie selber nachlesen, das geht hinauf bis zu den Regierungsräten. Es war nicht meiner, sondern der vom ED.

Lehrer H.: Herr Eymann?

Meier: Ja, der war irgendwo auch involviert gewesen, und meine höheren Vorgesetzten hier auch. (Wiederholt sich wieder)

Lehrer H.: Ich habe ihnen noch einmal telefoniert am Freitag Abend und ich habe Ihnen gesagt, Herr Meier es ist alles o.K., ich habe mich im Griff, lassen sie mich bitte einfach in Ruhe.

Meier: Das war für mich in diesem Moment natürlich nicht mehr möglich.

Es war schon so viel passiert, ich habe mir diese Sache zurechtgelegt gehabt, aus all diesen Sachen, die ich bekommen habe, und wenn sie mich natürlich anrufen, mitten im Geschehen drinnen, ist das für mich eine Zusatzinformation

Lehrer H.: Ich habe Sie angerufen, weil ein Polizist bei mir gewesen ist, mit dem hatte ich ein gutes Gespräch, dieser Polizist sagt aber nachher, ich hätte nur gelacht, merken sie etwas?

Meier: Ja, das ist ein Element.

Lehrer H.: Das ist ein Element, aus dieser ganzen Scheisse. (...)

Meier: Ich weiss einfach, dass die lokalen Polizisten, die zu ihnen gekommen sind, die Situation eigentlich als unbedrohlich eingeschätzt haben und wieder abgezogen sind.

Lehrer H.: Unbedrohlich? Das ist aber interessant!

Meier: Ja, oder alles ist o.k., er ist „zwäg“, er macht sich nichts selber, er macht niemand anderem etwas und sind wieder abgezogen. Das hat es dort geheissen.

Lehrer H.: Warum hat man denn dort die ganze Scheisse nicht gestoppt?

Meier: Ja, weil die Bedrohung von mir eingeschätzt war. Ich hatte es nicht mehr im Griff, ich musste es weitergeben. Ich stand zur Verfügung um mit Baselland zu sprechen und zu sagen, welches meine Eindrücke sind. (Er liest etwas aus seinen Akten. Er gibt zu, Herr Rosa informiert zu haben.) ... die geäusserten Drohungen sind deutlicher geworden ...

Lehrer H.: Ja, das möchte ich mal hören, was sind das für Drohungen? Wissen sie, das stimmt nicht, das sind Verleumdungen ...

Meier: Ich kann natürlich auch nicht einfach, wenn Leute aus dem Erziehungsdepartement Facts an mich herantragen, dann kann ich nicht von vorne rein sagen, das stelle ich in Frage und ich konnte mit ihnen ja auch nicht reden.

Lehrer H.: Doch sie konnten zweimal mit mir am Telefon reden.

Meier: Aber nicht sehen, ich musste mir einfach ein Bild machen, (er liest wieder weiter aus der Akte) ... ist deshalb ein akuter Bedarf einer psychiatrischer Abklärung gegeben, falls nötig mittels FFE. Stand Freitag Abend.

Lehrer H.: Wissen Sie, die Freiheit geht mir über alles, und wenn mir meine Chefin sagt, ich könne und dürfe nicht mehr Schule geben, und mich einfach freistellt, dann ist das für mich eine Provokation sondergleichen. Und dann ist bei mir noch eine Liebesbeziehung auseinandergebrochen, ich weiss nicht, ob sie das wissen, ... und das hat mich für 24 Stunden wirklich in ein Loch geworfen, ...

Meier: Das habe ich, glaube ich, nicht gewusst.

Lehrer H.: Aber jetzt wissen sie es. Ich habe mich unterdessen sehr erholt und es ist mir gekündigt worden, das Schlimmste, was mir im Moment überhaupt passieren kann, ich darf nicht mehr arbeiten, ich liebe meinen Beruf, ... über alles, weil ich wahnsinnig gerne arbeite, ich gebe wahnsinnig gerne Schule, für mich ist das eine akute Belastung jetzt, verstehen sie das? Darum bin ich jetzt auch bei ihnen. Ich möchte bei ihnen deponieren, dass das was jetzt mit mir passiert, das was jetzt alles gemacht worden ist, dass ich in dieser Situation drin bin, das belastet mich psychisch sehr. (....)

Meier: Ich finde es schade für jeden Mitarbeiter, bei dem es schlecht herauskommt. Ich bin da als Vertrauensarzt, ... ich bin eigentlich für den Personaldienst da, also für den Arbeitgeber, aber ich bin auch für den Patient da, es wird zum Teil ein wenig verschieden gesehen, ich bin stark natürlich dem Arbeitgeber unter... ehm, Untergebener, also nicht Untergebener, sondern, ... letztlich ist er mein Brötchengeber, aber meine Definition von meinem Job ist neutral zu sein, und eigentlich bin zwischen dem Personaldienst, ... das sind jetzt auch wieder heikle Passagen, die sie da bekommen, aber ich bin zwischen dem Personaldienst und dem Arbeitnehmer und der Pensionskasse, dass darf ich übrigens auch gerade erwähnen in diesem Zusammenhang. Ich bin eigentlich auch ein Beschützer der Pensionskasse, ich habe nicht unbedingt so gern, wenn unnötige Renten passieren würden. (...)

Lehrer H.: Was können Sie für mich noch tun?

Meier: Was ich jetzt noch machen kann, ist zur Verfügung zu stehen für so Gespräche wie jetzt, ich glaube ich kann nicht sehr viel bewirken gegenüber dem Arbeitgeber ... Meine Einschätzung, zum Beispiel, ob Sie jetzt gesund sind, oder nicht gesund sind, dass Sie kein Amokläufer sind uns so, ich muss sagen jetzt im Gespräch machen Sie einen recht guten Eindruck, Sie sind zum Teil ein wenig aufgeladen und Sie haben ihre Meinung, ich habe auch meine Meinung, ich kann nicht gross mehr Aussagen machen als dann, von mir aus gesehen hat sich das Zeug in dieser Zeit eher positiv entwickelt, ich denke, das geht in die richtige Richtung, ich habe jetzt nicht Angst gehabt mich mit Ihnen zu treffen.

Lehrer H.: Haben Sie für heute noch jemanden aufgeboten vom Sozialdienst?

Meier: Ich habe schon ein wenig Respekt vor der Situation, sie sind nicht gerade irgend jemand, aber ich bin letztlich froh gewesen, ich habe nicht allzu fest Angst gehabt, ich habe mir schon einige Gedanken gemacht, habe meine Praxisassistentinnen sicher informiert, dass Sie kommen und meinem Kollegen habe ich es auch noch gesagt, es ist eine spezielle Situation, Sie haben uns Eindruck gemacht und Angst gemacht, es ist jetzt einfach so.

Lehrer H.: Ich kann das nicht nachvollziehen.

Meier: Wir müssen dazu stehen, dass wir einfach Angst gehabt haben und dass wir die Situation einfach so eingeschätzt haben und ich habe eigentlich wenig Angst gehabt, Sie hierher einzuladen, ein bisschen habe ich gedacht, ja es ist nicht einfach irgend jemand, aber ich bin froh gewesen, dass das jetzt mal ein erster Schritt war ... ich habe Ihnen erzählt, was ich gemacht habe, ich habe Ihnen nicht jedes Detail erzählt, ich habe Ihnen keine Akteneinsicht gewährt und jetzt müssen wir einfach weiterschauen. Es gibt manchmal Verhärtung und Zuspitzung der Situation und manchmal machen sich die eleganteren Wege zu, also ein Weg wäre vielleicht gewesen, Sie wären damals gekommen, ich möchte nicht sagen, dass das die Lösung aller Probleme gewesen wäre ...
beim ersten Aufgebot, wo ich mit Ihnen telefoniert habe, habe ich vielleicht zu wenig gesagt ...

Lehrer H.: Es war kein Aufgebot, sie haben gesagt, es sei freiwillig, sie könnten mich nicht zwingen und ich wollte nicht kommen, weil ich mich gesund gefühlt habe. Dort habe ich noch nicht gewusst, dass man mir die Sondereinheit auf den Hals hetzt.

Thomas Baerlocher - Personalleiter im Ressort Schulen

Dank seinem Aufstieg in der SP hat es der studierte Biologe Thomas Baerlocher sogar zum Personalleiter Schulen gebracht. Als Parteipräsident der SP gestaltet er nicht nur die Zukunft der Partei, sondern auch die Zukunft der Lehrkräfte, die nicht ungeprüft die linken Ideologien für den Unterricht adaptieren wollen. Im Fall Lehrer H. ging Thomas Baerlocher sogar so weit, dass er Lehrer H., nach guter alter DDR-Manier bei der Vormundschaftsbehörde dessen Wohngemeinde als schwer psychisch kranken Mitarbeiter verleumdete. Baerlocher, unter den Genossen liebevoll auch „Kardinal“ oder „kleiner Machiavelli“ genannt, liess keine Lüge aus, um dem ahnungslosen Lehrer H. möglichst effizient zu schaden. Getreu dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ baute der Personalleiter Schulen ein Lügengebäude auf, welches offensichtlich die „subjektiven Wahrnehmungen“ der OS Rektorin Gaby Jenö zu untermauern hatte. Als Lehrer H. den Brief von Baerlocher bei der Vormundschaftsbehörde zum ersten Mal zu Gesicht bekam, traute er seinen Augen nicht. Die Lügen waren so dick aufgetragen, dass nicht einmal die Vormundschaftsbehörde den Brief ernst nehmen konnte. Hier ein paar Original-Lügen des „kleinen Machiavelli“:

„Herr H. weigert sich den behördlichen Weisungen Folge zu leisten.“

„Er hat gestern einem Aufgebot des Amtsarztes für eine amtsärztliche Untersuchung nicht Folge geleistet.“

„Diese Zuweisung durch uns erfolgte vor dem Hintergrund der psychischen Situation von H.. Für uns ist klar, dass Herr H. am 14. August 2006 nicht mehr unterrichten darf und kann.“

„Die Indizien deuten auf ein sehr hohes Bedrohungspotential gegen sich selbst, aber auch gegenüber seiner Umgebung: Aussagen über Suizid oder Bedrohungen gegenüber den vorgesetzten Stellen zeigen dies auf.“

„Dringendes ärztliches Handeln ist aus unserer Sicht angesagt.“

Mit seinem arglistigen Schreiben hatte Baerlocher die Absicht die Situation bis zur Eskalation zuzuspitzen. Allerdings hatte er bei der Vormundschaftsbehörde keine Chance. Die Vormundschaftsbehörde hörte sich Lehrer H. an und entschied völlig sachlich und korrekt:

„Aufgrund der Rechts- und Sachlage wird auf die Errichtung vormundschaftlicher Massnahmen für H. verzichtet und die Akte der Vormundschaftsbehörde wird geschlossen.“

Damit war der Mobbingfall Lehrer H. aber noch lange nicht erledigt. Als nächstes instrumentalisierten die Genossen aus der SP den Vertrauensarzt der kantonalen Gesundheitsdienste Dr. med. Marc Meier. Dieser war dafür bekannt, Diagnosen zu stellen, bevor er seine „Patienten“ überhaupt gesehen hatte.

http://www.kulturstadt-jetzt.ch/pics/aktionen/mai/60.html

Dienstag, 8. Juli 2008

Hans Georg Signer - Ressortleiter Schulen Basel-Stadt

Hans Georg Signer bekommt von der Basler Zeitung als Pressesprecher des Ressort Schulen keine guten Noten. Die baz schreibt wörtlich:

"Hans Georg Signer firmiert offiziell nicht als Pressesprecher, er zählt aber zu den am meisten zitierten Staatsvertretern Basels. Bei Journalisten berüchtigt, weil er als früherer Lehrer und Schulrektor gerne auch Stilnoten vergibt und nicht nur Inhalt, sondern auch Form der Berichterstattung beeinflussen will. Die von ihm gebilligte Leserbriefaffäre zeigt, dass auch umstrittene Methoden zum Instrumentarium seiner Medienarbeit gehören."

Leider bleibt die baz bei ihrer Analyse einmal mehr an der Oberfläche. Auch Lehrer H. hat sich ausführlich mit Hans Georg Signers Tricks auseinandergesetzt. Wenn man Lehrer H. glauben will, wendet Hans Georg Signer nicht nur umstrittene Methoden an, sondern auch klar rechtswidrige. So manipulierte dieser angeblich an zwei Elternabenden zusammen mit seiner Mitarbeiterin OS Rektorin Gaby Jenö die betroffenen Eltern derart perfid, dass diese am Schluss glauben mussten, Lehrer H. sei rechtmässig entlassen worden. In der Basler Zeitung hatte Hans Georg Signer vorher vollmundig verkündet:

"Fest steht, dass der Lehrer an der OS nicht mehr unterrichtet."

Unterdessen ist Lehrer H. zwar immer noch rechtswidrig freigestellt, aber die Kündigung wurde vom Verwaltungsgericht am 18.12.07 aufgehoben.

Wenn man die zahlreichen Schreiben Hans-Georg Signers im Mobbingfall Lehrer H. analysiert, kommt man zum Schluss, dass Ressortleiter Signer die Interessen des Erziehungsdepartements ohne Rücksicht auf Verluste knallhart vertritt. Wenn man davon ausgeht, dass Hans-Georg Signer als ausgefuchster Kommunikationsprofi auch vorsätzlich die Unwahrheit ausspricht, bekommen die stereotypen Aussagen Signers plötzlich einen Sinn. Hier ein paar Beispiele für Signers Desinformations- und Vernebelungstaktiken:

"Dass mein Telefon von 12. August mit dem Besuch des Notfallpsychiaters in Ihrer Wohnung zeitlich zusammenfiel, war reiner Zufall. Ich hatte von diesem Besuch keine Kenntnis und ich wusste zu jenem Zeitpunkt auch nichts vom Polizeieinsatz, wie er am gleichen Tag erfolgte."

"Gerne bestätige ich, dass Frau Gaby Jenö die Strafanzeige gegen Herrn H. mit meinem Wissen und meiner Unterstützung eingereicht hat."

"Ich verwahre mich dagegen, Ihnen irgendwelche Dokumente vorenthalten zu haben."

"Ihre Bemerkung über die Abhängigkeit des Inspektionspräsidenten weise ich in aller Form zurück."

"Aus meiner Sicht haben Rektorat und Inspektion im Rahmen von Gesetz und Verordnung korrekt gehandelt und entschieden."

"Ich kann Sie nur um Verständnis bitten, dass das Herstellen einer vollen Transparenz aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist."

"Sie dürfen davon ausgehen, dass es im Kanton Basel-Stadt keine leichtfertig ausgesprochenen Kündigungen gibt."

"Ich komme zum Ergebnis, dass keine Anhaltspunkte für eine Pflichtverletzung oder für einen Verstoss gegen Gesetz und Verordnung vorliegen. Vielmehr haben sie innerhalb des Rahmens ihrer Entscheidungsbefugnisse verantwortungsvoll und angemessen ihren Auftrag erfüllt."

"Damit ist nicht eine unkritische Untertanenmentalität eingefordert, sondern das Akzeptieren des Umstands, dass es eine weisungsbefugte Schulleitung gibt, die im Rahmen von Gesetz und Verordnung die Interessen des Schulganzen zu vertreten hat."

"Es gibt keinen Anhaltspunkt, wonach Lehr- und Leitungspersonen an der mutwilligen Konstruktion von unberechtigter Kritik an Ihrer Person und an ihrem Verhalten oder an der Schaffung eines Sie diskriminierenden Klimas beteiligt waren."

"Die Freistellungsverfügung und die Kündigung sind sachlich begründet."

"Es ist nicht zutreffend, dass Frau Jenö die fristlose Kündigung gefordert hat."

"Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes konnte die Schulleitung über die Kündigungsgründe im einzelnen nicht orientieren."

"Das Verhalten der Schul- und Schulhausleitung liegt innerhalb ihres Ermessenspielraum und ist nicht zu beanstanden."

"Wir bedauern auch, dass die Medien diesen Fall aufgenommen haben."

"Sie sind überzeugt, sehr geehrter Herr H., dass ein Komplott von Eltern, ED, Polizei, Politik und Medien Ihnen böse will. In der Zwischenzeit glaube ich nicht mehr daran, dass es mir gelingen wird, Sie davon zu überzeugen, dass es weder ein Komplott gegen Sie noch verschwörungsähnliche Geheimorganisationen gegeben hat."

Hans Georg Signer ist Politiker bei der SP. Mit seinem Parteipräsidenten und Personalchef Thomas Baerlocher hat er die Basler Schulen fest im Griff. Wer nicht spurt, wird genötigt sich krankschreiben zu lassen. Wer sich nicht krankschreiben lassen will, wird als "bedrohlich" verleumdet, freigestellt und dem IV-Psychiater zugeführt. Zum Glück hat sich Lehrer H. von seinen Vorgesetzten nicht ins Burnout-Syndrom treiben lassen. Sein Psychiater hält in einem fundierten Gutachten fest, dass H. völlig gesund und arbeitsfähig ist.

Der angeblich liberale Regierungsrat Dr. Christoph Eymann schaut dem arglistigen Mobbing-Treiben in seinem Departement schon seit bald zwei Jahren zu. Das neue Personalgesetz wird dazu missbraucht, Lehrkräfte die nicht linientreu sind, aus dem Schuldienst hinauszumobben. Mobbing wird von den Verantwortungsträgern als "Unterstützung" schöngeredet. Damit setzt das Basler Erziehungsdepartement die düsteren Orwell-Visionen vorsätzlich in die Realität um. Auch die Wahrheit wird im Erziehungdepartement neu definiert. So stand im Schulblatt kürzlich zu lesen: Die neuen Leitungsstrukturen seien keine "Hierarchisierung", keine "Ökononomisierung" und kein "Durchgriff von oben nach unten". Nur Lehrkräfte mit "unkritischer Untertanenmentalität" glauben dieser arglistigen Propaganda. Es ist höchste Zeit, dass das Basler Stimmvolk realisiert, das der geplante Totalumbau der Basler Schulen ein Produkt der Globalisten ist, welche mit ihrer Neuen Weltordnung (NWO) den Weltfaschismus etablieren möchten. Wollen wir wirklich so leben, wie die Protagonisten in Orwells "1984" oder Huxleys "Brave new World"?

Gaby Jenö - Rektorin der Orientierungsschule Basel-Stadt

Diverse interne E-Mails und Aussagen von Gaby Jenö beweisen, dass die OS-Rektorin mit ihren "subjektiven Wahrnehmungen" im aktuellen Mobbingfall des ED vorsätzlich eine masslose Hysterie entfacht hatte, um damit eine Eskalation der Ereignisse zu provozieren, die jeglichen gesunden Menschenverstand vermissen lässt. Aufgrund des von ihr mutwillig erzeugten Klima der Angst, wurde Lehrer H. von einer Sondereinheit der Kantonspolizei Basel-Land an seinem Wohnort mit Brachialgewalt überwältigt und dem Untersuchungsgefängnis Waaghof zugeführt. Allerdings gelang es Gaby Jenö nicht, den völlig ahnungslosen Lehrer H. fristlos zu entlassen, ihn zu kriminalisieren und ihn schliesslich in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt zu einem IV-Fall zu "therapieren". Lehrer H. liess sich von niemandem provozieren, blieb immer gelassen und wusste sich zu wehren.

Bis auf den heutigen Tag ist Lehrer H. von Regierungsrat Dr. Christoph Eymann leider in keinerlei Art und Weise unterstützt worden. Die folgenden Dokumente kennt auch Dr. Christoph Eymann. Trotzdem ist der Leiter des Erziehungsdepartements immer noch der Meinung, dass Gaby Jenö "ihren Auftrag verantwortungsvoll wahrgenommen und die gesetzlichen Vorschriften korrekt angewandt" hat. Das Appellationsgericht hat die Entlassung von Lehrer H. am 18.12.07 aber als unrechtmässig erklärt und damit die Kündigungsverfügung von Gaby Jenö wieder aufgehoben. Noch immer hindert Gaby Jenö Lehrer H. jedoch daran, seiner Arbeit nachzugehen. Die folgenden Original-Zitate zeigen deutlich auf, wie Gaby Jenö mittels ihren "subjektiven Wahrnehmungen" ein Klima der Angst geschaffen hatte, um Lehrer H. möglichst effizient zu schaden.

E-Mail von Gaby Jenö an Amtsarzt Dr. med. Marc Meier vom 11.8.06

Lieber Herr Meier

Ich habe soeben bei der Polizei versucht eine Anzeige zu machen. Die Polizistin wies mich darauf hin, dass Sie als Amtsarzt den Sozialdienst der Polizei und die Psychiatrie einschalten können. Ich denke, dies wäre gut und notwendig. Zudem habe ich jetzt auf Anraten der Polizei den Polizeiposten kontaktiert und sie schicken eine Patrouille vorbei, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Weiter können sie aber nichts unternehmen.

Herzliche Grüsse

Gaby Jenö

Aussagen von Gaby Jenö anlässlich ihrer Strafanzeige gegen Lehrer H. vom 11.8.06

"Ich denke, er könnte sich auch selber etwas antun. Es wird einfach immer ein Stückchen ernster."

"Die erste direkte Drohung (Tschanun) fand am 07.08.2006 beim Gespräch mit Grossniklaus Peter statt. Er selber fühlte sich aber nicht bedroht und hat aus diesem Grund keine Anzeige erstattet. Mir wurde es aber mulmig und dachte mir, dass mir das überhaupt nicht gefalle."

"Er hat mich früher schon durch das ganze Lehrerzimmer verfolgt, weil ich nicht mit ihm reden wollte."

"Er hat nun alle Beschwerden fotokopiert. Er weiss also von welchen Personen welche Art von Beschwerden schriftlich eingegangen sind. Diese Situation kann ich nun natürlich auch nicht so leicht einschätzen."

"Ein Inspektionsmitglied ist an mich gelangt. Er hat mich gefragt, ob ich nicht Angst habe, dass Herr H. einmal herumballere? Da machen sich also allen Anschein auch noch andere Gedanken, nicht nur ich."

E-Mail von Gaby Jenö an Hans Georg Signer vom 15.8.06

Lieber Hans Georg

Nach dem sehr informativen Gespräch mit Herr Hänggi, denke ich, dass wir den Weg fristlose Kündigung wählen sollten. Allerdings hat er auch zu bedenken gegeben, dass eine Eskalation möglich wäre. Auf sein Anraten habe ich versucht, noch mit dem Psychiater von Baselland Kontakt aufzunehmen - die Vormundschaftsbehörde Baselland ist aber am Dienstagnachmittag nicht erreichbar. Um 6 Uhr treffe ich P. Grossniklaus und werde mit ihm ein Datum für die Inspektionssitzung vereinbaren.

Liebe Grüsse

Gaby Jenö

E-Mail von Gaby Jenö an Dr. med. Marc Meier vom 18.8.06

Lieber Herr Meier

Gestern Abend hat die Inspektion einstimmig die ordentliche Kündigung von H. beschlossen. Alle waren sichtlich erleichtert, dass es keine fristlose war. Herr Signer musste H. heute per mail informieren, dass er nicht mehr an der OS unterrichten wird, da in der BAZ morgen ein Zeitungsartikel erscheint, den sie nicht mehr gewillt ist zurückzuhalten. Gerne hätten wir dies heute H. und seinem Anwalt in einem Gespräch mitgeteilt, aber H. will dieses Gespräch erst am Dienstag, da sein Anwalt heute offensichtlich nicht abkömmlich ist. Ihre Vorschläge werde ich auch noch Herrn Signer und Herrn Baerlocher zeigen - ich denke aber, dass es schwierig wird, eine geeignete Arbeit zu finden.

Herzlichen Dank und gutes Wochenende

Gaby Jenö

Dr. Peter Gutzwiller - Leiter des Schulpsychologischen Dienstes

Aufgrund einer völlig haltlosen Beschwerde einer Mutter, erhielt Lehrer H. von seiner Chefin Gaby Jenö die Weisung, sich einem sog. Coaching bei Dr. Peter Gutzwiller dem Leiter des Schulpsychologischen Dienstes zu unterziehen. Da weder die Schulhausleitung noch die Schulleitung sich für die Sicht von Lehrer H. interessierten, fühlte sich Lehrer H. anfänglich von Dr. Peter Gutzwiller sogar unterstützt. Naiv schilderte H. seine Probleme mit seiner neuen Chefin Gaby Jenö. Nie hätte Lehrer H. erwartet, dass gerade der sympathische und vertrauenserweckende Dr. Peter Gutzwiller der Auslöser für eine beispielslose Mobbing-Intrige werden sollte.

Wie aber war es möglich, dass der sympathische Leiter des Schulpsychologischen Dienstes Lehrer H. derart arglistig täuschen konnte?

Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage findet man in Dr. Peter Gutzwillers "Dissertation zur Erlangung der Würde eines Doktors der Philosophie". In dieser Schrift befasst sich Gutzwiller mit der "Konzeptualisierung eines schulpsychologischen Dienstes".

Laut Gutzwiller hat der Schulpsychologe verschieden Rollen zu spielen. Wörtlich heisst es auf Seite 27:

"Je nach Institution, welcher der Psychologe zugeordnet oder sogar untergeordnet ist, können sich Rollenkonflikte ergeben, die vom Spezialisten, im Dienste der Institution, über Organisationsmanagement bis zum Entsorger von "Problemfällen" reichen können. Dass damit schwerwiegende, ethische Fragestellungen und Konflikte aufgeworfen werden, versteht sich von selbst."

Dr. Peter Gutzwiller gibt in seinen Ausführungen offenbar freimütig zu, dass ein Psychologe diverse Rollen zu repräsentieren hat, und es in dessen Macht steht, Lehrkräfte als sog. "Problemfälle" zu entsorgen.

Damit sich die Lehrkraft laufend, an die von oben verordneten Veränderungen anpasst, werden sog. Stabilisatoren eingesetzt. Psychologen, Mediatoren, Supervisoren, Psychiater und andere Manipulatoren stützen als sog. Stabilisatoren das System. Bei Gutzwiller heisst es wörtlich:

Der Schulpsychologe oder die Schulpsychologin "wird im Grunde vom System als Stabilisator des Status Quo eingesetzt. Dieses Muster wird sich beliebig wiederholen, wenn er als Beteiligter von Störfaktoren eingesetzt wird, damit das Überleben eines bedrohten Systems sichergestellt werden kann."

Offensichtlich hat Lehrer H. mit seiner Eigenverantwortlichkeit ein System bedroht, das mittels Top-Down-Management und psychologischen Interventionen die zwangsloyalen und unkritischen Mitarbeiter lenkt und kontrolliert. Auch Gutzwiller thematisiert diese Zusammenhänge in seiner Dissertation:

"Somit unterliegt ein Schulpsychologischer Dienst den Sachzwängen bürokratischer Verwaltungsgepflogenheiten und ist der Gefahr ausgesetzt, in seinem Aktionsfeld dermassen eingeschränkt zu werden, dass qualifizierte, fachliche Tätigkeit in Frage gestellt werden muss."

Die Lösung aller Probleme glaubt Gutzwiller im sog. "New Public Management" kurz "NPM" zu finden. Dazu hält er in seiner Dissertation folgendes fest:

"Das von NPM vorgeschlagene Modell setzt primär auf die Wirkungsorientierung. Für uns stellt sich die Frage, inwiefern psychologische Dienstleistungen in ihrer Wirksamkeit überprüfbar sind?"

Obwohl der Grosse Rat "NPM" offiziell abgelehnt hat, ist es vom Regierungsrat in den letzten Jahren stillschweigend durch die Hintertür in die Verwaltung implementiert worden. Die Wirksamkeit der psychologischen Dienstleistungen kann für das Individuum unter gewissen Umständen verheerend sein. Lehrer H. beispielsweise wurde nach über 20 Jahren mustergültigem Schuldienst von Dr. Peter Gutzwiller völlig unbegründet zum angeblich potentiellen Gewalttäter erklärt. Mit zahlreichen wahrheitswidrigen Behauptungen wurde H. während seiner wohlverdienten Sommerferien einem staatlich organisierten Psychoterror ausgesetzt. Lehrer H. liess sich jedoch nie aus der Ruhe bringen und ergriff mit seinem Anwalt Dr. Rolf Jucker juristische Schritte. Auf seinem Weblog veröffentlichte H. seine unglaublichen Erlebnisse in Form eines "Mobbing-Tagebuchs". Daran aber hatte die Vorgesetzte von Lehrer H. keine Freude, so dass sie diesen mittels Kündigungsdrohung unbürokratisch zwang, die brisanten Beiträge zu löschen.

Unterdessen scheint aber auch Lehrer H. aufgrund der zahlreichen "psychologischen Interventionen" weitgehend konditioniert zu sein. Seine unverhältnismässige Verhaftung durch die Sondereinheit der KAPO-Baselland und seine ungemütliche Nacht in einer überwachten Isolationszelle im Untersuchungsgefängnis Waaghof, haben Lehrer H. offensichtlich den "richtigen" Weg aufgezeigt. Auf seinem Weblog zeigt sich Lehrer H. überraschend einsichtig:

"Es gibt kein Mobbing!"

Offensichtlich haben die psychologischen Interventionen von Dr. Peter Gutzwiller die beabsichtigte Wirkung erzielt: Der systemkritische Lehrer veränderte sich mittels "psychologischer Intervention" zum loyalen und funktionstüchtigen Pädagogen. Lehrer H. zeigt Einsicht und ist dadurch von seinem Leiden befreit. In Gutzwillers Dissertation heisst es dazu:

"Jede psychologische Intervention verfolgt im Sinne von Veränderung das Ziel, den Menschen von seinem Leiden zu befreien (Zwängen) und als befreites Wesen zu sich selbst zu finden."

Lehrer H. verfügt jetzt als Arbeitsloser tatsächlich über viel Zeit, sich als befreites Wesen zu fühlen und zu sich selbst zu finden.

Welche Art von Ethik steckt hinter den von Gutzwiller eingesetzten psychologischen Interventionen? Auf Seite 135 von Gutzwillers Dissertation findet man die Antwort:

"Wer bewusst das Böse tut, wissentlich und in Verantwortung, ohne sich dem Bösen zu entziehen, der handelt ethisch gut. Böse kann nur die Verdrängung des Bösen sein."

In Dr. Peter Gutzwillers Weltanschauung wird also offensichtlich das Böse zum Guten. Aus Gutzwillers Sicht gibt es keine Wahrheit, sondern nur unterschiedliche Wahrnehmungen. Mit diesem Glaubenssatz wird der Wahrheitsbegriff arglistig zerstört und die Lüge als legitimes Mittel in der psychologischen Intervention eingesetzt. Dadurch werden moralische und ethische Grundwerte mittels perverser Machtpolitik vorsätzlich vernichtet.

Es wäre interessant zu wissen, wie viele Lehrkräfte in den letzten Jahren durch Dr. Peter Gutzwillers psychologischen Interventionen ihre Stelle im Basler Schuldienst freiwillig oder unfreiwillig aufgegeben haben. Betroffene sind herzlich eingeladen, ihre Erlebnisse auf diesem Weblog in anonymisierter Form der Öffentlichkeit mitzuteilen.

http://www.psycho.unibas.ch/Bilder/Personal/hires/BildGutzwiller.jpg

Das tapfere Lehrerlein - ein fiktives Grusel-Musical

Ein fiktives Grusel-Musical von Emmanuel Goldstein

Liebe Kinder. Es war einmal eine Stadt am Rhein, genau dort, wo er einen Bogen macht und nach Norden fliesst. Diese Stadt wurde mehrheitlich regiert von der Schildbürger-Partei. Die Schildbürger waren nicht Bürgerliche, sondern Linke, die in ihrem Parteiprogramm die „Überwindung des Kapitalismus“ und die „Diktatur des Proletariats“ proklamierten. Die Mitglieder der Schildbürger-Partei, versuchten mit allen Mitteln den Staat zu unterhöhlen. Da sie im Parlament und in der Regierung die Mehrheit hatten, konnten sie ihre Macht im Staat subtil ausbauen. Wichtige Stellen in der Verwaltung wurden nach und nach durch Schildbürger besetzt. Besonders im Erziehungsdepartement hatte es viele Schildbürger. Der Ressortleiter Schulen, wie auch der Personalchef Schulen waren Schildbürger. Ebenso der Schulinspektionspräsident, der Freistellungen und Entlassungen zu bewilligen hatte. Der Ressortleiter Schulen war für die Marschrichtung der Schulen an der Rheinstadt verantwortlich, der Personalchef Schulen für die Entlassung der Lehrer, die eine andere politische Meinung als die Schildbürger hatten. Interessanterweise wurde das Erziehungsdepartement nicht von einem Schildbürger geführt, sondern von einem Liberalen. Dieser war vor allem als schöner Politiker bekannt und wurde deshalb vor allem von den weiblichen Schildbürgerinnen zum Regierungsrat gewählt. Deshalb blieb ihm nichts anderes übrig, als die politischen Interessen der Frauen und der Schildbürger als Regierungsrat umzusetzen.

(Licht ein)

Vorsteher: Mit der neuen Schulreform

Wird alles besser und zwar enorm

Ich versteh’ euch Lehrer gut

Was ihr braucht ist frischen Mut

Ich bin für euch alle da

Vertraut mir und sagt einfach ja

Ich bin ehrlich, schaut mich an

Ich tu’ alles was ich kann

„Help Our Teachers“, das ist mein Motto

Das ist wie ne sechs im Lotto

Alle, die mich wiederwählen

Dürfen auf mein Motto zählen

Für Kritik bin ich empfänglich

Ich bin nett und sehr umgänglich

Glaubwürdigkeit, das strahl’ ich aus

Drum ernte ich gar viel Applaus

Packt die Chance, seid nicht dumm

Das Glück kommt mit Veränderung

Der Wandel gibt euch neuen Mut

Glaubt mir, es wird alles gut.

(Licht aus)

Der Vorsteher des Erziehungsdepartements war sehr ehrgeizig. Er wollte das neue Projekt „Harmos“, was so viel wie Schulharmonisierung bedeutete, möglichst rasch durchboxen. Das Kunstwort „Harmos“ sollte beim Volk positive Emotionen erzeugen. Da seit der letzten Schulreform mehr als ein Drittel der Lehrkräfte am Rheinknie Burnout-gefährdet war, beschloss der Vorsteher des Erziehungsdepartements eine Beratungsstelle für Lehrkräfte einzurichten. Dort konnten die arg strapazierten Lehrerinnen und Lehrer ihre Frustrationen loswerden. Die frustrierten Lehrkräfte wurden dann von zahlreichen Beratern und Psychologen behandelt: Lehrkräften, die bisher ihre Klassen in Eigenverantwortung nach Lehrplan geführt hatten, wurde nahegelegt, sich für die neuen Ideologien zu begeistern und Ihren Vorgesetzten zu lieben. Die neue „politisch korrekte Lehrkraft“ sollte ab sofort immer die gleiche Meinung haben, wie die Vorgesetzten und auch das Gedankengut der Schildbürgerpartei sollte möglichst schnell allen in Fleisch und Blut übergehen.

Das tapfere Lehrerlein war von den dauernden Schulreformen wenig begeistert. Es hatte seit über 20 Jahren sämtliche pädagogischen Erneuerungen mitgemacht und sämtliche polemische Attacken übergriffiger Schildbürger-Eltern schadlos überstanden. Es war in der Stadt am Rheinknie bekannt als Lehrkraft, welche sich engagiert für Gerechtigkeit und Fairness einsetzte. Da es ziemlich staatskritisch war und sich schlecht konditionieren liess, hatte es mit seinen Vorgesetzten immer wieder Probleme. Es ging seinem Beruf aber immer mit grosser Freude nach und hatte immer ein Lied auf den Lippen.

(Licht ein)

Lehrerlein: Die Messlatte senken

An die Gesundheit denken

Autonomer handeln,

nicht ferngesteuert wandeln.

Das Rad nicht neu erfinden

Sich selber nicht schinden

Vom Elternabend abseh’n

Mit der Klasse in den Wald geh’n

Reg dich, reg dich,

reg dich nicht auf

Beweg dich, sonst legt’s dich

und du gehst dabei drauf

Nicht endlos diskutieren,

mutig ausprobieren!

Selber an sich glauben,

sich genügend Schlaf erlauben!

Auf Sitzungen verzichten,

dafür spannend unterrichten.

Ein 42-Stünder

ist immer gesünder.

Die Phantasie benützen

und nicht alles unterstützen!

Das, was kommt von oben

nicht kritiklos loben.

Selber etwas wollen

Forderungen stellen!

Statt abschalten:

Zusammenhalten!

(Licht aus)

Natürlich eckte das Lehrerlein mit seinem eigenständigen Auftreten bei seinen Vorgesetzten immer wieder an. Seine Chefs waren in Wirklichkeit „Vorgesetztinnen“ die dank der sog. Quotenregelung in der Schildbürger-Verwaltung zunehmend an Macht gewannen. Das Lehrerlein wurde den Verdacht nicht los, dass die Schule, an der er unterrichtete, immer weniger mit dem sog. „gesunden Menschenverstand“ geleitet wurde. Natürlich standen die diversen Schulleiterinnen und Rektorinnen der Schildbürger-Partei sehr nahe und waren sogar Partei-Mitglied. Mit dem Versprechen „Frauen an die Macht“ konnte die Schildbürger-Partei den Grossteil der weiblichen Stimmen hinter sich scharren. Das tapfere Lehrerlein, hatte es unter der Herrschaft bzw. Damenschaft der sog. Frauenpower-Emanzen nicht gerade einfach. Dauernd wurde es von den Damen kritisiert und diffamiert, ohne sich dabei aber unterkriegen zu lassen. Da das Lehrerlein weder über politische, noch institutionelle Macht verfügte, blieb ihm nichts anderes übrig, als bei seinen Schüleraufführungen etwas Dampf abzulassen. Natürlich eckte es damit vor allem bei den Schildbürgerinnen an. In einem selbstgeschriebenen Märchen-Musicals liess das tapfere Lehrerlein immer wieder Hexen auftreten, die mit ihren Zaubertränkchen die Hirne der ahnungslosen Menschen aufweichten.

(Licht ein)

Hexe 1: Ich bin die böse Hexe

garstig und gemein.

Alles was ich will,

ist böse zu sein.

Mich hassen alle Menschen,

weil ich hässlich bin.

Drum habe ich nur Böses

in meinem Sinn.

Gifte kann ich brauen

in meinem Topf.

Ich brauch' dazu Kröten

und einen Totenkopf.

Dazu noch eine Spinne,

dann ist es vollbracht.

Dann habe ich die Droge

und die ganze Macht!

(Licht aus)

In einem anderen Musical agierte eine böse Hexe als Managerin eines Märchen-Vergnügungsparks. Die Hexe hatte viele Ähnlichkeiten mit der Vorgesetzten des tapferen Lehrerleins.

(Licht ein)

Hexe 2: Ich kann reiten auf dem Besen.

Und die Gedanken anderer lesen.

Ich seh' die Zukunft eins, zwei, drei.

Mit meinem blauen Zauber-Ei.

Ich kann Leute hypnotisieren.

Und Zaubermittelchen kreieren.

Ich kann alles ei, ei, ei.

Mit meinem blauen Zauber- Ei.

Mit dem blauen Zauber-Ei

gelingt mir jede Zauberei.

Mit dem blauen Zauber-Ei

Gelingt mir jede Zauberei.

Verwandeln kann ich die Gestalt.

Lang wird kurz, jung wird alt.

Ich schaff' jede Sauerei.

Mit dem blauen Zauber-Ei.

Zum Zaubern braucht man viel Geschick.

Und den bösen Zauberblick.

Ich lass' verschwinden allerlei.

Mit meinem blauen Zauber-Ei.

(Licht aus)

Das blaue Zauber-Ei, das im wirklichen Leben ein rotes Zauber-Ei war, war die Hauptwaffe der Schildbürger. Es war ein Überraschungs-Ei, mit dem sie ihre Macht sicherten. Wie das Ganze funktionierte, merkte man erst, wenn es schon zu spät war. Das Zauber-Ei wurde als Unterstützungs-Paket verkauft. Zahlreiche Zauberer durften ab sofort den Schulkindern und Lehrkräften sog. „Unterstützung“ anbieten. Die neuen Zauberer nannten sich Psychologen, Heilpädagogen, Supervisoren, Mediatoren, AHP-Lehrkräfte oder ISF-Lehrkräfte. Immer wurde nur zum „Wohl der Kinder“ gezaubert. Auf das Wohl der einzelnen Lehrkräfte wurde aber weniger geachtet. Nicht linientreue Lehrkräfte wurden in sog. „Weiterbildungskursen“ auf Kurs gebracht. Dort wurde ihnen beigebracht, dass es in Wirklichkeit keine Wahrheit gäbe, sondern nur unterschiedliche Wahrnehmungen und dass es nicht darauf ankomme, was man sage, sondern nur wie es beim andern ankomme. Im Klartext hiess das: Eine Lehrkraft, die alles hinnahm und nie Kritik äusserte, war eine gute Lehrkraft. Damit die einzelnen Lehrkräfte also nicht in „Teufels Küche“ kamen, mussten sie sich bei ihren Vorgesetzten möglichst „diplomatisch“ ausdrücken. Wer keine Probleme bekommen wollte, musste also notgedrungen seinen gesunden Menschenverstand ausschalten. Die meisten Kolleginnen und Kollegen des tapferen Lehrerleins hatten ihre Gehirnwäsche erfolgreich absolviert. Deshalb wollten sie das tapfere Lehrerlein immer weniger verstehen und begannen es nach und nach auszugrenzen. Ob im Team, oder an den Lehrkräfteversammlungen, immer liess man das tapfere Lehrerlein spüren, dass seine Meinung nicht gefragt war. Seine Vorstösse und Anregungen wurden regelmässig ignoriert. Immer mehr fühlte es sich als Aussenseiter. Bei den Eltern und den Kindern hatte es mit seinen Musicals allerdings grossen Erfolg. Seine gesellschaftskritischen Theateraufführungen waren spannend für Jung uns Alt. Es ging meistens um den Kampf zwischen Gut und Böse. Wer genau hinsah, konnte erkennen, dass das tapfere Lehrerlein in seinen Musicals häufig selber zu Wort meldete, allerdings nicht als tapferes Lehrerlein, sondern als unbedeutendes Zwerglein, das gegen diverse Ungeheuer zu kämpfen hatte. Es war sich bewusst, dass es im grossen Schachspiel des Lebens nur ein kleines Bäuerchen war. Manchmal konnte ein kleines Bäuerchen aber auch spielentscheidend werden. Das tapfere Lehrerlein fühlte sich oft traurig und allein. Es fühlte sich von seinen Kolleginnen und Kollegen oft missverstanden und sogar ausgegrenzt, wie der Nasenzwerg, der in einem seiner Musicals von seinen Kollegen gemobbt wurde.

(Licht ein)

Zwerg: Ich bin der Nasenzwerg, bin nicht beliebt.

Den andern Zwergen stinkt's, dass es mich gibt.

Auch ich brauch Zärtlichkeit

und auch Geborgenheit.

Ein bisschen Liebe braucht doch jeder heut'.

Wo ist das Mädchen, das zu mir gehört

und das sich nicht an meiner Nase stört?

Das mich zum Lachen bringt

und für mich Lieder singt.

Und es mit mir niemals bereut.

Wann treff' ich endlich sie, die, die mich liebt.

Das Mädchen, das mir wirklich alles gibt.

Mir tut mein Herz so weh,

wenn ich Verliebte seh.

Für mich da gibt es keinen Sonnenschein.

Wie lang' wart' ich jetzt schon auf den Moment.

Wo mein Warten endlich hat ein End'.

Mein Herz 'nen Salto macht,

weil mich mein Schatz anlacht.

Das Leben könnt so super sein.

(Licht aus)

Immer wenn sich das tapfere Lehrerlein traurig und einsam fühlte, kamen ihm die Musen zu Hilfe. Die Musen waren griechische Göttinnen, die für die Kunst zuständig waren. Wenn man von ihnen geküsst wurde, konnte man plötzlich Melodien schreiben, Gedichte verfassen, Texte schreiben, Bilder malen, Tänze choreographieren und gutes Essen kochen. Manchmal trösteten die Musen das tapfere Lehrerlein.

(Licht ein)

Musen: Komm, sei nicht traurig,

es gibt wirklich keinen Grund.

Lass deinen Kopf nicht hängen;

das Leben ist so bunt.

Vertrau auf dich,

belüg' dich nicht!

Sei zu den andern fair.

Versteck dich nicht,

komm ans Licht.

Dann hast du's nicht so schwer.

Wart nicht auf dein Glück,

pack es selber an.

Du kannst alles erreichen,

doch denke immer dran.

Vertrau auf dich ...

Komm versuch zu lachen,

nach dem Regen kommt der Sonnenschein.

Spring über deinen Schatten.

Auch du kannst wieder glücklich sein.

(Licht aus)

Zur Trickkiste der Schildbürger gehörte der manipulative Umgang mit der Sprache. Bewusst wurde mittels Wortsuggestionen die Gehirne Zuhörer subtil aufgeweicht. Totalitär verordnete Veränderungen wurde als Chancen verkauft. Alles was den Schildbürgern nützte, wurde ernst genommen, wer die Politik der Schildbürger kritisierte, wurde subtil ausgegrenzt. Ausdrücke wie Toleranz, Wandel, Vertrauen, Solidarität, Chancengleichheit, Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit, Sozialkompetenz und Sicherheit wurden gebetsmühlenartig in die Köpfe der Bevölkerung gehämmert. Jeder Zuhörer konnte in diese politischen Worthülsen hineininterpretieren, was er wollte. Im Bereich der Schulen lancierten die Schildbürger unfertige Experimente, die ziemlich gewagt waren. Die bisherige Schullandschaft sollte „politisch korrekt“ systematisch umgepflügt werden. Die Schülerinnen und Schüler durften ab sofort ihre Probleme nicht mehr den Klassenlehrern anvertrauen, sondern nur noch den sog. Mediatoren und Heilpädagogen. Neu geschaffene sog. Förderzentren schrieben den Regellehrern vor, wie sie ihre Arbeit zu verrichten hatten. Mit der Integration der Kleinklassenkinder in die Regelklassen, konnten noch mehr ISF-Lehrer, Förderlehrkräfte und Heilpädagogen in die Regelklassen geschleust werden. Mit diesen Massnahmen konnten die Regellehrkräfte unbeobachtet flächendeckend kontrolliert werden. Lehrkräfte, die den Kontrolleuren auffielen, wurden bei der Schulhausleitung denunziert und mussten sog. „Unterstützung“ von sog. „Supervisoren“ über sich ergehen lassen.

Auch das tapfere Lehrerlein musste immer wieder zum Supervisor. Der Ober-Supervisor war gleichzeitig der Chef des Schulpsychologischen Dienstes. Dieser gab vor, dem tapferen Lehrerlein helfen zu wollen.

(Licht ein)

Psychologe: Ich bin Psychologe

Nichts bringt mich aus der Ruh’

Sie sind Pädagoge

Ich hör’ Ihnen zu

Sie dürfen mir vertrauen

Ich habe Schweigepflicht

Wir werden dann schauen

Ich schade Ihnen nicht

Ich habe die Lösung für Sie

Ich empfehle Ihnen eine Therapie

Dann werden auch Sie wieder gesund

Dann läuft’s auch für Sie rasch wieder rund

Haben wir ihn gefunden,

ihren „Blinden Fleck“

Werden sie schnell gesunden

Und ihre Sorgen sind alle weg

Gönnen Sie sich statt Ferien

Eine Therapie

Es wird sich für Sie lohnen

Bereuen werde Sie das nie

Ich habe die Lösung für Sie

Sie brauchen ganz schnell ne Therapie

Dann werden auch Sie ganz schnell gesund.

Dann läufts auch für Sie schnell wieder rund

(Licht aus)

Der Leiter des Schulpsychologischen Dienstes hatte schnell Vertrauen zum Lehrerlein aufgebaut. In seiner ruhigen fürsorglichen Art, hörte der Leiter des Schulpsychologischen Dienstes dem tapferen Lehrerlein stundenlang zu. Vertrauensvoll erzählte das Lehrerlein dem Psychologen, dass es sich von seiner Chefin gemobbt fühlte. Auf diesen Moment hatte der Psychologe gewartet. Kurzerhand verdrehte er die Frustrationen des tapferen Lehrerleins zu Aggressionen und teilte dem Personalchef Schulen mit, dass das Lehrerlein aus seiner Sicht an akuter Selbst- und Fremdgefährdung leide. Damit machte er aus dem harmlosen Lehrerlein im Handumdrehen ein gefährliches Ungeheuer. Natürlich hatte das Lehrerlein zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, was hinter seinem Rücken alles ablief.

Die neue Chefin des Lehrerleins wurde vom Psychologen über die angebliche Gefährlichkeit des Lehrerleins informiert. Auf Grund der frei erfundenen Diagnose verlangte die Rektorin vom Lehrerlein ein psychiatrisches Gutachten. Die Kompetenz dazu hatte sie zwar nicht, aber sie wusste, dass Sie mit der Unterstützung ihrer Vorgesetzten auch berechtigt war, unrechtmässig zu handeln. Ihre Absicht war es, das Lehrerlein über ein psychiatrisches Gutachten arbeitsunfähig schreiben zu lassen.

(Licht ein)

Rektorin: Wer nicht pariert

Wird aussortiert

Und ganz subtil

ausrangiert

Wer nicht pariert

Wird ignoriert

Und ganz subtil

isoliert

Als Chefin kann ich:

provozieren, ignorieren,

manipulieren, intrigieren

isolieren, psychiatrisieren,

kriminalisieren, eliminieren

Wer nicht pariert

Wird psychiatrisiert

Und ganz subtil

stigmatisiert

Wer nicht pariert

Wird kriminalisiert

Und ganz subtil

eliminiert

(Licht aus)

Das Lehrerlein war nach einem Gespräch mit seiner Rektorin und dem Personalchef total verwirrt. Es spürte, dass irgend etwas nicht stimmte. Offensichtlich hatte man mit ihm etwas vor, aber was? Das Lehrerlein fühlte sich immer mehr wie in einem falschen Film. Nachts konnte es kaum mehr einschlafen. Schliesslich hatte es einen schlimmen Albtraum.

(Licht ein)

Amtsarzt: Guten Morgen, tapferes Lehrerlein!

Lehrerlein: Guten Morgen, Herr Amtsarzt!

Amtsarzt: Du weisst warum du von mir eine Einladung bekommen hast?

Lehrerlein: Meine Chefin hat mich freigestellt, mit dem Argument ich könne meine Angelegenheiten nicht mehr selber regeln, weil ich angeblich eine psychische Krankheit hätte.

Amtsarzt: Ja genau. Wie geht es dir denn heute?

Lehrerlein: Eigentlich geht es mir gut, aber ich werde von meiner Chefin aus dem Schuldienst gemobbt.

Amtsarzt: Aha, seit wann fühlst du denn verfolgt und als Opfer einer Verschwörung?

Lehrerlein: Meine Chefin macht alles, um mich aus dem Schuldienst zu drängen.

Amtsarzt: Ich darf dich beruhigen, deine Chefin will dir nur helfen.

Lehrerlein: Dann soll sie ihre Freistellung wieder aufheben und mich wieder unterrichten lassen.

Amtsarzt: Siehst du, das können wir eben nicht. Wir müssen zuerst abklären, ob du überhaupt noch unterrichten kannst.

Lehrerlein: Aber ich bin völlig gesund!

Amtsarzt: Das sagst du. Ich kann die Verantwortung dafür nicht übernehmen. Ich muss dich in eine Klinik einweisen.

Lehrerlein: Ich will aber nicht in eine Klinik, ich möchte wieder Schule geben.

Amtsarzt: Nimm die Klinikeinweisung als Chance. Man wird dir dort helfen.

Lehrerlein: Aber ich bin nicht krank!

Amtsarzt: Woher willst du das wissen? Gerade bei einer paranoiden Schizophrenie haben die Patienten keine Einsicht in ihre Krankheit.

Lehrerlein: Was ist das, eine paranoide Schizophrenie?

Amtsarzt: Das ist eine psychische Krankheit, bei der sich der Patient verfolgt und gemobbt fühlt. Er hat das Gefühl, alle seien gegen ihn. Er sieht aber nicht die ganze Realität.

Lehrerlein: Ja, aber das ist so. Ich werde tatsächlich gemobbt.

Amtsarzt: Siehst du! In der Klinik kannst du in aller Ruhe mit einem Psychiater deine Ängste besprechen. Nimm dir eine Auszeit. Lass dir helfen.

Lehrerlein: Aber ich bin gesund, zum Donnerwetter noch mal. Ich lasse mich von ihnen doch nicht einfach so behandeln.

Amtsarzt: Beruhige dich. Zwei freundliche Männer werden dich begleiten. Sei jetzt ganz ruhig und gelassen. Die beiden Männer werden dir helfen.

(Zwei kräftige Männer kommen in den Raum und packen das Lehrerlein am Arm. Das Lehrerlein wehrt sich)

Lehrerlein: He, was soll das? Lasst mich in Ruhe! Ihr Schweine lasst mich in Ruhe. Das werdet ihr mir büssen! Hilfe!

(Ein dritter Pfleger erscheint. Die beiden andern halten das Lehrerlein fest und der dritte versucht dem Lehrerlein eine Spritze zu verpassen.)

3. Pfleger: Solche Typen wie dich darf man nicht auf die Menschheit loslassen. Du bist ja eine Gefahr für dich selber und die Umwelt.

Lehrerlein: Ihr seid eine Gefahr für mich, ihr verdammten Dreckschweine, das werde ich euch noch heimzahlen, aaaah ....

(Die Spritze beginnt zu wirken, dass Lehrerlein verliert das Bewusstsein, die Pfleger transportieren den leblosen Körper ab.)

Amtsarzt: So, das hätten wir. Jetzt noch die Formalitäten. Also, ...

Diagnose: paranoide Schizophrenie, hohes Aggressionspotential gegen sich selber und gegen seine Umwelt, spricht massive Drohungen aus, zeigt keine Einsicht in seine Krankheit, zeigt sich unkooperativ und muss daher zwangsmediziert werden.

Amtsarzt: Wer nicht kooperiert

Spürt schnell die Staatsgewalt

Es wird interveniert

Ohne Vorbehalt

Wer nicht kooperiert

Den zwingen wir zum Glück

Zwangspsychiatrisiert

kommt man so schnell nicht zurück

Es lebe die Psychiatrie

So schön wie heute war’s noch nie

Wer sich dagegen wehrt

Wird einfach weggesperrt.

Wer nicht kooperiert

dem helfen wir mit Zwang

Mit Psychopharmaka

nimmt alles dann seinen Gang

Wer nicht kooperiert

dem ist bald nicht mehr wohl.

Der erhält ungeniert

eine Spritze mit Haldol!

Es lebe die Psychiatrie

So schön wie heute war’s noch nie

Wer sich dagegen wehrt

Wird einfach weggesperrt

(Licht aus)

Der Albtraum des tapferen Lehrerleins wollte nicht mehr aufhören. Das Medikament, dass der Pfleger gespritzt hatte, löste bei ihm Halluzinationen aus. Seltsame Dinge geschahen. Die Wände in der Isolierzelle, in die sie ihn gebracht hatten, begannen sich zu bewegen. Seltsame Gestalten streckten ihre Köpfe durch die Zellenwände. Das tapfere Lehrerlein bekam es mit der Angst zu tun. Hatten die anderen also doch recht? War es psychisch krank? Die Halluzinationen wurden immer schlimmer.

(Licht ein)

(Ein Skelett beginnt in der Zelle zu tanzen. Schallend lacht es das tapfere Lehrerlein aus. Das tapfere Lehrerlein dreht fast durch vor Angst.)

(Licht aus)

Der Traum des Lehrerleins wurde immer schlimmer. Es wurde zu einem Mann in einem weissen Kittel gebracht. Er war Psychiater und der Leiter der Klinik.

(Licht ein)

Psychiater: Guten Morgen, geht es dir schon etwas besser?

Lehrerlein: Wo bin ich eigentlich hier?

Psychiater: Du bist in der psychiatrischen Klinik zur Beobachtung.

Lehrerlein: Ich kann mich an nichts erinnern.

Psychiater: Das ist typisch für deine Krankheit.

Lehrerlein: Welche Krankheit habe ich denn?

Psychiater: Du bist eingeliefert worden mit dem Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie. Hörst du oft Stimmen?

Lehrerlein: Ich habe Stimmen gehört und seltsame Gestalten gesehen, aber ich weiss nicht recht, ob ich das geträumt habe, oder ob das Realität war.

Psychiater: Aha. So. So.

Lehrerlein: Ein Skelett hat getanzt.

Psychiater: So, so, ein Skelett.

Lehrerlein: Ich möchte jetzt wieder nach Hause.

Psychiater: Das geht leider nicht. Wir können im Moment noch nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dich zu entlassen. Natürlich darfst du bei der Psychiatrie-Rekurskommission deine Entlassung beantragen, aber das geht schon noch ein paar Wochen.

Lehrerlein: Was ein paar Wochen? Ich muss wieder arbeiten.

Psychiater: Deine Chefin weiss Bescheid. Du bist bis auf weiteres krank geschrieben. Es ist alles in Ordnung. Nimm deinen Aufenthalt in der Klinik als Chance. Wenn du einsichtig bist und deine Krankheit akzeptierst, wird alles besser. Vertraue uns. Wir wollen dir nur helfen.

Psychiater: Vielleicht haben Sie ne Neurose

Oder gar eine Psychose

Vielleicht ist es Schizophrenie

So was merkt man selber nie

Ich mache mir Sorgen um Sie

Sie brauchen eine Therapie

Sie funktionieren nicht mehr normal

Für die Umwelt werden sie zur Qual

Sie wirken auf mich ziemlich wirr

Ich würde sogar sagen etwas irr

Vielleicht haben sie Epilepsie

So was merkt man selber nie

Vielleicht sind sie manisch-depressiv

Oder gar übermässig aggressiv

Sie brauchen eine Therapie

So was merkt man selber nie.

(Licht aus)

Das Lehrerlein träumte in seinem schlimmen Albtraum, das es in eine schlimme Depression gefallen sei. Es wurde von zwei Pflegern abgeholt und wieder in die Zelle gebracht.

Willenlos liess es sich erneut eine Spritze verpassen. Die Halluzinationen wurden jetzt noch schlimmer als vorher. Grässliche Stimmen begannen auf das Lehrerlein einzureden.

Licht ein)

Stimme 1: Hallo Lehrerlein, merkst du jetzt endlich, dass du psychisch krank bist?

Stimme 2: Du bist eine Gefahr für dich selber!

Stimme 3: Und eine Gefahr für deine Umwelt!

Stimme 4: Du hast den Bezug zur Realität verloren!

Stimme 5: Du wirst langsam verrückt!

Stimme 6: Niemand kann für dich noch die Verantwortung übernehmen.

Stimme 7: Du bleibst für immer hier!

Lehrerlein: Neeeeeeein! Hilfe!

(Licht aus)

Der Albtraum wollte nicht aufhören. Die beiden Pfleger brachten das tapfere Lehrerlein wieder zum Leiter der Klinik.

(Licht ein)

Psychiater: Ah, das tapfere Lehrerlein, wie geht es ihm denn heute?

Lehrerlein: Ich, ..., eh, ich, ... , mir geht es gar nicht gut.

Psychiater: Du bist ganz bleich. Ich mache mir grosse Sorgen um dich.

Lehrerlein: Diese Spritzen ..., ... ich habe das Gefühl diese Spritzen machen mich verrückt!

Psychiater: Siehst du, das ist ein typisches Krankheitssymptom. Du fühlst dich sogar hier

in der Klinik, wo du geschützt bist, verfolgt. Dein Verfolgungswahn wird immer stärker. Wir müssen deine Dosis mit Haldol unbedingt erhöhen.

Lehrerlein: Nein, ... bitte nicht. Ich sehe es ja ein, dass ich krank bin, aber bitte keine Spritzen mehr.

Psychiater: Wir könnten natürlich die Therapie ändern ...

Lehrerlein: Ja, bitte eine andere Therapie ... ich mache alles um wieder gesund zu werden!

Psychiater: Es freut mich sehr, dass du endlich kooperierst. Hast du schon einmal etwas von der Elektrokrampf-Therapie gehört?

Lehrerlein: Keine Ahnung! Was ist das?

Psychiater: Du wärst also einverstanden mit der bewährten Elektrokrampf-Therapie?

Lehrerlein: Sie können alles mit mir machen, nur keine Spritzen mehr.

Psychiater: Eine letzte Spritze muss noch sein, aber wir spritzen dir kein Psychopharmaka mehr, sondern nur ein Beruhigungsmittel. Die Krankenpflegerin wird gleich kommen.

(Der Psychiater verschwindet und eine hübsche Krankenpflegerin betritt den Raum.)

Pflegerin: Ah, da ist ja das tapfere Lehrerlein. Jetzt geht es ihm bald besser.

Lehrerlein: Sie sind aber eine hübsche Pflegerin ...

Pflegerin: Wir tun doch alles, damit du dich bei uns wohl fühlst. Achtung, jetzt gibt’s einen kleinen Stich!

Lehrerlein: Autsch!

(Das Lehrerlein verdreht die Augen und wird müde. Die beiden starken Pfleger betreten den Raum. Sie packen das Lehrerlein an beiden Armen. Das Lehrerlein lässt sich hilflos auf einen Stuhl führen, wo es mit Lederriemen angeschnallt wird. Da das Lehrerlein kaum noch mitbekommt, was mit ihm geschieht, leistet es keinen Widerstand. Der Psychiater erscheint wieder.)

Pfleger 1: Wir wären dann soweit!

Psychiater: Wunderbar. Jetzt noch richtig verdrahten und ab geht die Post!

(Die beiden Pfleger schliessen das tapfere Lehrerlein an verschiedene Drähte an. Sie ziehen dem Lehrerlein eine Art Helm über und schieben ihm einen Gummischutz in den Mund, damit es sich nicht auf die Zunge beisst.)

Psychiater: Wir beginnen mit 220 Volt.

Pfleger 2: Ok! Bereit! Achtung!

(Der Pfleger drückt einen Knopf, es gibt einen Knall und der Körper des tapferen Lehrerleins bäumt sich auf.)

Psychiater: Brav, tapferes Lehrerlein. Das nenne ich gute Kooperation. Jetzt versuchen wir es mal mit 440 Volt.

(Der Pfleger verstellt an der Maschine einen Regler, drückt wieder auf den Knopf und der Körper des tapferen Lehrerleins bäumt sich doppelt so heftig auf.)

Psychiater: Brav, tapferes Lehrerlein. Aus dir machen wir schon noch ein funktionstüchtiges Mitglied unserer Gesellschaft. Ab Morgen wird die Therapie intensiviert.

Pflegerin: Für leichte Fälle gibt’s Psychologen.

Pfleger 1: Die arbeiten, ganz ohne Drogen.

Pfleger 2: Doch manchmal ist der Patient resistent.

Psychiater: Doch dann sind wir noch lange nicht am End.

Pflegerin: In der Klinik lernen dann die Patienten

Pfleger 1: Wie psychisch Kranke zu denken.

Pfleger 2: Der psychisch Kranke wird von uns geschützt

Psychiater: Und mit Psychopharmaka unterstützt!

Alle: Das ist die schöne neue Welt

Auch wenn das nicht allen gefällt

Das ist die schöne neue Welt

Es geht um Macht und ganz viel Geld.

Pflegerin: Nicht alle wollen sich helfen lassen

Pfleger 1: Doch mit uns ist nicht zu spassen

Pfleger 2: Nach Gesetz dürfen wir Patienten zwingen

Psychiater: Irgendwann wird jede Therapie gelingen

Pflegerin: Am liebsten haben wir die

Pfleger 1: Elektrokrampf-Heil-Therapie

Pfleger 2: Wir heilen damit alle renitenten

Psychiater: und uneinsichtigen Patienten

Alle: Das ist die schöne neue Welt

Auch wenn das nicht allen gefällt

Das ist die schöne neue Welt

Es geht um macht und ganz viel Geld

(Licht aus)

Plötzlich wachte das tapfere Lehrerlein schweissüberströmt aus seinem Albtraum auf. War das alles nur ein Traum? Verwirrt schaute das Lehrerlein in seine Agenda. Der Termin beim Amtsarzt war erst in einer Woche. Es hatte also alles nur geträumt. Vorsichtshalber beschloss das Lehrerlein sich beim Amtsarzt abzumelden und schrieb ein E-Mail an die Gesundheitsdienste:

(Licht ein)

(Das Lehrerlein schreibt in seinen Computer)

Lehrerlein: Vielen Dank für Ihre Einladung. Ich darf Ihnen versichern, dass ich bei bester Gesundheit bin. Es gibt für mich keinen Grund bei Ihnen zu erscheinen. Auch wenn mein Arbeitgeber das anders sieht, ich bin weder für mich selber noch für meine Mitmenschen eine Bedrohung. Leider habe ich mich immer wieder von Schülern, Eltern, Kollegen und Vorgesetzten zu Reaktionen provozieren lassen, die mir im Nachhinein leid getan haben. Ich lese jetzt ein Buch mit dem Titel „Emotionale Intelligenz“. Ich werde meine Emotionen in Zukunft besser zügeln. Falls Sie noch Fragen haben, dürfen Sie mir gerne ein E-Mail senden.

(Licht aus)

Das Lehrerlein beschloss einen Anwalt aufzusuchen. Der Anwalt wurde von der Schul-Synode zur Verfügung gestellt. Als Mitglied der Schulsynode musste man nichts bezahlen. Leider wusste das Lehrerlein zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dieser Jurist auch ein Mitglied der Schildbürger-Partei.

(Licht ein)

Jurist: Wenn sie eine Einladung vom Amtsarzt bekommen haben, müssen sie unbedingt hingehen.

Lehrerlein: Ich bin da aber anderer Meinung. Ich habe vom Amtsarzt keine Vorladung, sondern nur eine Einladung erhalten. Einladungen sind per Definition freiwillig.

Jurist: Ob Einladung oder Vorladung, das spielt keine Rolle, sie müssen unbedingt hingehen.

Lehrerlein: Nein, das ist mir zu gefährlich. Ich möchte mich nicht psychisch krank schreiben lassen.

Jurist: Sie können nachher immer noch ein psychiatrisches Gegengutachten erstellen lassen.

Lehrerlein: Ich habe das Gefühl ich komme hier in eine Mühle, aus der ich nicht mehr herauskomme. Der Personalleiter Schulen hat an die Vormundschaftsbehörde meines Wohnkantons geschrieben, ich sei akut Selbstmord-gefährdet und eine Gefahr für meine Umwelt.

Jurist: Ich kenne den Personalleiter Schulen gut. Vielleicht ist er hier etwas zu weit gegangen, kann ich mal die Akte sehen?

Lehrerlein: Sie kennen den Personalleiter Schulen persönlich?

Jurist: Die Welt ist klein. Ich habe auch schon mit ihm zu tun gehabt. Ich bin sogar per du mit ihm.

Lehrerlein: Die Welt ist ja kleiner als ich dachte.

Jurist: Das ist kein Problem. Ich werde mich für sie einsetzen, ich brauche nur noch ihre Vollmacht.

Lehrerlein: Sie haben mich jetzt ehrlich gesagt ziemlich verunsichert.

Jurist: Das kann ich gut verstehen. Der Inspektionspräsident muss übrigens die Freistellungsverfügung zuerst bewilligen. Reden Sie doch mal mit ihm.

Lehrerlein: Das ist eine gute Idee. Vielen Dank!

(Das tapfere Lehrerlein verschwindet. Zurück bleibt der Jurist.)

Jurist: Die Wahrheit, die gibt’s schon lang nicht mehr

Drum fällt das Lügen uns nicht schwer

Das Recht wird heute so verdreht

Ganz wie der Wind von oben weht

Ohne uns Juristen geht nichts mehr

Drum ist unser Konto niemals leer

Die Kleinen haben keine Rechte

Denn die sind ja schliesslich unsre Knechte

Recht zu haben, das ist nicht schwer

Recht zu bekommen, aber sehr

Wer Recht will, der braucht einen Haufen Geld

Das ist üblich heut auf dieser Welt

Wer die Mächtigen nicht stört

Und der richtigen Partei angehört

Der hat ein wirklich angenehmes Leben

Braucht kein Geld für den Anwalt auszugeben

Wir verdrehen die Gesetze dieser Welt

Und kassieren dafür eine Menge Geld.

Darum nennt man uns im Volksmund „Rechtsverdreher“

Das kommt der Wahrheit schon viel näher

(Licht aus)

Das tapfere Lehrerlein traf sich also mit dem Schulinspektionspräsidenten. Das Lehrerlein wusste, dass der Schulinspektionspräsident auch ein Schildbürger war.

(Licht ein)

Präsident: Also ich muss Ihnen sagen, das ist das erste Mal, dass ich in meinem Amt als Schulinspektionspräsident eine Freistellung zu bewilligen habe.

Lehrerlein: Es gibt überhaupt keine Gründe für eine Freistellung, meine Chefin will mich einfach aus dem Schuldienst mobben.

Präsident: Aber Sie haben ja auch schon Probleme gehabt, mit der Vorgängerin der jetzigen Rektorin.

Lehrerlein: Ja, das stimmt, auch die wollte mich aus der Schule mobben.

Präsident: Ich stelle fest, das Sie das Gefühl haben, dass alle gegen Sie sind.

Lehrerlein: Ich hoffe nicht, dass Sie auch gegen mich sind, darum habe ich Sie ja um ein Gespräch gebeten.

Präsident: Ich habe aber nicht all zu vielen Möglichkeiten Ihnen zu helfen.

Lehrerlein: Doch, Sie brauchen die Freistellungsverfügung meiner Chefin nicht zu bewilligen.

Präsident: Das ist gar nicht so einfach.

Lehrerlein: Es ist schade, dass Sie nie zu mir in den Unterricht gekommen sind, dann hätten Sie gesehen, dass alles in bester Ordnung ist.

Präsident: Ich mache nie Unterrichtsbesuche, dass machen die anderen Schulinspektionsmitglieder.

Lehrerlein: Ist das normal, wenn der Personalchef mich hinter meinem Rücken als potentiellen Selbstmörder und Amokläufer bezichtigt.

Präsident: Dazu kann ich mich nicht äussern.

Lehrerlein: Aber ich werde gemobbt. Im Internet habe ich recherchiert, dass es tatsächlich einmal jemanden gegeben hat, der so lange gemobbt wurde, bis er in seiner Verzweiflung Leute umgebracht hat.

Präsident: Gehen Sie zum Amtsarzt!

Lehrerlein: Aber der Amtsarzt ist bereits von meiner Rektorin, dem Personalchef und der Ressortleiter Schulen beeinflusst worden. Wenn ich zum Amtsarzt gehe, werde ich psychiatrisch entsorgt.

Präsident: Dann nehmen Sie sich einen Anwalt.

Lehrerlein: Der Anwalt ist per du mit dem Personalchef!

Präsident: Dann nehmen Sie sich einen anderen. Es gibt genügend Anwälte.

Lehrerlein: Aber Sie hätten es doch in den Händen. Sie müssen die Freistellung nicht bewilligen. Sie sehen ja, ich mache einen absolut normalen Eindruck, oder erscheine ich Ihnen etwa auch als psychisch krank?

Präsident: Nein, Sie sind so wie immer.

Lehrerlein: Also, dann helfen Sie mir bitte!

Präsident: Ich muss Ihnen jetzt ganz ehrlich sagen, dass ich die Freistellung bereits gestern bewilligt habe.

Lehrerlein: Was? Sie haben die Freistellung bewilligt, ohne vorher mit mir zu sprechen?

Präsident: Man hat mir gesagt, ich müsse die Freistellung bewilligen.

Lehrerlein: Wer hat Ihnen das gesagt?

Präsident: Die Rechtsabteilung des Erziehungsdepartementes.

Lehrerlein: Dann sind sie also nur eine Marionette des Erziehungsdepartements?

Präsident: Das kann man so sehen.

Lehrerlein: Und das sagen sie mir erst jetzt?

Präsident: Ich kann’s leider nicht ändern.

(Licht aus)

Das tapfere Lehrerlein war total frustriert. Gab es überhaupt noch jemanden, der zu ihm hielt?

Auch seine Kolleginnen aus dem Team behaupteten, sich von ihm bedroht zu fühlen. Nur zu einer Kollegin hatte das tapfere Lehrerlein noch Vertrauen. Er rief sie an und erzählte ihr alles, was er bisher erlebt hatte und was er zum Thema Mobbing im Internet recherchiert hatte. Kurz darauf erhielt er von dieser Kollegin einen Brief.

(Licht ein)

(Das Lehrerlein liest den Brief.)

Lehrerlein: Du hast dich nun mehrmals an mich gewandt und mir einen Einblick in deine Sicht gegeben, und mir scheint, dass du dich recht isoliert fühlst, was ich auch verstehen kann. Trotzdem kann ich dir nicht helfen, weder beim Suchen von Beweismaterial noch als Informantin. Ich hoffe, das verstehst du. Das ganze Geschichte belastet mich, vor allem weil ich immer mehr das Gefühl habe, dass du nicht mehr wahrnimmst, wie du auf andere wirkst. Ich kann dir nur raten, zu dir Sorge zu tragen und rechtzeitig eine medizinische Fachkraft zu Hilfe zu ziehen. Wir leben alle in einer stressenden Zeit und jeder kann einmal in eine Situation geraten, wo er den Boden unter den Füssen verliert und Fachhilfe braucht. Ich hoffe, du hast dich nicht schon zu sehr verrannt und kannst diese Botschaft noch hören. Du kannst mir gern von Zeit zu Zeit e-mailen, wie es dir geht, nur ausfragen musst du mich nicht mehr. Ich habe mich etwas ausgenützt gefühlt nach deinem letzten Telefon und denke, dass dieses Ausfragen normale Kontakte mit Kollegen und Kolleginnen im Schulhaus erschwert. Machs gut!

(Licht aus)

Erneut war das tapfere Lehrerlein total frustriert. Offensichtlich sollte es mit allen Mitteln krankgeschrieben werden. Es fehlte nur noch die offizielle Unterschrift des Amtsarztes. Morgen war der Termin beim Amtsarzt. Was sollte das tapfere Lehrerlein tun? In der Nacht hatte das Lehrerlein wieder fürchterliche Albträume. Es träumte, es sei wieder in der psychiatrischen Klinik. Es war gezeichnet von der Elektrokrampf-Therapie. Bleich, müde, ängstlich und apathisch sass es dem Leiter der psychiatrischen Klinik gegenüber.

(Licht aus)

Psychiater: So, tapferes Lehrerlein, du sprichst recht gut auf die Elektrokrampf-Therapie an.

(Das tapfere Lehrerlein spricht ganz langsam und unkonzentriert. Es macht den Eindruck, sein Hirn sei geschädigt.)

Lehrerlein: Ich, ..., äh, ... ich weiss nicht mehr, wie ich heisse ...

Psychiater: Das ist nicht so schlimm, das sind nur die Nebenwirkungen der Elektrokrampf-Therapie.

Lehrerlein: Ich, ..., ehm, ... weiss auch nicht mehr warum ich ... überhaupt hier bin ...

Psychiater: Du hast eine paranoide Schizophrenie.

Lehrerlein: Bin ich ... eh ... jetzt wieder gesund?

Psychiater: Weißt du, Schizophrenie ist eine schwere Erbkrankheit. Du wirst den Rest deines Lebens Psychopharmaka einnehmen müssen.

Lehrerlein: Aber ich will keine Spritzen mehr!

Psychiater: Mach dir keine Sorgen, es gibt dein Medikament in Form von Tabletten ...

Lehrerlein: Wann ... darf ich wieder nach ... Hause?

Psychiater: Die Psychiatrie-Rekurskommission hat deinen Rekurs leider abgelehnt. Du darfst also noch ein bisschen bei uns bleiben. Bei uns bekommst du die Gelegenheit zu lernen, mit deiner Krankheit umzugehen. Du wirst morgen von der geschlossenen in die offene Abteilung verlegt.

Lehrerlein: Kommt mich ... dann auch mal jemand ... besuchen?

Psychiater: Aber selbstverständlich. Der Vorsteher des Erziehungsdepartements und der Leiter Ressort Schulen und deine Rektorin haben sich bereits nach dir erkundigt.

Lehrerlein: Wann darf ... ich endlich wieder ... arbeiten?

Psychiater: Das kann ich dir leider nicht sagen, aber habe Vertrauen in die Psychiatrie. Auch ein Leben mit der Krankheit Schizophrenie ist noch lebenswert.

(Licht aus)

Damit war der Albtraum des tapferen Lehrerlein aber noch nicht zu Ende. Es träumte, wie es von der geschlossenen in die offene Abteilung verlegt wurde und dort auf Menschen traf, die alle ängstlich, apathisch und überangepasst wirkten.

(Licht ein)

Patienten: Wir dämmern vor und hin

Uns fehlt der Lebenssinn

Wir haben keine Kraft

Und keine Leidenschaft

Wir fühlen uns so dumpf

Wir stecken tief im Sumpf

Wir schlucken alle Pillen

Sind ohne freien Willen

Wir leben mit Neurosen

Wir leben mit Psychosen

Wir sind manisch depressiv

Und nicht mehr aggressiv

Hier werden wir betreut

Wir haben’s nie bereut

Die schöne neue Welt

Ist das was uns gefällt

(Licht aus)

Völlig fertig wachte das tapfere Lehrerlein aus seinem erneuten Albtraum auf. Es war total verstört. Wollte seine Rektorin ihn tatsächlich über den Amtsarzt in eine Klinik einweisen lassen? Je länger das Lehrerlein darüber nachdachte, desto mehr bekam es Angst. Nach reiflicher Überlegung beschloss es endgültig, nicht beim Amtsarzt zu erscheinen. Am Nachmittag läutete es an der Haustüre des Lehrerleins.

(Licht ein)

(Man hört das Klingeln. Das Lehrerlein öffnet.)

Lehrerlein: Die Polizei? Was gibt’s? Was habe ich verbrochen?

Polizei: Ich habe den Auftrag erhalten, bei ihnen nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist.

Lehrerlein: Und? Was soll nicht in Ordnung sein?

Polizei: Sie hatten heute Morgen einen Termin beim Amtsarzt und sind nicht erschienen.

Lehrerlein: Und? Ist das ein Verbrechen?

Polizei: Das nicht, aber verschiedene Leute machen sich Sorgen um sie?

Lehrerlein: Sorgen um mich? Gewisse Leute wollen mich stressen!

Polizei: Ihre Rektorin macht sich Sorgen um sie. Sie hat Angst, dass sie sich etwas antun könnten.

Lehrerlein: Diese Frau macht alles, um mich beruflich zu erledigen.

Polizei: Sie sollen angeblich den Namen eines Amokläufers erwähnt haben?

Lehrerlein: Den Namen eines Amokläufers? Ich bin beim Recherchieren zum Thema Mobbing auf den Namen eines Amokläufers gestossen, das ist alles.

Polizei: Sie sollen den Namen dieses Amokläufers haben sie in verschiedenen Gesprächen erwähnt haben.

Lehrerlein: Und, ist das ein Verbrechen?

Polizei: Sie hätten diesen Namen nicht erwähnen dürfen.

Lehrerlein: Warum nicht?

Polizei: Alle haben Angst vor ihnen bekommen.

Lehrerlein: Angst? Wieso Angst. Ich habe nur gesagt, dass dieser Amokläufer das spektakulärste Mobbing-Opfer in unserem Land ist.

Polizei: Das hätten sie eben nicht tun sollen.

Lehrerlein: Warum nicht? In unserem Land herrscht immer noch Meinungsfreiheit.

Polizei: Gewisse Reizworte sollte man eben nicht aussprechen.

Lehrerlein: Welche Reizworte?

Polizei: Eben zum Beispiel den Namen dieses Amokläufers.

Lehrerlein: Dieser Amokläufer ist nicht als Amokläufer auf die Welt gekommen, sondern man hat ihn in diese Situation getrieben.

Polizei: Es ist gefährlich, sich mit Amokläufern zu identifizieren.

Lehrerlein: Ich habe mich mit diesem Mann nicht identifiziert.

Polizei: Man macht sich Sorgen, dass sie sich und anderen etwas antun könnten.

Lehrerlein: Wer macht sich Sorgen?

Polizei: Mir ist diese Telefonnummer gegeben worden. Sie sollten dringendst dort anrufen.

Lehrerlein: Was ist das für eine Telefonnummer?

Polizei: Man hat mir gesagt, der Amtsarzt mache sich Sorgen um sie.

Lehrerlein: Ich habe mich offiziell beim Amtsarzt abgemeldet.

Polizei: Offensichtlich hat er grosse Angst, dass sie sich etwas antun könnten.

Lehrerlein: Aber sie sehen ja, dass alles in Ordnung ist. Ich möchte mich nicht umbringen, aber ich werde extrem von meiner Chefin gemobbt.

Polizei: Das kann ich nicht beurteilen, rufen sie doch einfach diese Nummer an.

(Licht aus)

(Nach dem Gespräch mit dem Polizisten war das Lehrerlein etwas verwirrt. Was sollte das Ganze? Wer hatte die Polizei auf ihn gehetzt? Es beschloss die Nummer anzurufen, die es vom Polizisten bekommen hatte.)

Amtsarzt: Hallo, hier spricht der Amtsarzt, wer ist am Apparat?

Lehrerlein: Hallo, Herr Amtsarzt, haben Sie mir die Polizei vorbeigeschickt?

Amtsarzt: Ich habe mir Sorgen um Sie gemacht. Warum sind Sie heute Morgen nicht zum vereinbarten Termin erschienen?

Lehrerlein: Ich habe mich ja offiziell bei Ihnen abgemeldet.

Amtsarzt: Ich habe Ihnen aber eine Vorladung geschickt, da können Sie sich nicht einfach abmelden.

Lehrerlein: Es tut mir leid, aber es war keine Vorladung, sondern nur eine Einladung.

Amtsarzt: Das spielt keine Rolle, Sie hätten kommen müssen.

Lehrerlein: Aber ich bin gesund. Ich werde zwar von meiner Chefin gemobbt, aber im Moment fühle ich mich noch gesund.

Amtsarzt: Ja, aber die Leute aus dem Erziehungsdepartement sagen etwas anderes. Meine Aufgabe wäre es gewesen, abzuklären, wie es um Sie steht.

Lehrerlein: Das habe ich Ihnen doch gerade erklärt.

Amtsarzt: Ja schon, aber Sie haben keine medizinische Ausbildung.

Lehrerlein: Das stimmt, aber ich gehe erst zum Arzt, wenn ich mich krank fühle.

Amtsarzt: Bei bestimmten psychischen Krankheiten merkt man das eben nicht sofort.

Lehrerlein: Wenn dieser Stress so weiter geht, werde ich wirklich noch psychisch krank.

Amtsarzt: Ich merke, ich kann die Verantwortung für Sie nicht weiter übernehmen.

Lehrelein: Das brauchen Sie auch nicht, ich bin ein mündiger Bürger.

Amtsarzt: Das sagen Sie, aber man muss jetzt einfach handeln, bevor es zu spät ist.

Lehrerlein: Ja, wenn Sie meinen.

Amtsarzt: Meine Einschätzung ist, dass Sie nicht die ganze Realität sehen.

Lehrerlein: Ja, wenn Sie das so sehen.

Amtsarzt: Ich muss die Verantwortung jetzt einfach weitergeben, wenn Sie nicht zu mir kommen wollen.

Lehrerlein: Wenn Sie das sagen.

Amtsarzt: Versprechen Sie mir ganz ruhig zu bleiben und keine Dummheiten zu machen?

Lehrerlein: Ja, klar, aber lassen Sie mich dann in Ruhe?

Amtsarzt: Wissen Sie, man kann die Situation jetzt nicht einfach so lassen ...

Lehrerlein: Ja, ja, ja ...

Amtsarzt: Man muss da unbedingt etwas unternehmen, ...

Lehrerlein: Ja, ja, ja ...

(Licht aus)

Das Lehrerlein war nach dem Gespräch mit dem Amtsarzt noch verwirrter als vorher. Irgendwie hatte es das Gefühl, der Amtsarzt spiele ein böses Spiel mit ihm. Entweder war der Amtsarzt ein schlechter Schauspieler oder er war ganz einfach inkompetent. Das Lehrerlein beschloss früh ins Bett zu gehen. Es war schon eingeschlafen, als um 22.00 Uhr die Hausglocke läutete. Das Lehrerlein schreckte auf, öffnete das Fenster und schaute in den Garten. Dort stand ein Polizist und eine Polizistin.

(Licht ein)

Lehrerlein: Was wollt ihr von mir um diese Zeit?

Polizistin: Sie müssen mitkommen auf den Polizeiposten.

Lehrerlein: Um diese Zeit? Sicher nicht!

Polizist: Ziehen Sie sich an und öffnen sie die Haustüre.

Lehrerlein: Sicher nicht in diesem Ton. Was wollen Sie?

Polizistin: Jemand erwartet Sie auf dem Polizeiposten, der mit Ihnen reden möchte.

Lehrerlein: Wer soll das sein?

Polizistin: Das werden Sie dann dort sehen.

Lehrerlein: Ich werde sicher nicht auf den Polizeiposten mitkommen, wenn Sie mir nicht sagen, wer mich dort erwartet.

Polizistin: Das werden Sie dann sehen, öffnen Sie jetzt die Türe und kommen Sie mit!

Lehrerlein: Sie sind mir ja ein richtiger Macho!

Polizistin: Ich bin kein Macho, ich bin eine Frau.

Lehrerlein: Da muss ich aber lachen! Wie heissen Sie überhaupt?

Polizist: Das müssen wir Ihnen nicht sagen.

Lehrerlein: Dann komme ich auch nicht mit, wenn Sie mir nicht sagen, wer Sie sind und wer auf dem Polizeiposten auf mich wartet.

Polizistin: Wir haben Zeit.

Lehrerlein: Ich auch, gute Nacht!

(Licht aus)

Das Lehrerlein spielte zwar den Coolen, innerlich aber klopfte ihm das Herz bis zum Hals. Was sollte es tun? Auf keinen Fall durfte es sich provozieren lassen. Es beschloss, selber die Polizisten etwas zu provozieren.

(Licht ein)

Lehrerlein: Seid ihr immer noch da?

Polizistin: Kommen Sie jetzt mit, es ist wichtig, es wartet jemand auf Sie.

Lehrerlein: Solange Sie mir nicht sagen, wer auf mich wartet, komme ich auch nicht mit. Habt ihr nicht langsam kalt?

Polizist: Öffnen Sie jetzt die Türe, oder wir werden andere Massnahmen ergreifen müssen?

Lehrerlein: Wollt ihr mir etwa die Türe aufbrechen?

Polizistin: Das werden Sie schon noch sehen.

Lehrerlein: Sie erkälten sich noch da draussen, wollen Sie einen Tee?

Polizist: Wir wollen jetzt, dass Sie mitkommen.

Lehrerlein: Zuerst sagen Sie mir, wie Sie heissen und was Ihr Auftrag ist.

(Licht aus)

Das Lehrerlein blieb konsequent und öffnete die Tür nicht. Erst nach etwa dreissig Minuten, beschlossen die beiden Ordnungshüter, sich zurückzuziehen.

(Licht ein)

Polizist: Wir kommen wieder!

(Licht aus)

Am Morgen wurde das Lehrerlein wieder von der Hausglocke aus dem Schlaf gerissen. Diesmal stand wieder der Polizist vom Nachmittag vor der Türe. Das Lehrerlein hatte langsam genug und bat den Polizisten in seine Wohnung.

(Licht ein)

Polizist: Also, wir sollten das Ganze langsam zu einem Ende bringen.

Lehrerlein: Ja, das finde ich schon lange.

Polizist: Es wäre gut, wenn sie mit jemandem vom medizinischen Notfalldienst sprechen könnten.

Lehrerlein: Wenn das die Sache endlich zu einem Abschluss bringt.

Polizist: Gut, dann bringe ich Sie zum medizinischen Notfalldienst.

Lehrerlein: Ich gehe überhaupt nirgends hin. Ich bleibe hier in meinen eigenen vier Wänden. Hier fühle ich mich sicher.

Polizist: Der medizinische Notfalldienst könnte auch zu Ihnen kommen.

Lehrerlein: Von mir aus, ich bin den ganzen Morgen hier.

Polizist: Ok. Bis in einer halben Stunde.

(Licht aus)

Nach einer halben Stunde klingelte es erneut. Vor der Türe stand der Polizist und ein Mann mit einem Köfferchen.

(Licht ein)

N-Psychiater: Guten Tag, ich bin Notfallpsychiater.

Lehrerlein: (zum Polizisten) Von einem Psychiater haben Sie aber nichts gesagt.

Polizist: Aber vom psychiatrischen Notfalldienst.

Lehrerlein: Nein, vom medizinischen Notfalldienst!

Polizist: Aha? Ich kann mich nicht erinnern.

Lehrerlein: Das spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Nehmen Sie Platz und machen Sie es sich gemütlich.

N-Psychiater: Nehmen Sie Medikamente?

Lehrerlein: Nein, wieso müssen Sie das wissen?

N-Psychiater: Ich habe den Auftrag, Sie zu befragen, da ist alles wichtig.

Lehrerlein: Nein, ich nehme keine Medikamente.

N-Psychiater. Ich habe den Eindruck, Sie stehen ziemlich unter Stress.

Lehrerlein: Das kann man sagen. Dauernd irgendwelche Überraschungen: Freistellungsverfügungen, Einladungen zum Amtsarzt, Polizisten, die mich nachts aus dem Bett klingeln.

N-Psychiater: Das ist nicht gerade ideal, um seine Sommerferien zu geniessen.

Lehrerlein: Überhaupt nicht. Ich komme überhaupt nicht zur Ruhe. Entweder es flattert mir Behördenpost ins Haus, oder ich erhalte dauernd Besuche von der Polizei, oder jetzt von ihnen.

N-Psychiater: Was wirft man Ihnen vor?

Lehrerlein: Dass ich bedrohlich sei, dass ich eine Gefahr für mich und meine Umwelt sei.

N-Psychiater: Wissen Sie eigentlich, wieso ich zu Ihnen gerufen wurde?

Lehrerlein: Ich weiss eigentlich gar nichts. Anscheinend fühlen sich alle von mir bedroht, aber warum weiss ich eigentlich auch nicht. Die haben nie mit mir darüber geredet.

N-Psychiater: Wissen Sie, wer das ist, wer sich da bedroht fühlt?

Lehrerlein: Ich nehme an, die Frauen aus meinem Team und die Frauen in der Schulhausleitung.

N-Psychiater: Sie haben diesen Frauen gegenüber nie eine Äusserung gemacht, dass Sie sie umbringen wollten oder so?

Lehrerlein: Nein, sicher nicht!

N-Psychiater: Was Ihnen ja vorgeworfen wird, ist, was ich gehört habe, dass Sie gesagt haben, es passiere etwa dasselbe mit Ihnen wie mit diesem Amokläufer, den Sie erwähnt haben.

Lehrerlein: Ich studiere diesen Fall im Moment und bin zum Schluss gekommen, dass falls dieser Mann in der selben Situation wie ich gewesen ist, sein Amoklauf sicher ein grosser Fehler war. Allerdings hat man diesen Mann ebenfalls sehr in die Enge getrieben.

N-Psychiater: Haben Sie eine Waffe?

Lehrerlein: Ich habe eine Waffe.

N-Psychiater: Mehrere?

Lehrerlein: (lacht) Eine, müssen Sie das alles wissen als Psychiater?

N-Psychiater: Ja, das muss ich wissen, weil ich Sie letztendlich beurteilen muss.

Lehrerlein: Und da drehen Sie mir daraus einen Strick, dass ich eine Waffe habe?

N-Psychiater: Möglicherweise.

Lehrerlein: (lacht) Ich habe nur meine alte Dienstpistole, ein Sammlergegenstand.

N-Psychiater: Und Munition?

Lehrerlein: Keine natürlich.

N-Psychiater: Was ist das für ein Modell?

Lehrerlein: Die alte SIG-Offizierspistole. Ich bin kein Waffennarr. Also irgendwann müssen wir jetzt langsam aufhören, ich habe Ihnen jetzt viel gesagt, oder wollen Sie mich testen, wie lange es geht, bis ich ausflippe?

N-Psychiater: Dass Sie den Termin gestern nicht wahrgenommen haben, hat den Amtsarzt in einen grossen Stress gebracht.

Lehrerlein: Aber ich habe ihn angerufen und ihm gesagt, dass alles in Ordnung sei.

N-Psychiater: Sehen Sie, ich bin in der schwierigen Situation, dass ich jetzt beurteilen muss, ob Sie in die Klinik gehen müssen, oder ob man Sie hier lassen kann.

Lehrerlein. (lacht) Und was würden sie sagen?

N-Psychiater: Sie müssen in die Klinik.

Lehrerlein: Vergessen Sie es!

N-Psychiater: Es ist in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen, Sie wirklich fair zu beurteilen.

Lehrerlein: Jetzt hört bei mir der Spass auf.

N-Psychiater: Weil ich jetzt eigentlich die Verantwortung habe, quasi Sie beurteilen muss, ob Sie aktuell hier bleiben können oder nicht und ich würde Sie gerne hier lassen, aber weil ich nicht so ganz sicher bin, ob das wirklich geht, kann ich diese Verantwortung nicht wirklich übernehmen.

Lehrerlein: Ich übernehme die Verantwortung für meine Wohnung, ist das gut?

N-Psychiater: Ja, das können sie eben nicht.

Lehrerlein: Aha, das kann ich auch nicht. Jetzt wird es mir zu blöd ...

N-Spieler: Das ist jetzt einfach die Situation ...

Lehrerlein: Jetzt wird es mir einfach zu blöd, jetzt möchte ich Sie gerne bitten, aus meiner Wohnung zu gehen

N-Spieler: Ja, das werde ich jetzt gerade machen.

Lehrerlein: (zum Polizisten) Sie sind Zeuge, dass ich ihn ganz nett rausgebeten habe.

(Licht aus)

Nachdem die beiden gegangen waren, wurde das tapfere Lehrerlein von einer grossen Verzweiflung gepackt. Es fühlte sich total in die Enge getrieben. Seine Albträume schienen immer mehr zur Wirklichkeit zu werden. Das tapfere Lehrerlein war am Boden zerstört. Plötzlich läutete das Telefon. Am Apparat war der Ressortleiter Schulen.

(Licht ein)

Ressortleiter: Wie geht es Ihnen?

Lehrerlein: Es geht mir überhaupt nicht gut. Es war soeben ein Notfallpsychiater bei mir. Er hat gemeint, ich müsse in eine Klinik.

Ressortleiter: Aha.

Lehrerlein: Ich bin zwar Pazifist, aber ich werde mich wehren, wenn man mich zwangsweise in eine Klinik einweisen will.

(Es läutet es an der Tür.)

Lehrerlein: Moment, es hat an meiner Tür geklingelt, ich komme gleich wieder ...

(Das Lehrerlein geht an die Tür)

Der Notfallpsychiater und der Polizist standen wieder vor der Tür. Das Lehrerlein öffnete die Tür aber nicht.

Lehrerlein: Euch öffne ich die Tür nicht mehr.

N-Psychiater: Die Übung ist abgebrochen. Sie stellen keine akute Fremd- bzw. Selbstgefährdung dar.

Lehrerlein: Und was soll das heissen?

N-Psychiater: Wir haben juristisch keine Möglichkeit, sie in die Klinik einzuweisen.

(Licht aus)

Das Lehrerlein war ziemlich sauer und trotzdem auch sehr erleichtert. Es ging zurück zum Telefon und orientierte den Ressortleiter. Dieser schien sich aber nicht über die gute Neuigkeit zu freuen. Er zeigte sich immer noch sehr besorgt, wünschte dem Lehrerlein aber alles Gute. Kaum hatte er das Telefonat beendet, schrieb der Ressortleiter einen Brief an den Kantonsärztlichen Dienst und an die Staatsanwaltschaft:

(Der Ressortleiter schreibt in seinen Computer)

Ressortleiter: Sehr geehrte Damen und Herren

Ich habe eben mit dem betreffenden Lehrer telefoniert. Gemäss seinen Aussagen wurde er heute morgen von einem Notfallpsychiater besucht. Der Psychiater habe ihm am Ende des Gesprächs mitgeteilt, eine Einweisung in die Klinik sei nötig. Der Lehrer machte am Telefon einen verzweifelten Eindruck. Er sagte, er werde sich und sein Haus – obwohl er Pazifist sei – mit allen Mitteln verteidigen, wenn man ihn abhole und in die Klinik führe. Während meines Telefongesprächs läutete seine Hausglocke. Gemäss seinen Aussagen sei es noch einmal der Psychiater gewesen, der ihm gesagt habe, er habe die Einweisung gestoppt, weil nur eine latente, nicht aber eine akute Fremdgefährdung vorliege. Ich bin besorgt. Ich halte es nach wie vor für notwendig, dass sofort eine sorgfältige medizinisch-psychiatrische Abklärung vorgenommen wird.

Mit freundlichen Grüssen

Der Ressortleiter

Ressortleiter: Wir machen das Lehrerlein zur Schnecke

Wir treiben es gemeinsam in die Ecke

Wir tun so, als machten wir uns Sorgen

Auch so kann man Leute entsorgen

Amtsarzt: Wir können jeden Bürger psychiatrisieren

Oder ihn ganz schnell kriminalisieren

Wer nicht spurt nimmt die Staatsanwaltschaft

Für 48 Stunden kurz in Haft.

Alle: Das ist die schöne neue Welt

Wir tun, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er von uns schnell aussortiert

Psychologe: Wir haben alle unsere Rolle

Bei der psychosozialen Kontrolle

Natürlich halten wir alle dicht

Daher kommt nie etwas ans Licht

Rektorin: Ich bin die Frau für das Grobe

Entschuldigung, dass ich mich so lobe

Doch ich weiss ganz genau, was mir nützt

Und ich werde von oben unterstützt

Alle: Das ist die schöne neue Welt

Wir tun das, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er von uns schnell aussortiert

Personalchef: Wer nicht spurt wird entlassen

Wir nehmen das alles ganz gelassen

Wir drehen alles so wie’s uns beliebt

Wir tun so, als ob’s keine Wahrheit gibt

Vorsteher: Als Vorsteher hab’ ich oberste Kontrolle

Die Wahrheit spielt für keine Rolle

Wer mächtig ist, der darf auch lügen,

Täuschen, verdrehen und betrügen

(Licht aus)

Natürlich glaubte das tapfere Lehrerlein zu diesem Zeitpunkt nicht mehr an Zufälle. Auch das Telefonat mit dem Ressortleiter war kein Zufall. Die Taktik war klar. Man wollte das Lehrerlein mit allen Mitteln in die Enge treiben. Vom Brief des Ressortleiters wusste das tapfere Lehrerlein allerdings nichts. Es war erschöpft von den unzähligen Fragen des Notfallpsychiaters. Müde sank es auf sein Bett. Plötzlich läutete das Telefon und eine unbekannte Stimme war am Telefon zu hören.

(Licht ein)

Stimme: Hier spricht die Polizei! Kommen sie mit erhobenen Händen aus ihrem Haus

Sonst werden wir Ihnen die Türe auframmen.

Lehrerlein: Was? Das soll wohl ein Witz sein?

Stimme: Das ist kein Witz. Hier spricht die Polizei. Das Haus ist umstellt. Kommen sie heraus.

Lehrerlein: Was soll das? Spinnt ihr, ich habe nichts verbrochen.

Polizei: Wenn sie nichts verbrochen haben, brauchen sie auch nichts zu befürchten. Kommen sie jetzt mit erhobenen Händen heraus.

Lehrerlein: Ich lasse euch nicht ins Haus. Ihr wollt mir nur etwas anhängen. Ich werde mich wehren, ich habe eine Waffe.

(Licht aus)

In panischer Angst hängte das Lehrerlein den Telefonhörer auf. Einige Sekunden später klingelte es erneut. Wütend nahm das Lehrerlein den Telefonhörer.

(Licht ein)

Lehrerlein: Was soll eigentlich der ganze Scheiss? Wollt ihr mich fertig machen oder was. Ich komme sicher nicht raus. Ihr könnt mich ja erschiessen, wenn ihr wollt.

(Licht aus)

Das tapfere Lehrerlein legte den Hörer wieder auf. Verzweifelt versuchte es diverse Beweisakten im Haus zu verstecken. In Panik schrieb es sich die Telefonnummer seines neuen Anwalts auf den Arm und verliess das Haus. Kaum war es aus dem Haus, wurde es von mehreren Männern in schwarzer Kampfmontur zu Boden gerissen.

(Licht ein)

Lehrerlein: Was soll der Scheiss?

Polizist 1: Auf den Boden! Hände auf den Rücken!

(Dem Lehrerlein werden die Hände hinter dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Dabei wird es gewaltsam zu Boden gedrückt.)

Polizist 2: Wo ist die Waffe?

Lehrerlein: Ich habe keine Waffe!

Polizist 3: Wo ist ihre Militärpistole?

Lehrerlein: Keine Ahnung, irgendwo im Keller!

Polizist 4: Wo genau im Keller?

Lehrerlein: Keine Ahnung! Ihr müsst das Ding halt suchen!

(Dem Lehrerlein wird der Hausschlüssel abgenommen. Die Polizisten gehen ins Haus und suchen die Waffe. Nach ein paar Minuten kommen sie wieder heraus.)

Polizist 4: Wir haben sie!

Polizist 5. Los aufstehen! Wir bringen sie jetzt auf dem Polizeiposten!

Polizist 6: Zieht ihm die Augenbinde an!

(Dem Lehrerlein wird eine Augenbinde umgelegt.)

Lehrerlein: Was soll der gottverdammte Scheiss? Nehmt mir sofort diese Augenbinde ab! Ihr nehmt mir jetzt sofort diese Augenbinde ab, ihr verdammten Arschlöcher! Ist das eigentlich eine Übung, oder was soll der ganze Mist?

(Licht aus)

Das Lehrerlein wurde in einem Gefangenentransport-Gefährt auf den nächsten Polizeiposten gefahren. Dort wurde es in einen Keller gebracht, wo ihm seine persönlichen Gegenstände wie Portemonnaie, Schlüssel, Ausweise und u.s.w. abgenommen wurde. Sogar die Schnürsenkel aus seinen Schuhen wurden ihm entwendet. Die Polizisten gaben vor, sich Sorgen zu machen, dass sich das tapfere Lehrerlein mit den Schnürsenkeln umbringen könnte. Nach etwa einer Stunde in einem modrigen Keller mit hell leuchtender Glühbirne wurde es in das städtische Untersuchungsgefängnis gefahren. Dort musste es eine ganze Nacht verbringen, ohne dass man ihm den Grund dafür gesagt hätte. Es war ihm auch nicht erlaubt, seine Angehörigen zu verständigen oder seinen Anwalt zu informieren. Das tapfere Lehrerlein war unglaublich zornig. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als mit Liegestützen seine aufgestauten Aggressionen wieder abzubauen. In der Nacht blieb es stundenlang wach. Es konnte sich nicht erklären, warum es hier gefangen gehalten wurde.

(Licht ein)

Lehrerlein: Warum bin ich in diesem Loch gefangen?

Ich kann das einfach wirklich nicht versteh’n.

Wär’ ich doch in die Ferien gegangen.

Wie wird das Ganze für mich weitergehn.

Ich fühl’ mich so allein

Warum muss das so sein?

Wie geht das alles aus?

Komm ich hier jemals raus?

Meine Freunde machen sich jetzt sicher Sorgen.

Werd’ ich sie wohl jemals wieder seh’n?

Seh’ ich vielleicht meinen Anwalt morgen?

Wie schnell wird diese schlimme Nacht vergeh’n?

Irgend jemand pfuscht mir hier ins Leben

Das ist hinterhältig und gemein

Ich würd’ wirklich alles dafür geben.

Um so schnell wie möglich frei zu sein

(Licht aus)

Am anderen Morgen wurde das tapfere Lehrerlein in einen Raum geführt, wo es die sog. erkennungsdienstlichen Massnahmen über sich ergehen lassen musste: Fingerabdrücke, DNA-Probe und Verbrecherphoto. Ganz wie im Krimi. Wollte man ihm irgend etwas anhängen und den Rest seines Lebens wegsperren? Noch immer wusste das tapfere Lehrerlein nicht, was ihm vorgeworfen wurde. Nach einer Weile wurde es von einem Kriminalkommissar und seinem Assistenten in ein Büro gebracht, wo es vernommen wurde.

Als erstes wurde es vom Kommissar über seine Rechte aufgeklärt. Es war wie im Film:

(Licht ein)

Kommissar: Sie können die Aussage verweigern, alles was Sie aussagen, kann gegen Sie verwendet werden.

(Licht aus)

Die Vernehmung begann relativ harmlos. Das tapfere Lehrerlein durfte schildern, wie es in den letzten Jahren seinen Schuldienst erlebt hatte. Es erzählte, dass es von seiner Rektorin nie ernst genommen wurde und immer subtil gemobbt wurde. Der Kriminalkommissar ging taktisch vor. Das Lehrerlein sollte sich zuerst in Sicherheit wiegen. Als das Lehrerlein dann Vertrauen gefasst hatte, kamen die harten Suggestiv-Fragen.

(Licht ein)

Kommissar: In den vergangenen Tagen haben Sie sich mindestens 2 mal mit einem Amokläufer verglichen. Was haben Sie mit diesen Äusserungen mitteilen wollen?

Lehrerlein: Das habe ich dem Notfallpsychiater, welcher am Samstag bei mir vorbeigekommen ist, schon erzählt. Dieser Mann wurde gemobbt und ist in eine grosse Verzweiflung gekommen. Es ist meine Wahrnehmung, dass ich in der selben Situation bin. Ich wollte damit nur sagen, dass dieser Mann gemobbt wurde und in eine Situation gekommen ist, aus welcher er nicht mehr allein hinauskommen konnte.

Kommissar: Dieser Amokläufer hat in der Folge verschiedene Personen umgebracht. Sie haben dessen Namen gegenüber den vor Ihnen stehenden Personen nur erwähnt, um diese unter Druck zu setzen. Vor allem aber haben Sie damit ihre Rektorin indirekt mit dem Tod bedroht.

Lehrerlein: Wenn man mich kennt, ist das ganz einfach nicht realistisch. Das ist konstruiert, wie alles konstruiert ist. Ich würde das nie machen. Einfach nie. Ich habe mich mit diesem Thema befasst und ich habe mir erlaubt, den Namen dieses Mobbing-Opfers in den Mund zu nehmen. Mir wäre wichtig, dass man lernt aus diesem Fall.

Kommissar: Können Sie sich vorstellen, was in einem Menschen vorgeht, wenn man eine Situation wie die Ihre mit solchen Vorfällen wie die dieses Amokläufers vergleicht?

Lehrerlein: Diesen Vergleich kann ich so nicht nachvollziehen. Wenn man mir böse kommen will, kann man natürlich auch alles verstehen, wie man will. Ich möchte doch niemandem etwas zu leide tun.

(Licht aus)

Die Vernehmung ging insgesamt etwa vier Stunden. Am Abend wurde das tapfere Lehrerlein zum Staatsanwalt gebracht. Der Staatsanwalt machte einen ziemlich undurchsichtigen Eindruck. Das Lehrerlein musste ihm per Handschlag versprechen, dass es am anderen Tag nicht in der Schule erschien. Dann liess man das Lehrerlein wieder frei.

(Licht ein)

Alle: Wir machen das Lehrerlein zur Schnecke

Wir treiben es gemeinsam in die Ecke

Als nächstes informieren wir die Presse

Dann bekommt das Lehrerlein eins in die Fresse

Zuerst bringen wir’s im Gratisblatt

Im Monopol-Blatt geht die Post dann richtig ab

Der Ruf des Lehrerleins wird ruiniert

Und das Lehrerlein damit noch mehr frustriert

Das ist die schöne neue Welt

Wir tun, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er von uns schnell aussortiert

Als nächstes wird das Lehrerlein entlassen

Es wird uns dann alle ziemlich hassen

Doch das Lehrerlein kann gar nichts machen

Bald hat es gar nichts mehr zu lachen.

Das Lehrerlein hat bald nen schlechten Ruf

Dann bekommt es keinen Job mehr im Beruf

Es darf die freie Zeit dann dazu nutzen

um Dreck in den Schulhäusern zu putzen

Das ist die schöne neue Welt

Wir tun, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er von uns schnell ausrangiert

(Licht aus)

Die Journalistin, die das tapfere Lehrerlein in die Pfanne zu hauen hatte, arbeitete eng mit dem Ressortleiter Schulen zusammen. Der Ressortleiter war auch gleichzeitig der Mediensprecher des Ressort Schulen. Die Journalistin hatte den Auftrag, dass tapfere Lehrerlein in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken und den Ressortleiter als beherzten Kämpfer gegen das Böse darzustellen.

(Licht ein)

(Die Journalistin schreibt ihren Artikel in den Computer)

Journalistin: So zuerst mal einen reisserischen Titel: Zwar ist das Lehrerlein nicht einmal angeklagt, aber das spielt ja keine Rolle: Lehrer wurde wegen Drohungen freigestellt.

Dann auch ganz besonders wichtig: Man muss den Sprecher der Staatsanwaltschaft zitieren, das gibt der ganzen Sache die nötige Wichtigkeit: Also .. die Polizei hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft einen Lehrer an seinem Wohnort festgenommen. Der Grund: Der Lehrer hatte die Schulleitung bedroht. Weil die Staatsanwaltschaft keine Vertuschungs-, Fortsetzungs- oder Fluchtgefahr sah, hat sie ihn laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft gleichentags wieder freigelassen.

Dann ein wenig mit der Angst der Menschen spielen: Zu früheren Vorkommnissen äussern sich Eltern von Schülerinnen und Schülern. Anonym allerdings. Sie haben Angst, dass der Lehrer sie wieder bedroht, oder dass ihre Kinder Probleme bekommen. ... Auf diese Weise wird niemand herausfinden, dass Frau M. eigentlich gar keine Mutter ist, sondern eine vom Erziehungsdepartement bezahlte Kommunikationsberaterin ... Als Journalistin muss ich schliesslich meine Quellen nicht preisgeben ...

Dann noch ein wenig die Arbeit des Lehrerleins anschwärzen. Dazu eignen sich seine Musicals besonders gut, besonders seine Fernsehparodie. Einfach die parodistischen Elemente ignorieren und schon machen wir aus dem Lehrerlein einen übergriffigen Sexisten.

Dann noch einen Vorfall aus einer Klassenstunde ein wenig verdrehen und schon ist das Lehrerlein erledigt: Auch Herr und Frau B. haben sich an diesem Musical gestört. Und an einem vorhergehenden „schlüpfrigen“ Musical, in dem Mädchen im Bikini auftreten mussten. Und daran, dass der Lehrer Mädchen gefragt habe, ob sie die Menstruation schon hätten.

(Licht aus)

Als das tapfere Lehrerlein den vollständigen Artikel im städtischen Monopolblatt zu lesen bekam, ärgerte es sich grün und gelb. Zahlreiche Halbwahrheiten und falsche Tatsachenbehauptungen wurden mit geschickten Verdrehungen unter Auslassung des jeweiligen Kontextes aneinandergehängt. Die Episode zum Thema „Menstruation“ hatte sich in Wirklichkeit völlig anders abgespielt. Das Lehrerlein wurde in Wirklichkeit während einer Klassenstunde zum Thema „Pubertät“ von einem Mädchen gefragt, ob es ihn denn nicht interessieren würde, wer von den Mädchen denn schon die Menstruation habe. Darauf antwortete das Lehrerlein, in seiner Naivität, dass es aus soziologischen und psychologischen Aspekten zwar interessant sei, es als Lehrkraft aber absolut kein Interesse habe, an solchen Informationen habe. Das Lehrerlein wurde schon einmal in einem Boulevardblatt durch den Kakao gezogen, daraufhin erhielt der zuständige Chefredaktor allerdings eine Rüge vom Presserat.

Was hatte die Journalistin, der Ressort Leiter Schulen und der Mediensprecher der Staatanwaltschaft gemeinsam? Sie kannten sich alle. Sie verstanden alle drei etwas von Sprachmanipulation. Und es machte ihnen offensichtlich Spass, vorsätzlich die Tatsachen zu verdrehen.

(Licht ein)

Journalistin: Wir versteh’n was von Kommunikation

Ressortleiter: Wir versteh’n was von Manipulation

Sprecher: Nein, das sehen wir nicht als Korruption!

Alle: Wir nennen das Information!

Alle: Das ist die schöne neue Welt

Wir tun das, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er ganz einfach aussortiert

Journalistin: Die Wahrheit gibt’s schon lang nicht mehr!

Ressortleiter: Die Wahrheit interessiert nicht all zu sehr!

Sprecher: Die Wahrheit, wen kümmert die schon!

Alle: Aus allem machen wir Information!

Alle: Das ist die schöne neue Welt

Wir tun das, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er ganz einfach aussortiert

Journalistin: Hauptsache es tönt interessant!

Ressortleiter: Die Leser haben’s gerne brisant!

Sprecher: Die Leser haben nie genug davon!

Alle: Von unserer Information!

Alle: Das ist die schöne neue Welt

Wir tun das, was und gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er ganz einfach aussortiert

(Licht aus)

Ein paar Tage nach der Veröffentlichung des Zeitungsartikels wurde das Lehrerlein auf das Rektorat zitiert. Man wolle mit ihm das weitere Vorgehen besprechen. Das Lehrerlein wurde gebeten, seinen Anwalt mitzunehmen. Am Tisch sassen der Ressortleiter, der Personalleiter und die Rektorin.

(Licht ein)

Rektorin: Also, wir haben Sie hierher gebeten, wegen der Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses. Wir möchten Ihnen vorher aber noch die Möglichkeit geben, im gegenseitigen Einvernehmen das Arbeitsverhältnis aufzulösen.

Lehrerlein: Heisst das, ich soll von mir aus kündigen?

Rektorin: Wir haben beide Dokumente vorbereitet, Sie brauchen nur noch zu unterschreiben.

Lehrerlein: Und was ist wenn ich nicht unterschreibe?

Rektorin: Wenn wir Ihnen kündigen, dann müssen Sie nur unterschreiben, dass Sie das Dokument erhalten haben.

Lehrerlein: Sie wissen ganz genau, dass ich an meinem Job hänge, und dass ich niemals von mir aus kündigen werde.

Anwalt: Sie sollten sich das vielleicht noch einmal überlegen ...

Lehrerlein: Das ist eine missbräuchliche Kündigung!

Personalchef: Sie können natürlich innerhalb von 10 Tagen Rekurs dagegen anmelden.

Lehrerlein: Da können Sie aber sicher sein. Wie lange bekomme ich noch den Lohn?

Personalchef: Bis Ende Semester bekommen Sie noch den vollen Lohn.

Lehrerlein: Was? Nur ein halbes Jahr?

Personalchef: Das steht so in Ihrem Vertrag.

Lehrerlein: Das habe ich nicht gewusst.

Rektorin: Der Ressortleiter erläutert Ihnen jetzt die Kündigungsgründe.

Lehrerlein: Da bin ich aber gespannt.

Ressortleiter: Nachdem Sie in der Vergangenheit gegenüber der Schulleitung mehrmals fehlendes Kooperationsverhalten an den Tag gelegt haben, gegenüber Eltern, Schülerinnen und Schülern und Lehrpersonen mehrmals in bedrohlicher und verletzender Art aufgetreten sind, die Weisungen Ihres bzw. Ihrer Vorgesetzten nicht in kooperativer Weise befolgt haben, die Freistellungsverfügung mit der Nichtwahrnehmung des amtsärztlichen Termins erneut unterlaufen haben, die fürsorgerischen Schritte der Schulleitung Ihnen gegenüber nicht als Chance wahrgenommen haben, ist die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr möglich. Ihr Verhalten stellt für uns eine schwere Verletzung des Vertrauensverhältnisses dar, welche die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht. Die oben aufgeführten Vorhaltungen sind als schwere Pflichtverletzung zu taxieren. Sie werden daher per sofort von ihrer Tätigkeit als Lehrperson freigestellt.

(Licht aus)

Das Lehrerlein fühlte sich einmal mehr wie in einem falschen Film. Es wurde von einer ungeheuren Wut gepackt. Allerdings wurde es von seinem Anwalt vor dem Gespräch darauf hingewiesen, unbedingt ruhig zu bleiben und auf keinen Fall die Nerven zu verlieren. Das Lehrerlein hörte auf seinen Anwalt und schluckte seinen Ärger hinunter.

Ein paar Tage später rekurrierte das tapfere Lehrerlein gegen die Verfügung des Rektorates bei der Personalrekurskommission. Die Personalrekurskommission setzte sich aus einem Vertreter des Arbeitgebers, eines Vertreters der Arbeitnehmer und einer Vorsitzenden zusammen. Alle Argumente des tapferen Lehrerleins wurden als irrelevant taxiert, während die Argumente des Erziehungsdepartementes eins zu eins von der Personalrekurskommission übernommen wurden. Mit anderen Worten: die Beweise wurden selektiv gewürdigt und der Rekurs des tapferen Lehrerleins wurde unbürokratisch abgewiesen.

(Licht ein)

Kommission: Wir sind die Personalrekurskommission

Und entscheiden mit „freier“ Kognition

Das Lehrerlein bekommt keinen Applaus

Das Lehrerlein, fliegt ganz einfach raus

Wir drehen Fakten ganz wie’s uns beliebt

Bei uns gibt es nichts, was es nicht gibt

Sogar das Positive wird von uns gedreht

ganz so wie der Zeitgeist g’rade weht.

Das ist die schöne neue Welt

Wir tun das, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er von uns schnell aussortiert

Wir würdigen sämtliche Beweise

Ganz in uns’rem Sinn auf uns’re Weise

Der Starke, der bekommt immer recht

Dem Schwachen, dem geht’s immer schlecht

Recht zu haben, das ist nicht schwer

Recht zu bekommen aber sehr

Relevant ist das, was uns nützt

Und die Staatsverwaltung unterstützt

Das ist die schöne neue Welt

Wir tun das, was uns gefällt

Und wenn einer nicht mitmarschiert

Wird er von uns aussortiert

Alle: Rekurs abgelehnt!

(Licht aus)

Einmal mehr war das tapfere Lehrerlein total frustriert. Da es jedoch immer noch an die Unrechtmässigkeit seiner Entlassung glaubte, beschloss es, mit seinem Anwalt gegen den Entscheid der Personalrekurskommission zu rekurrieren. Allerdings musste es zunächst auf die schriftliche Rekursbegründung der Personalrekurskommission warten. Erst nach drei Monaten bekam das Lehrerlein diese zugeschickt. Mit grossem Interesse las es das fast 10 Seiten umfassende Schreiben der Personalrekurskommission. Das Lehrerlein staunte nicht schlecht: Unzählige Tatsachen wurden erneut verdreht wiedergegeben. Behauptungen wurden zu Fakten und Lügen zur Wahrheit. Eines war dem tapferen Lehrerlein sofort klar: Die Personalrekurskommission war garantiert nicht unparteiisch. Nach mehreren Monaten kam es endlich zur Verhandlung am Appellationsgericht.

Als das tapfere Lehrerlein dort mit seinem Anwalt erschien, erlebte es erneut eine unliebsame Überraschung.

(Licht ein)

Polizist: Polizei, wir haben den Auftrag, sie auf Waffen zu durchsuchen, würden sie bitte mitkommen?

Lehrerlein: Was soll jetzt das? Glauben sie wirklich, dass ...

Polizist: Keine Widerrede, kommen Sie jetzt mit, ich habe meine Befehle!

Lehrerlein: Das glaube ich ja nicht! Hört dieser schlechte Film denn nie auf?

Polizist: Bitte kooperieren Sie jetzt!

Lehrerlein: Herr Anwalt, das ist eine Provokation!

Anwalt: Das habe ich am Appellationsgericht wirklich auch noch nie erlebt.

(Das Lehrerlein lässt sich vom Polizisten durchsuchen.)

Lehrerlein: Glauben Sie wirklich, ich käme mit meiner Militärpistole in den Gerichtssaal?

Polizist: Ich führe nur meinen Auftrag aus.

Lehrerlein: In meiner Mappe habe ich noch ein Etui mit spitzen Bleistiften, bin ich deswegen gefährlich?

(Der Polizist durchsucht die Mappe)

Lehrerlein: Und die Kravatte? Darf ich die anbehalten? Ich könnte mich damit ja aufhängen?

Polizist: Die dürfen Sie anbehalten.

Lehrerlein: Wer sind eigentlich die anderen zwei netten jungen Menschen da draussen?

Polizist: Das sind auch Polizisten.

Lehrerlein: Das glaube ich ja nicht! Und wer bezahlt diesen ganzen Aufwand?

Polizist: Das muss sie ja nicht kümmern.

Lehrerlein: Ist das immer so bei Verhandlungen am Appellationsgericht?

Polizist: Nur wenn wir den Auftrag dazu erhalten.

Lehrerlein: Wer hat Ihnen den Auftrag dazu gegeben?

Polizist: Das müssen Sie die Gerichtspräsidentin fragen.

Lehrerlein: Das glaube ich ja nicht! Hört dieser Albtraum denn nie auf?

(Licht aus)

Die Verhandlung war für das tapfere Lehrerlein ziemlich unangenehm. Die Gerichtspräsidentin versuchte mit gezielt gestellten Fragen das Lehrerlein in die Ecke zu treiben. Als das Lehrerlein nicht so antwortete, wie es die Gerichtspräsidentin erwartete, wurde es von ihr immer wieder unterbrochen. Rhetorisch geschickt wollte die Gerichtspräsidentin dem Lehrerlein suggerieren, dass es doch vernünftiger gewesen wäre, sich vom Amtsarzt untersuchen zu lassen. Das Lehrerlein war aber andere Meinung und schilderte ziemlich klar, warum es sich dem Risiko einer zwangsweisen Psychiatrisierung, nicht aussetzen wollte. Mit der Zeit wurde das Lehrerlein ungeduldig.

(Licht ein)

Lehrerlein: Ich habe hier wirklich das Gefühl ich spreche gegen Windmühlen! Ist meine Abmeldung vom Arzttermin jetzt eine schwere Pflichtverletzung oder nicht!

Präsidentin: Genau das ist die Frage. Und das wollen wir jetzt herausfinden. Die Rechtsvertreterin des ED hat das Wort:

Rechtsvertr. Hohes Gericht, sehr geehrte Frau Gerichtspräsidentin.

Der Rekurrent macht mit Verweis auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts geltend, dass die Absage eines Termins bei den Gesundheitsdiensten gemäss Rechtssprechung des Verwaltungsgerichtes keine schwere Pflichtverletzung im Sinne von § 30 lit. d des Personalgesetzes darstelle. Dem kann in dieser allgemeinen Form nicht beigepflichtet werden. Vielmehr gilt es zur Beantwortung dieser Frage jeweils die konkreten Umstände des Einzelfalles zu beachten. Dabei fällt zunächst auf, dass vorliegend der Gesundheitszustand des Rekurrenten aufgrund seiner Tätigkeit als Lehrperson als besonders wichtig erscheint. Bereits aus diesen Gründen kann der Rekurrent aus dem zitierten Verwaltungsgerichtsurteil somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der Rekurrent macht geltend, dass die Vorladung zur vertrauensärztlichen Untersuchung, welche bekanntlich einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht darstelle, in Verfügungsform hätte ergehen müssen. Dies wird bestritten. Es ist viel mehr davon auszugehen, dass es sich bei der Aufforderung zur vertrauensärztlichen Untersuchung um eine Handlungsanweisung der vorgesetzten Person an eine ihr unterstellte Person handelt, die sich aus dem allgemeinen Weisungsrecht des Arbeitgebers ergibt. Aufgrund der Arbeits- und Treuepflicht des Mitarbeiters hat ihr der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin Folge zu leisten. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen beantragt das Erziehungsdepartement den Rekurs vollumfänglich abzuweisen.

Präsidentin: Vielen Dank der Rechtsvertreterin des Erziehungsdepartements.

Herr Anwalt des Rekurrenten, darf ich bitten!

Anwalt: Hohes Gericht, sehr geehrte Frau Gerichtspräsidentin

Der Rekurrent hat wirklich über eine sehr lange Zeit klaglos gute Arbeit geleistet. Die Querelen, um welche es in casu geht, entzündeten sich an zwei, drei Personen, die gegen den Rekurrenten agierten. Der Rekurrent fühlte sich vom Kollegium, der Schulhausleitung und der Schulleitung im Stiche gelassen. Die Schule und die Lehrer bestimmen doch über den Schulstoff und die Art, wie er vermittelt wird nicht Aussenstehende. Das war und ist seine Meinung. Der Rekurrent fühlte sich gemobbt. Der Rekurrent wurde über längere Zeit von einigen wenigen Müttern von Schülern provoziert, fand zunehmend wenig Rückhalt im Kollegium, wurde ausgegrenzt, isoliert. Dass sein Verhalten, gerade bei den provozierenden Personen, zu Beanstandungen führte, erscheint verständlich. Der Rekurrent hätte gerne Unterstützung beim Kollegium gehabt, auch seitens des Supervisors. Er hätte es begrüsst, wenn Zielvorstellungen für das Team hätten erarbeitet werden können. Dies wurde vom Supervisor abgelehnt. Der Rekurrent gewann den Eindruck, dass niemandem an wirklicher Konfliktbewältigung gelegen war. Zutreffend, dass die Anstellungsbehörde eine vertrauensärztliche Untersuchung verlangen kann. Der Rekurrent wurde zum Vertrauensarzt eingeladen, nicht vorgeladen. Es handelte sich um einen Termin. Es gab entgegen den Ausführungen im angefochtenen Urteil nicht mehrere Termine. Der Wortlaut des Schreibens ist nicht imperativ aufgefasst und so verstand ihn der Rekurrent auch nicht. Ich kann der Argumentation der Rekursgegnerin nichts abgewinnen, wenn sie ausführen lässt, es handle sich bei der Vertrauensärztlichen Untersuchung lediglich um eine schlichte Handlungsanweisung des Arbeitgebers. § 21 des Personalgesetzes spricht davon, der Arbeitnehmer könne „verpflichtet werden“, sich einer Vertrauensärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Richtigerweise hat der Gesetzgeber für die Vertrauensärztliche Untersuchung die Gesetzesform vorgesehen. Die Pflicht zur Vertrauensärztlichen Untersuchung ergibt sich eben gerade nicht aus der Arbeits- und Treuepflicht des Mitarbeiters, wie die Rekursgegnerin in ihrer Rekursantwort glauben machen möchte. Es geht doch darum, dem Betroffenen den „Ernst der Lage“ vor Augen zu führen. Eine „Empfehlung“ oder „Einladung“ erfüllen dieses Erfordernis meines Erachtens in keiner Weise. Nach dem Gesagten kann eine einfache Handlungsanweisung der Anstellungsbehörde eben nicht genügen, schon gar nicht eine Empfehlung oder eine Einladung des Amtsarztes. Der Rekurs ist demnach im Sinne der gestellten Anträge gutzuheissen.

Präsidentin: Vielen Dank dem Rechtsvertreter des Rekurrenten. Das Gericht zieht sich jetzt für eine halbe Stunde zur Beratung zurück.

(Licht aus)

Das tapfere Lehrerlein konnte es kaum glauben. Weder seine Mobbing-Erlebnisse noch sein tadelloses Psychiatrisches Gutachten wurden von der Gerichtspräsidentin thematisiert. Enttäuscht, begab es sich mit seinem Anwalt in die Kaffeepause.

Nach einer Stunde erschienen die beiden wieder im Gerichtsgebäude. Sofort wurde das Lehrerlein von den übereifrigen Polizisten erneut nach Waffen untersucht. Auch beim zweiten Mal fühlte sich das Lehrerlein enorm provoziert. Schliesslich beruhigte es sich mit dem Gedanken, dass die drei Schildbürger-Polizisten ja nur ihre Schildbürgerpflichten in einem Schildbürger-Staat ausführten.

(Licht ein)

Präsidentin: Wir kommen nun zum Urteil in Sachen Kündigung des Erziehungsdepartements gegen den Rekurrenten. Das Urteil lautet wie folgt:

Der Rekurs gegen den Entscheid der Rekurskommission wird gutgeheissen.

(Licht aus)

Das tapfere Lehrerlein kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Kündigung war also doch rechtswidrig und musste demzufolge aufgehoben werden. Das tapfere Lehrerlein war so überglücklich, dass es überhaupt nicht mehr mitbekam, was die Gerichtspräsidentin sonst noch zu sagen hatte. Vor seinen Augen erschienen plötzlich die zahlreichen Kinder, die bei ihm früher zur Schule gegangen waren. Ihre Augen leuchteten und sie waren glücklich ihren Lehrer wieder zu sehen. Voller Freude stimmten sie ein Lied an, das sie einmal bei ihm gelernt hatten.

(Licht ein)

Alle: If I had a hammer, I’d hammer in the morning

I’d hammer in the evening, all over this land.

I’d hammer out danger, I’d hammer out a warning,

I’d hammer out love between my brothers and my sisters

All – all over this land.

If I had a bell, I’d ring it in the morning

I’d ring it in the evening, all over this land.

I’d ring out danger, I’d ring out a warning,

I’d ring out love between my brothers and my sisters,

All – all over this land.

If I had a song, I’d sing it in the morning,

I’d sing it in the evening, all over this land.

I’d sing it out danger, I’d sing it out a warning,

I’d sing it out love between my brothers and my sisters,

All – all over this land.

If I had a hammer, and I had e bell,

And I got a song to sing, all over this land.

It’s the hammer of justice, it’s the bell of freedom,

It’s a song about love between my brothers and my sisters,

All – all over this land.

(Licht aus)

Das, liebe Kinder, war das Märchen vom tapferen Lehrerlein. Und wenn es nicht gestorben ist, dann kämpft es noch heute für Gerechtigkeit und Fairness.

*** ENDE ***